Spanien

Posidonia, der Schatz vor Formentera

Die Posidonia sorgt für kristallklares Wasser und weiße Strände auf Formentera

 

Text: Gabi Dräger

 

Der große Schatz von Formentera ist die Posidonia-Wiese im Mittelmeer um die Insel. Sie ist der langlebigste und größte lebende Organismus der Welt, er ist acht Kilometer lang und 100.000 Jahre alt. Die Posidonia ist keine Alge, sondern eine Meerespflanze mit Wurzel, Stiel. Blättern, Früchten und Blüten und bildet Wiesen im Meer bis zu einer Wassertiefe von 40 Metern. Sie ist die wertvollste Pflanze der Insel, denn sie filtert das Meerwasser und macht es dadurch kristallklar. Die Posidonia hat noch einen Vorteil, denn ein Hektar Posidonia-Wiese produziert 100.000 Liter Sauerstoff am Tag und absorbiert 830 Tonnen Kohlenstoff. Der tropische Wald im Vergleich dagegen, der absorbiert nur 300 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar. Die Posidonia unterstützt mit ihrer Sauerstoffproduktion 400 Pflanzenarten und 1000 Tierarten. Zu den Tierarten gehören Seepferdchen, Seesterne, Krebse und kleine Fische, die im Seegras Schutz vor den großen Räubern suchen. Ganz wichtig ist, das die Posidonia mit ihren langen Wurzeln den Strand schützt, die starken Winterstürme können den Sand nicht so leicht abtragen. Um die Balearischen Inseln existiert eine Fläche von 55 795 Hektar Posidonia-Wiesen, davon gehören 76.500.000 Quadratmetern zu Formentera.

 

Formentera hat sich 2017 im Jahr des Nachhaltigen Tourismus mit einem Projekt zur Aufgabe gemacht die die Posidonia zu schützen. Das Problem wird von Formentera schon seit langem überwacht und erforscht. Seit 1999 ist die Posidonia im UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. Da man die Posidonia nur von Tauchern und Schnorchlern unter Wasser zu sehen ist, ist für Touristen die Gefahr nicht sofort zu erkennen, deshalb wurde von Formentera zur Aufklärung das „Save Posidonia Project“ gegründet. Ziel ist es, das sensible Ökosystem der Balearen bekannt zu machen, denn die Posidonia-Wiesen sind bedroht. Die Anker vieler Boote und Ketten reißen den Meeresgrund auf. Abwässer von Schiffen mit Kohlenwasserstoff und der Fischfang mit Netzen zerstört auch den Meeresgrund. Gerade in der Hochsaison im Sommer ist die Zerstörung der Posidonia am größten.

 

Schutzmaßnahmen

Im Meer wurden vor Formentera Bojen installiert, an ihnen können kleine Boote ankern, ohne die Posidonia-Wiesen zu beschädigen. Größere Boote können anhand von Seekarten sehen, wo sie auf Sand ankern können. Außerdem hat Formentera eine Überwachungsflotte eingesetzt, die die Seefahrer informiert, auf Sand und nicht auf der Posidonia zu ankern. Außerdem kontrolliert der Überwachungsdienst, dass keine Abwässer ins Meer geleitet werden.

 

Aktionen des „Save Posidonia Projects“

Das Ziel ist, jeden Quadratmeter der Posidonia erhalten zu können. Patenschaften für einen Euro pro Quadratmeter bietet Formentera per App an. Der Name des Spenders erscheint dann auf der Kartographie der Website www.saveposidoniaproject.org. Auch alle Events, die 2017 auf Formentera stattfinden beteiligen sich an dem Projekt, sie zahlen einen Anteil der Einnahmen an das „Save Posidonia Project“.

 

Formentera

Formentera ist die kleinste bewohnte Baleareninsel. Sie ist nur per Schnellboot zu erreichen und hat deshalb ihren Charakter bewahrt. Das Schnellboot fährt in 35 Minuten von Ibiza nach Formentera. Die nur 21 Kilometer lange Insel hat eine Fläche von 82 qkm.

 

Aktiv auf Formentera

Berge findet man auf Formentera keine, deshalb ist die Insel perfekt zum Fahrradfahren, dazu kommt das ganzjährig moderate Klima. 70 Kilometer Küste mit kristallklarem Wasser mit endlos langen weißem Sandstrand bietet die Insel. Laut Trip Adviser hat Formentera die besten Strände. Das Meer ist perfekt zum Tauchen, Schnorcheln, Segeln, Windsurfen und Kajakfahren. Buchten mit Höhlen und Steinbögen waren schon die Verstecke der Piraten. Holzstege führen durch den Sand zum Strand um die Dünen zu schützen. Im Landesinneren kann man Reiten, Wandern, Radeln und mit Elektrobikes fahren, für die gibt es viele kostenlose Ladestationen. Obwohl die Insel klein ist, gibt es 22 grüne Routen mit 56 Kilometer Wander- und Radwegen.

 

Flora und Fauna

Strände, ein großes Dünengebiet Salinen, Pinien- und Sabinahaine dominieren das Landschaftsbild. Berge gibt es keine, dafür gibt es ein Hochplateau, das stolze 100 Meter hoch ist. Kleine Orte, Windmühlen, Leuchttürme und Verteidigungstürme sind in die Landschaft eingestreut. Die Kirchen haben besonders dicke Mauern, denn sie dienten der Bevölkerung als Rückzugsort vor Piraten. Ganz charakteristisch sind die Natursteinmauern, die sich entlang der Felder ziehen. Schafe im Schatten der Feigenbäume, die überall auf der Insel wachsen. Die Äste werden mit Stangen abgestützt, damit die Schafe die Feigen nicht fressen und die Äste mehr Schatten für die Schafe geben.

 

Küche

Die Gastronomie, wie soll es anders sein, ist vom Fisch geprägt. Fisch wird zum Trocknen an Ästen am Meer aufgehängt wird. So wurde der Fisch früher für die Seefahrt haltbar gemacht. Der getrocknete Fisch wird in Olivenöl eingelegt und kommt in den Bauernsalat. Feigen, die überall auf der Insel wachsen schmecken frisch oder getrocknet köstlich. Dazu trinkt man Rotwein, natürlich den, der auf der Insel hergestellt wird.

 

Kontakt

www.saveposidoniaproject.org,

www.formentera.es,

www.formenterahotelguide.com

 

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Keine Fiesta ohne Pintchos und Pimientos
           Eine Radtour durchs Baskenland von Bilbao bis San Sebastían begeistert Feinschmecker, Kultur- und Naturinteressierte.

 
Text und Fotos: Katharina Büttel
         
 
Vor gut hundert Jahren, als das Erz die Stadt reich machte, wurden in Balbao prächtige Jugendstil-Häuser gebaut, eine Art-Déco-Markthalle, das modernste Theater Europas. Mit dem industriellen Niedergang mutierte Bilbao zur hässlichsten Stadt Europas.
           Vor 20 Jahren dann die wunderbare Wiederauferstehung. Frank O. Gehry erbaute am Ufer des Río Nervíon das Guggenheim-Museum. Ein Gebäude, mal wie ein Fisch, mal wie ein Schiff oder eine geöffnete Blüte, im Schuppenkleid aus Titan. Es folgten Metro, Brücken, Hotels, Flughafen – von Architekten wie Santiago Calatrava und Norman Foster. Die Touristen kehrten zurück, Bilbao ist schön und boomt.
           Und da ist die Altstadt mit den „Siete Callas“, der Kathedrale, der Plaza Unamuno, den Cafés Iruna und Boulevardar. Kulinarisch sind die Basken eh nicht zu toppen: nirgends auf der Welt gibt es mehr Sterneköche auf engstem Raum. Deren Einfälle kopieren die Chefs der  Tapas-Bars – dicht an dicht in der Altstadt -, wo sich bis zum frühen Morgen das feiernde Volk bei leckeren Pinchos, den Tapas, Bier und Sidra drängt.
           Die raffinierte Kulinarik, die museale Kultur und die herrliche Natur erfahren die Radler auf der Reise durch die drei baskischen Provinzen Gipuzkoa, Bizkaia und Araba. Per Fahrrad kann ein ganzer Landstrich mit eigener Kraft, selbstgewähltem Tempo und allen sinnlichen Genüssen erlebt werden.
           In Portugalete setzt uns die höchste Schwebefähre der Welt, Unesco-Welterbe, über den Nervíon. Familien sind unterwegs, belagern im Badeort Getxo die Tapas-Theken, probieren Häppchen mit Tintenfisch und Knoblauch, Ei und Kräutern, Chorizo und Bacalao (Kabeljau). Wir steigen die Treppen hinauf zum Dorfplatz, sitzen mit unseren Tellern unter schattigen Platanen, die Musik spielt und Künstler preisen ihre Werke an – Biergarten auf Baskisch.
          Vorbei an der Hauptstadt Vitoria Gasteiz radeln wir am Stausees Umbalse de Ullibarri entlang. Auf 700 Meter müssen wir, der Elektroradler schiebt den Ganghebel in die vierte Dimension und hoch geht’s. Die erste Station auf unserer „Vuelta de Espana“ ist erreicht: wir ‚residieren‘ und speisen fürstlich in einem Renaissance-Palast, heute ein Parador, ein staatlich geführtes Luxushotel. Über die Terrasse schlingern köstlich Düfte von Steaks und gegrilltem Seehecht.
            Auf 1020 Meter bringt uns der Begleitbus auf das Hochplateau der Sierra de Urbasa. Es ist kühl, die Windjacke tut gut. Hinab geht’s konzentriert auf welligem Relief; über uns Gänsegeier. Es riecht nach Kiefern, wir rauschen an Buchenwäldern und sattgrünen Adlerfarnen vorbei. Heidekraut blüht, tausende Herbstzeitlose, dazwischen Wildpferde. Findlinge quer überm Weg markieren die Grenze zu Navarra.
           Richtung Estella geht der Märchenwald über in leuchtend grüne Wiesen, Holunderbüsche ducken sich, eine Schafherde zieht hügelaufwärts. Am Horizont die Steinabbrüche der Sierra de Santiago de Loquiz.
           In und um Estella zeigt sich Navarras Historie: romanische Kirchen, Klöster und Paläste. „Estella la bella“ heißt es bis heute. Man konkurrierte sogar mit den Pilgerstädten Burgos und Pamplona.
           Nach langer Abfahrt mit Kiefernduft um die Nase der nächste Höhepunkt: im kleinen Puente de la Reina vereinen sich die beiden Jakobswege Camino Navarro und Camino Aragonés und führen über die sechsbogige Römerbrücke nach Santiago de Compostela. Im Ortskern enge Gassen, stattliche Adelspaläste mit großen Portalen. In der Iglesia de Santiago zieht eine Jakobusskulptur im Pilgergewand die Blicke auf sich. 
           Die Sonne wärmt, der Wind kühlt, die Fahrt über offenes Hügelland ist ein Vergnügen. Wie eine Fata Morgana sitzt die Wehranlage El Cerco im Dunst über dem Dorf Artajona. Vor dem Anstieg ins Weinparadies um Tudela noch eine Siesta unter Hibiskusbäumen. 
            Olite - der kleine Ort mit der großen Burg südlich von Pomplona! Carlos III. ließ um 1600 über einem Meer von Rebstöcken sein Schloss errichten, eine rechte Disneyburg: Türmchen, Wendeltreppen, Wehrgänge und Höfe ineinander verschachtelt, ein riesiges Gewölbe mit hängenden Gärten.
            Während die Navarreser draußen zu Ehren ihres Stadtpatrons Stiere durch die Gassen treiben, die Leute singen und tanzen, mundet drinnen in der Burg-Bar ein kräftiger Roter aus der Bodega Ochoa. Zwischen Ritterrüstungen und Wandteppichen wird am Abend bei schwerem, roten Crianza getafelt. Der Speisezettel des Landes: Fisch und Meeresgetier, Wildschwein, Ente und Lamm, Schinken, Schnecken, Schafs- und Ziegenkäse, Gemüse und fangfrische Langusten.
           Auf dem Artxueta. In der Ferne das gewaltige Urbasa-Massiv, in der romanischen Kirche der Klosteranlage San Miguel in Excelsis der Altaraufsatz mit den meisterlichen Emaille-Medaillons. Die Abfahrt bei steifer Brise ist nicht ohne, Regen erschwert das Kurven. Gang durch ein urbaskisches Dorf  mit typischen Bruchsteinhäusern. Am Fluss unter  alten Bäumen erwartet uns ein Picknick vom Feinsten: Käse, Salamis, Schinken vom schwarzen Schwein, fois gras mit Pinienkernen, Salate, Weiß-, Rotweine, kühler Cava.
           Durchs grüne Valle del Rìo Ezkurra begleiten uns hohe Felswände und das Gemurmel des Flusses. Mit dem Geruch regennasser Erde radeln wir unserer Unterkunft aus dem 18. Jahrhundert entgegen. Die Piementos de Padron, gegrillte grüne Paprikas, bleiben unvergessen.
            Über eine lange Kette von Hügeln und Sare mit den weißen Häusern „reiten“ wir ins französische St. Jean de Luz ein, liebster Badeort der Franzosen an der Südwestküste: frische Luft, Strandpromenade, Cafés im Ortskern, baskische Souvenirs.
           Der letzte schweißtreibende Tag führt nach Hondarribia. Das Fisch-Menü mit dem kühlen Weißen direkt am Golf von Bizkaya begeistert alle. Zu Fuß erreichen wir den Monte Ulia, die Concha-Bucht mit der Pracht von San Sebastían liegt uns zu Füßen. Gegenüber, vom Monte Urgull, hält Christus seine Hand segnend über die Bucht.           
 

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Service zum „Baskenland“
Land und Leute: Das Baskenland liegt im Nordosten Spaniens an der Grenze zu Frankreich. Die reizvolle Costa Vasca bietet Buchten und weite Strände; das Bergland streckt sich bis zum oberen Ebro, Mittelgebirge im Landesinneren. Höchster Gipfel ist der Pico de Aitzgorri mit 1549 m. Die Herkunft der Basken ist bis heute ungeklärt; ihre Sprache, Euskera, noch immer rätselhaft, sie ist mit keiner anderen Sprache verwandt. Die Basken feiern gern, 300 Gäste bei Hochzeiten sind keine Seltenheit. Viel Zeit verbringen sie beim Essen – mehr in den Pintxos-Bars (sprich Pinchos) und Landgasthöfen als zuhause.
Anreise: Eigenanreise z.B. mit der Lufthansa ab Berlin über München nach Bilbao. www.lufthansa.com;  mit der Bahn (lange Fahrtzeit) oder mit dem Auto.
Verkehrsmittel: Fahrräder mit 8 Gängen werden vom Veranstalter gestellt. Ein Elektrorad kostet je nach Reiselänge ca. 145 Euro Miete. Alle Räder sind mit zwei Radtaschen am Hinterrad versehen.
Unterkünfte: Während der gesamten Reise wird in kleineren Häusern mit Flair – meist in historischen Gemäuern – gewohnt.
Essen: Die Küche zählt zu der besten Spaniens, Experten sagen der Welt. Der Ruf der baskischen Köche ist so groß, dass Spitzenrestaurants in Madrid sie anfragen. Der Klassiker unter den Pintxos: tortilla espagnola, Kartoffelomelett. Auch die raciones, ein Teller mit Schinken, Manchego-Käse, gefüllten Paprikas. Spezialität ist der bacalao (Stockfisch) a la Vizacaína mit getrockneten Tomaten und Schinken; Seehechtbäckchen mit grüner Soße u.a. In den sidrerías dreht sich alles um Apfelwein; in den asadores Lamm oder Spanferkel aus dem Holzofen. An den Küsten, aber auch im Landesinneren, haben Fischgerichte höchstes Niveau.. Rosadas de Navarra-Weine sind sehr bekannt, Rioja-Rotweine zählen zur Weltspitze. Feine Weißweine aus der verdejo-Traube kommen aus Rueda.
Reiseliteratur: DUMONT-Reisehandbuch „Nordspanien und der Jakobsweg“ mit großer Faltkarte, 22,99 Euro, www.dumontreise.de
Veranstalter: bei ROTALIS Reisen kostet die 8-tägige (7 Nächte) Rad-Rundtour im DZ 1.750 Euro/Pers./F/A bei eigener Anreise. Das tägliche Picknick kostet inkl. Wein ca. 16 Euro/Pers./Tag. Rotalis bietet Radtouren in fast ganz Europa, Südafrika, Vietnam, Kuba an.
ROTALIS Reisen, A-4780 Schärding; info@rotalis.com; www.rotalis.com

Ein zuckersüßer Geheimtipp

Ein zuckersüßer Geheimtipp

Mandelträume inmitten der Bergwelt Gran Canarias

 

Text und Fotos:  Heidrun Lange

 

 

 

Das beliebteste Fotomotiv und das meist beschriebene Wahrzeichen Gran Canarias ist Las Cumbres, das Zentralmassiv Gran Canarias. Berge, wie aus Hagel, Blitz und Donner geformt. Monolithen, die wie Finger in den Himmel ragen. Wind und Regen formten in Jahrmillionen  Zacken, Klippen und Kegel. Der spanische Philosoph und Schriftsteller Miguel de Unamuno nannte es “Gewitter aus Stein”.

 

Hinter dem Fischerort Puerto de Mogán beginnt das Hinterland Gran Canarias, da wo die Straßen eng und kurvig sind. Hier zeigt die Kanareninsel ihre schroffe und ursprüngliche Schönheit. Zwischen kleinen Dörfern ziehen sich groß gewachsene Kakteen in breiten Gürteln die Hänge hinauf, manchmal ragt ein riesiger Agavenbaum in die Höhe. Weiße Häuser mit grünen Fensterläden und  kanarischen Holzbalkonen wirken wie festgeklebt auf einem Felsen. Artenara erreicht man auf über 1300 Meter Höhe, und es ist das höchst gelegene Dorf in den Bergen.  Es lohnt sich die  Höhlenkirche aus dem 14. Jahrhundert, die der Jungfrau der Höhle Virgen de la Cuevita geweiht wurde zu besichtigen.  Von Artenara gibt es Wanderwege durch das Naturschutzgebiet in das obere Agaete Tal. Zu Füßen des schroffen Felsens Roque Nublo befindet sich Tejeda. Es zählt zu den schönsten Dörfern Spaniens. Umgeben wird Tejeda von terrassenförmig angelegten Getreidefeldern, Obstbäumen und Gemüsefeldern. Angebaut werden in den Tälern rund um Tejeda vor allem Mandelbäume, Weinreben, Kartoffeln und Kakteen.

Besonders im Frühjahr, wenn die Mandelblüte einsetzt, kommen viele Gäste ins  Dorf. Das Tal ist während der Blüte von einem zartrosa bis rosa Hauch überzogen. „Dulceria Nublo“, die kleine Backstube im Ort, ist eine Oase für süße Leckereien Dort werden in langer Familientradition Kuchen, Konfekt, Cremes, Pralinen aus Mandeln hergestellt. Mehrere große Gläser Bienmesabe gehen über die Ladentheke an  eine ältere Dame im Verkaufsraum. Sie stammt aus dem Süden der Vulkaninsel und deckt sich mit der Spezialität des Hauses ein, auch für ihre Nachbarn hat sie eine Bestellung mitgebracht. Sie  liebt diese Süßigkeiten aus Eigenproduktion. Die Konditorin des Ladens, Rosa Maria Medina, erklärt, was es mit der Creme auf sich hat. Bienmesabe heißt auf Deutsch: Es schmeckt mir gut. Die Masse ist klebrig und wird aus Mandeln, Zucker und Zimt hergestellt. Bienmesabe  erhält man zwar auch in einigen Lebensmittelläden von Gran Canaria, doch hier in den Bergen ist es etwas Besonderes. So wie die Bäckerei Dulceria Nublo mitsamt ihrem Intérieur. 1948 wurde sie von Dolores Navarro gegründet, der Mutter von José Antonio. Seit über 22 Jahren stehen Rosa Maria und José Antonio in der Backstube und versorgen die Insel mit Blätterteiggebäck, Mandelbrot, Pralinen und natürlich Bienmesabe. Die Rezepte und das Handwerkszeug haben sie sich von Dolores abgeschaut.

Mandeln sind das Gold der Region. Deshalb veranstaltet Tejeda im Wechsel mit der Gemeinde Valsequillo de Gran Canaria jährlich am ersten Februarwochenende das Mandelfest. Dann haben sich auch die Nebel verzogen, die den Roque Nublo  in den Wintermonaten oft wie einen Schleier umhüllen.

Und noch etwas verrät Rosa. Ob ein Mandelbaum Süß- oder Bittermandeln trägt, weiß sie erst, wenn der Baum zum ersten Mal getragen hat. Süß oder bitter bleibt er sein Leben lang. Wer Bienmesabe aus der Dulceria Nublo probiert, kann sicher sein: Die Mandelcreme von Rosa Maria und José Antonio ist garantiert süß, sogar sündhaft süß.

 

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Wissenswertes über Gran Canaria:

Anreise:

Zahlreiche Airlines fliegen Gran Canaria von diversen deutschen Flughäfen nonstop an. Deutsche Urlauber benötigen für die Einreise lediglich einen Personalausweis.

Reisezeit:

Mit durchschnittlichen Jahrestemperaturen um die 23 Grad sind die Kanaren ganzjährig zu bereisen. Selbst im Winter liegt auch die Wassertemperatur kaum unter 18 Grad.

Infos:

Spanisches Fremdenverkehrsamt, Berlin, Frankfurt oder München www.spain.info/de

 

 

Tipp:

Konditorei: Dulcería Nublo, C. Dr. Domíngo Hernández Guerra (Spezialität: Marzipan, Mandelkuchen, Mandelkekse) in Tejeda.

Ausflug:

Das Hinterland Gran Canarias bis an die Küste El Roque kann als Ganztagestour bei TUI und 1-2-FLY ab 38 Euro (ohne Lunch und Eintritt)  gebucht werden.
Mit dem eigenen Wagen:
Von Las Palmas de Gran Canaria aus erreicht mal Tejeda über die Strasse, die durch das Zentrum der Insel GC 15 führt. Die Strecke ist etwas kurvig und führt durch eine großartige Landschaft, vorbei an den Gemeinden von Santa Brígida und San Mateo. Für die 44 Kilometer weite Strecke benötigt man in etwa eine Stunde

Malaga´s geheime Ecken

In den Wintermonaten ein lohnendes Reiseziel

Text und Fotos: Heidrun Lange

Málaga. Die Calle Lario ist die Ausgehstraße und das "El Pimpi" die bekannteste Bar. Touristen treffen auf Einheimische, Toreros sowie Stars a la Antonio Banderas & Paloma, die Tochter Picassos.

 

An der Strandpromenade von Pedregalejo weht eine sanfte Brise und es riecht nach geräuchertem Fisch. Das sind die Espetos de Sardinas, die Sardinenspieße, eine Spezialität Málagas, die am Strand in kleinen, mit Sand und Asche gefüllten Fischerbooten gegart werden. Direkt vor den Lokalen, die zur Mittagszeit öffnen. Aus der bunten Häuserreihe, die parallel zum Ufer verläuft, klingen Bittgesänge, dass sich mit einem temperamentvollen Gitarrenspiel abwechselt. Andalusische Musik.  „Ein Geheimtipp. Nur entdeckt es kaum einer auf den ersten Blick“,  erzählt Sandra, die im Tourismusamt der Stadt arbeitet. Die vielen Hochhäuser und die Kräne am Hafen überragen das Stadtbild. Die Sonnenhungrigen sausen auf dem Weg nach Torremolinos, Marbella oder Granada an Málaga vorbei, anstatt hineinzugehen. Am Horizont tauchen Kreuzfahrtschiffe auf und bewegen sich zum Hafen. Lange ist es her als die Pimpis, so nannte man in der spanischen Umgangssprache die Jungs, die die Koffer der Touristen zum Taxi schleppten. Sie waren eine lustige Truppe und liebten einen guten Tropfen Wein. Sie begannen Touren zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten anzubieten. Sie begleiteten die Besucher auf dem Weg zur maurischen Stadtburg  Alcazaba, wo man noch heute über die weit geschwungene Costa del Sol und den Hafen blicken kann.

Sie empfahlen Hotels und Restaurants. Und eröffneten in der Altstadt Malagas die  Bodega „El Pimpi“. Gern geht Sandra mit ihrem Freund zum Lunch in die bekannte Tapasbar. Es gibt  iberischen Schinken und Manchego-Käse oder  bunte Salate. Viele der Gäste hoffen, den  aus Málaga stammende Antonio Banderas hier anzutreffen. „Wenn er in der Heimat ist, dann besucht der das El Pimpi“, weiß Sandra. Schließlich treffen sich hier alle. Die Touristen, die Toreros und die Berühmten. Paloma Picasso, die spanisch-französische Designerin hat ihren Namen auf eines der Weinfässer geschrieben. Doch ihr Vater Pablo ist bekannter. Zum Geburtshaus strömen die Touristen und besuchen das Museum, indem seine Werke ausgestellt sind. Manche scheinen unvollendet. So ähnlich muss es den Stadtvätern der Metropole ergangen sein. Sie entwarfen Skizzen, verwarfen sie wieder. Manchmal sieht es so aus, als ist nichts richtig fertig, nicht einmal die Kathedrale. Die Steinmetze begannen 1528 mit dem  Bau und 250 Jahre später stellten sie die Arbeit erschöpft ein. Bis heute ist sie die Einarmige geblieben. Denn für mehr als einen Kirchturm reichte die Schaffenskraft der Málaguener nicht. „Aber ein Wahrzeichen, das keine andere spanische Stadt zu bieten hat“, lacht Sandra.

Mächtig erhebt sich der Koloß aus der Tiefe der engen Altstadtgassen. Im Inneren fühlt sich der Besucher, gläubig oder nicht, winzig klein. Kräftig und voll ist der Klang der Orgel, die jeden Sonntag um 12 Uhr zum Gottesdienst spielt. Im Schatten der Kathedrale steht das Café El Jardin. Dort soll es den besten Cappucino geben. Oft gehen Sandra und ihre Freundinnen in die Larios Street und shoppen bei Zara, Mango oder Hoss Intropiz. Kein Auto stört sie bei ihrem Einkaufsbummel. Und Abends haben sie eine große Auswahl an Diskotheken. Alles um den  Plaza de la Merced herum.

Fast so wie im Mittelalter ist es, sobald man in die alten Gassen und engen Straßen eintaucht. Mittendrin hat Juan Rosen eine Goldstickerei. Es ist das älteste Handwerk in Malaga. Auf den Tischen im Raum sind Damast und Brokat ausgebreitet. Der Meister sitzt am Tisch und führt mit sicherer Hand den goldenen Faden durch den Stoff. Vier Sticker helfen ihm bei den vielen Aufträgen. Es werden Tuniken, Umhänge, Röcke, Banner, Skripte für die Bruderschaft der Barmherzigkeit verziert. Selbst lebensgroße Heiligenstatuen bekommen ein Festkleid zur Karwoche verpasst.

Schade, dass die Stadt nicht den Zuschlag für die Kulturhauptstadt 2016 bekommen hat. Doch Sandra tröstet es, dass Malaga auch ohne diese finanzielle Zuschüsse eine attraktive und sehenswerte Stadt wird.  Bald wird sie  nicht mehr im Schatten von Sevilla, der Landeshauptstadt von Andalusien, stehen.  Es gibt nicht nur das Picasso Museum. Im Automuseum in der ehemaligen Tabakfabrik stehen die edlen Limousinen von James Bond und Elvis Presley und andere Kunstwerke auf vier Rädern.                                                                                              

 

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Infos:

Spanisches Fremdenverkehrsamt Berlin

Litzenburger Str. 99, 10707 Berlin

Postfach 31 17 06

Telrfon: 030 / 882 65 42

E-Mail: infoberlin@tourspain.es,

Berlin@tourspain.es, www.tourspain.es

 

Tipp:
Meliá Costa del Sol ist ein idealer Ausgangspunkt, um Malaga und Umgebung zu erkunden. Das Hotel befindet sich direkt am Strand (ca. 20 m) und in der näheren Umgebung (etwa 500 m) des Stadtzentrums von Torremolinos mit den zahlreichen Vergnügungs- und Einkaufsmöglichkeiten. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in ungefähr 500 m und Restaurants sowie Bars in etwa 50 m Entfernung. Eine Disco ist ca. 2 km und der nächste internationale Flughafen ungefähr 6 km entfernt.

www.thomascook.de/hotels/1069-melia-costa-del-sol.html

 

Anreise:

Air Berlin fliegt von allen größeren Flughäfen nach Malaga.

www.airberlin.com

 

Melilla – Stadt zwischen zwei Kontinenten

Ein kleines Stück Spanien in Nordafrika. Seit mehr als 500 Jahren ist Melilla eine europäische Enklave in Marokko - eine Autonome Stadt, die die Mysterien Afrikas und Geschichte Spaniens in sich vereint.

Text und Fotos: Christel Seiffert

 

 

          Auf einem Felssporn hoch über der Stadt erhebt sich „El Pueblo“, das Dorf, wie die Einwohner Melillas liebevoll ihre Altstadt nennen. Die von einer gewaltigen Mauer umschlossene Zitadelle wurde im 15. Jahrhundert auf den Resten einer alten Stadt erbaut. Mit seinen Festungen und Kanonen, Bastionen und Kasernen erinnert der monumentale Komplex auf Schritt und Tritt an seine militärische Vergangenheit. Es macht Spaß, durch das Gewirr der winkligen Gassen, Tunnel, Gänge und kleinen Plätzen zu schlendern und es lohnt sich, einer der sehenswerten Museen zu besuchen. Hier oben bewahrt Melilla die Dokumente seines reichen geschichtlichen Erbes auf – im Zentralen Archiv der Stadt, dem Archäologischen- und Geschichtsmuseum und im Militärmuseum. Noch immer wird in „El Pueblo“ gewohnt, spielen Kinder auf den Plätzen und in den Kellergewölben des eleganten Restaurante La Roca kann man sich mit Meeresfrüchten verwöhnen lassen. Und während tief unten das Meer gegen die Felsen schäumt, geht der Blick weit über die Stadt, den Hafen und die Uferpromenade.

           Melilla ist eine kleine, große Stadt mit einem ganz eigenen Charakter und Charme. Auf  wenig mehr als 12 Quadratkilometern leben vier Kulturkreise friedlich nebeneinander – es gibt das christliche, islamische, jüdische und das kleine indische Melilla. Diese kulturelle Vielfalt prägt das Bild der Stadt. Dicht beieinander liegen Kirchen, eine Synagoge, die Zentrale Moschee, der kleine hinduistische Tempel. Und so begegnet man in den Straßen mit ihren Teestuben, kleinen Läden und Geschäften mit internationalem Angebot  Frauen mit Minirock und Stilettos, verschleiert oder in arabischen Gewändern - und Männern mit Turban oder in der traditionellen Dschelleba. Im Mercado Central vereinen sich Magie und Zauber eines afrikanischen Basars mit den Vorteilen eines großstädtischen Marktes. Und in der Luft schwebt der Duft von Gewürzen, Sandelholz und Weihrauch.

           Lebendiger Mittelpunkt der Stadt ist der kreisrunde Plaza de Espana mit dem Palacio de la Asamblea, in dem heute das Parlament seinen Sitz hat. Eine grüne Oase ist der weitläufige und kunstvoll angelegte Park Hemandez, der mit seinem Palmenboulevard, exotischen Pflanzen, Springbrunnen und Bänken zum genießen und verweilen einlädt. Doch das Schönste in der Stadt sind ihre herrlichen Gebäude im Art-Deco-Stil. Mehr als neunhundert sollen es sein. Sie haben Melillas Ruf begründet, die nach Barcelona zweitwichtigste Stadt des Jugendstils in Spanien zu sein. Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden diese prestigeträchtigen Häuser, Paläste und offiziellen Gebäude, deren Fassaden mit floralen Schmuckelementen, Frauenköpfen und Tiersilhouetten verziert sind. Beim schlendern durch die Straßen wird der Blick immer wieder gefangen von den ganz unterschiedlichen Fassaden, die frisch restauriert in pastelligem Glanz erstrahlen. Viele der herrschaftlichen Häuser wurden von dem bekannten Enrique Nieto, einem Schüler Gaudis, entworfen, der später von 1931-1941 Stadtarchitekt in Melilla war.  Auch das prächtige Gebäude des ehemaligen Warenhauses La Reconquista an der Ecke der Avenida Juan Carlos, stammt von ihm. Davor steht die Skulptur eines Mannes mit Zeichenblock und Papierrolle, die an Enrique Nieto erinnern soll.

           Entlang der Küste erstreckt sich die Neustadt mit mehrspurigen Straßen, modernen Wohnkomplexen, Stierkampfarena und Sportpalast. An dem zwei Kilometer langen feinsandigen Strand ist viel Platz für Sonnenhungrige und es gibt Angebote für Wassersportler jeder Art. Doch Melilla hat auch eine andere Seite, die dem Gast auf den ersten Blick meist verborgen bleibt. Mit einem zwölf Kilometer langen und sieben Meter hohen Dreifachzaun schützt sich die kleine Enklave in Marokko vor illegalen Einwanderern. Dennoch gelingt es Flüchtlingen immer wieder, das abschreckende Bollwerk zu überwinden und das Aufnahmelager ist überfüllt.     

 

 

Infos:

Spanisches Fremdenverkehrsamt Berlin

Litzenburger Str. 99, 10707 Berlin

Postfach 31 17 06

Telrfon: 030 / 882 65 42

E-Mail: infoberlin@tourspain.es,

Berlin@tourspain.es, www.tourspain.es

 

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Malaga – Visite bei einer Einarmigen

Die meisten Urlauber an der Costa del Sol kennen die Stadt meist nur als An-und Abflugsort. Dabei hat Malaga vieles zu bieten: Geschichte und Gegenwart, Tradition und Kultur, interessante Museen und einen einzigartigen subtropischen Park.

Text und Fotos: Christel Seiffert

 

          Alcazabar klingt wie ein Zauberwort aus 1001 Nacht. Und etwas von diesem Zauber vergangener Zeiten scheint noch immer durch die dicken Mauern des Palastes zu schweben. Hoch über der Stadt, umgeben von wehrhaften Steinwällen, thront die Burganlage, die bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts Residenz der maurischen Herrscher war. In neuem Glanz erstrahlen die restaurierten Palasträume mit ihren kunstvoll gearbeiteten Säulen und Bögen, die Badeanlagen und Zisternen. Bezaubernd auch die zahlreichen Innenhöfe mit Brunnen und wunderschönen Gartenanlagen. Das bedeutendste Bauwerk aus maurischer Zeit wurde 1931 zum Nationalmonument erklärt. Von hier bietet sich ein weiter Blick auf die moderne Stadt mit ihren Hochhäusern bis zur großen Hafenbucht und über die Dächer der Altstadt, die vom Turm der Kathedrale überragt werden. Die mächtige Renaissance-Kirche wird von den Einheimischen liebevoll „La Manquita“, die Einarmige genannt. Trotz 250-jähriger Bauzeit ist das Gotteshaus bis 1783 nicht fertig geworden, denn das Geld für den zweiten Turm fehlte. Dennoch ist die „Unvollendete“ mit ihrem dreischiffigen 117 Meter langen Innenraum und dem berühmten prächtigen Chorgestühl aus Mahagoni das verehrte Wahrzeichen Malagas.

         Die Kathedrale ist Mittelpunkt der Altstadt mit ihrem Gewirr schmaler Gassen, zahlreichen kleinen Geschäften, Galerien, Restaurants und nostalgischen Cafes. Immer wieder wird der Blick gefangen von schönen stuckverzierten Bürgerhäusern, von prächtigen Jugendstilfassaden mit ihren schmiedeeisernen Balkonen. Auch abends und nachts ist die Altstadt von quirligem Leben erfüllt. In Restaurants und Tapas-Bars ist kaum ein freier Platz zu finden, aus den Straßencafes klingt Musik. Man ist unterwegs um zu sehen und gesehen zu werden, bei einem Glas Wein und Gesprächen den Abend zu genießen. Im Licht zahlreicher Scheinwerfer wird die Kathedrale effektvoll in Scene gesetzt und wirkt weniger mächtig als am Tage. Elegante Flanier- und Shoppingmeile ist die breite Calle Marques de Larios. Die hundertzehn Jahre alte und in den letzten Jahren aufwendig rekonstruierte Straße führt als Fußgängerzone vom Hafen zur palmenbestandenen Plaza de la Constitution. Wie Perlen auf einer Schnur reihen sich Geschäfte mit Schmuck, exquisiter Mode und Galerien aneinander. Hier ist alles vertreten, was Rang und Namen hat.

         Malaga arbeitet daran, seien Ruf als Kulturstadt zu stärken. Wichtigstes der mehr als zwanzig Museen ist zweifellos das Picasso-Museum im herrlichen Renaissance-Gebäude des Palacio de Buenavista. Das 2003 eröffnete Haus ist nach Paris und Barcelona das drittgrößte Picasso-Museum. Damit ist ein langgehegter Wunsch des Malergenies nach einem eigenen großen Museum in seiner Heimatstadt in Erfüllung gegangen. Möglich wurde es durch eine Schenkung der Schwiegertochter Picassos, Christine Ruiz-Picasso, die der Stadt 138 Werke des Künstlers – darunter Bilder, Grafiken und Skulpturen aus allen Schaffensperioden – im Wert von 250 Millionen vermachte. Unweit des Museums befindet sich an der Plaza de la Merced Nr. 15 die Casa Natal Picasso, das Geburtshaus des berühmten Sohnes der Stadt. Das Haus steht unter Denkmalschutz und ist seit Anfang der 90ger Jahre als Museum anerkannt. Im Stil der Zeit rekonstruiert zeigt es bei freiem Eintritt einige Werke Picassos, Malerutensilien und Fotos aus seinem Leben. Auf der von Straßencafes und Bars umgebenen Plaza de la Merced erinnert eine Skulptur an den Künstler. Der Legende nach hatte Picasso nach dem Aufstieg Francos geschworen, das Land zu dessen Lebzeiten nicht wieder zu betreten. Diesen Schwur hat er bis zu seinem Lebensende 1973 gehalten. Sehenswert und gern besucht sind auch das Museo Carmen Thyssen im sanierten Palacio Villalon mit einer umfangreichen Sammlung der Baronin Carmen Thyssen Bornemisza und das Museo de Bellas Artes mit Werken der Malaga-Schule vom 18. Bis 20. Jahrhundert.

         Naturfreunde werden sich vielleicht lieber vom botanischen Park, einer herrlich grünen Oase zwischen Hafen und Altstadt, bezaubern lassen. Hier gedeihen am Palmenboulevard exotische Pflanzen aus vielen Ländern. Zwischen Springbrunnen, Dattelpalmen und Bougainvilleen stehen Skulpturen bekannter Künstler und ein Musikpavillon. Auch an heißen Sommertagen ist es hier kühl und lauschig. Überall laden Bänke zum Verweilen ein, zum  Schauen und Genießen. Ein botanischer Garten, der einmalig in Europa weder eingezäunt ist noch Eintritt kostet.

 

Infos: Spanisches Fremdenverkehrsamt Berlin, Litzenburger Str. 99, 10707 Berlin, Postfach 311706, Tel.: 030/8826542, Fax: 030/8826661,

E-Mail: Berlin@tourspain.es,

Internet: www.tourspain.es, www.spain.info

 

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Vom Strand zum Tanz auf dem Vulkan

Eine Symphonie in Schwarz, Weiß, Grün: Nur wenige Flugstunden weg vom Herbst und Winter Sonne und Meer erleben, mit Wellness, Genuss-Mountainbiken oder mit Lanzarotes heißen Attraktionen

Text und Fotos: Katharina Büttel

 

 

Wasser. Es rinnt. Es gluckst und plätschert. Wasser rauscht, es ist still, kann donnernd laut sein, es erzählt Geschichten vom Beginn des Lebens, murmelt weise von alten Zeiten. Die Kräfte des Meerwassers sollen sich wie ein Jungbrunnen auf Körper und Seele auswirken! Das haben schon die alten Römer gewusst, auch die Griechen Hippokrates und Euripides waren voll des Lobes für die gesunde Power aus Neptuns Reich. Es lässt uns innehalten, Ruhe finden, neue Kraft schöpfen.

Eigentlich würde es ja zum Wohlfühlen schon ausreichen, sich am Hotelstrand des Hesperia Lanzarote nahe des Sporthafens Puerto Calero im Süden der Insel im warmen Sand zu räkeln und hinauszuschauen aufs Meer, das tiefblau unterm Azur des Himmels in der Sonne glitzert. Eine weiche Brise bläst dazu den Duft von Rosen und Rosmarin herüber: Der Koch schneidet frische Kräuter fürs Abendessen.

Bis dahin ist noch Zeit für das Spa-Zentrum. Sonnenlicht flutet durch die Fenster. Schon schäumt und sprudelt der Whirlpool. Fontänen und Unterwasserdüsen bringen das Meerwasser in Bewegung. Das ist wohlig warm und weich beim Eintauchen. Das Salzwasser nimmt einem die Erdenschwere ab, nur rund ein Siebtel des Eigengewichts hat man jetzt. Bald stellt sich ein fantastischer Wohlfühleffekt ein. „Das sind die Endorphine, die der Organismus jetzt vermehrt ausschüttet", sagt der Kopf. Die ‚Ganzkörperpolitur' gibt den Problemzonen so richtig Saures und stimuliert den Blutkreislauf nachhaltig. Unter den knetenden, kreisenden und klopfenden Berührungen der perfekten Therapeuten entspannen sich Muskeln und Gelenke spürbar. Da geht auch der letzte Alltagsstress baden.

 

Wie von selbst treibt es die fit gemachten Besucher ins Inselinnere und hinauf in die Feuerberge. Dankbar registrieren Inselneulinge schon auf dem Flughafen von Arrecife die schneeweißen und niedrig gehaltenen Häuser und Hotelanlagen im tiefen Schwarz der Lava, die die Vulkanausbrüche von 1730 und 1736 über die Insel ergossen haben. Wirkungsvoller könnte die Landschaft kaum zur Geltung kommen. Unübersehbar jedoch sind auch seelenlose Ferienorte wie Puerto del Carmen, jene an der Costa Teguise oder Playa Blanca an der südlichen Küste – all das in einer wegen ihrer Trockenheit besonders sensiblen Landschaft. Man registriert das Bemühen der Verantwortlichen, einen Weg zu finden, von den Touristen zu profitieren - denn man lebe von ihnen - aber ohne dass man allzu viel von ihnen sieht. Das ist ganz im Sinne des vor fast zwanzig Jahren tödlich verunglückten Lanzarotino César Manrique. Der Künstler, Architekt und Landschaftsgestalter und Lanzarote gehören noch heute zusammen, beide exzentrisch-exotisch und von unverwechselbarer Ausstrahlung.

 

Charakteristisches Bild trotz Gäste-Zuwachs

Auf allen Stationen einer Inseltour spüren Besucher seine damals geschickt arrangierenden und lenkenden Hände. In diesem Manne steckte ein voller Ideen brodelnder Vulkan; gleichzeitig aber war er Zeit seines Lebens mahnender Umweltschützer und sorgte mit all seiner Kraft dafür, dass Lanzarotes charakteristisches Äußere trotz der zunehmenden Gästezahlen erhalten bleiben möge. Er kannte jedes Fleckchen auf dem 795 Quadratkilometer großen spanischen Eiland mit mehr als 300 Vulkankegeln. Sein erstes eigenes Haus, Taro de Tahíche, hat er über fünf Lavablasen errichtet, die er alle in seine Raumeinteilung miteinbezog – stilvoll und geschmackvoll. Noch spektakulärer hat Manrique die Architektur des berühmten LagOmar geplant und vom Künstler Jesús Soto ausführen lassen: einen direkt ins Lavagestein, auf und in sichtbar gelassene Felsen mit weißem Zement komponierten Zimmerkomplex. Zusammen mit der üppigen Vegetation eine gelungene Symphonie aus Braun, Weiß und Grün. In dieses Haus verliebte sich der Schauspieler Omar Sharif, kaufte es aus einer Laune heraus; verspielte es jedoch noch am selben Tag beim Bridgespiel mit dem vormaligen Besitzer.

 

Siesta in den Strandorten – ein altes Ritual

Auf Lanzarote wird die Landschaft bis heute nicht verschandelt, vielmehr bekommt die Insel durch den schwarz-weißen Wechsel von Lava und den inseltypischen zweistöckigen, weiß gekälkten Hauswürfeln mit den grünen Türen und Fenstern einen ganz eigenen reizvollen Charakter. Sie liegen wie verlassen in der Nachmittagssonne – Siesta. Träge und lässig plätschert das Leben auf den Promenaden von Playa Papagayo oder Playa Blanca. Müßiggänger schlürfen Cocktails oder Cortado in den Strandcafés, Spaziergänger schauen den Möwen hinterher oder den Mädchen. Abends geht das Spiel weiter. Beim Kartenspiel am Hafenkiosk messen sich die Männer, die Temperamente, die sozialen Schichten. Es wird gefochten, hart mit Worten, Gesten und Blicken. Pünktlich zum Abendessen springen die „alten Jungs" auf, stellen die „Tropical"- und „Dorada"-Bierflaschen zur Seite und ziehen sich unter leisem „hasta luego" zurück. Ein Ritual, das sich für Gäste Abend für Abend wiederholt. So war es, so wird es immer sein.

 

Lanzarote ist eine der ältesten der Vulkaninseln des Kanarischen Archipels und keine liegt näher an der afrikanischen Küste. Was sagt sie touristisch aus? Aussteiger- und Künstlerparadies war vor 25 Jahren einmal, zur Rentneroase taugt sie nicht wirklich; Weinbau klingt verlockend – der aber hat seine Zukunft sicher noch vor sich. Obwohl: die erst 2007 eingeweihte Bodega Stratvs in der Obispo-Schlucht schon vielversprechende Weine aus handverlesenen Trauben hervorbringt. Der beachtete, elegante Weißwein Diego und der Tinto Crianza mit Aromen von Wildbeeren, Flieder, Kaffee und frischer Vanille harmonieren perfekt mit dem würzigen Käse der Finca de Uga.

Ob mit Kamel, Jeep oder einem Reisebus – die Montanas del Fuego, die Feuerberge, sind ohne Frage ein „Muss" für jeden Lanzarote-Besucher. Einfach überwältigend diese bizarr aufgeworfene Lavaasche, mal eisenhaltig rot, mal grün, mal lila gefärbt. Weltentrückt und ein wenig morbid erscheint das Landschaftsbild.

Versteht sich, dass sich auch César Manrique diese gewaltige Kulisse schöpferisch nicht entgehen ließ: Im Kraternationalpark Timanfaya ist Islote de Hilario eine beliebte Raststätte. Das rundverglaste Restaurant, das sich in seiner Farbe ideal den dunklen Lavaformationen anpasst, gewährt einen grandiosen Ausblick auf die erstarrte Vulkanlandschaft. In nur zehn Zentimeter unter dem Boden sollen schon an die 140 Grad herrschen. Da kann man doch gleich wundervolle Steaks grillen, war Manriques geniale Idee.

Überhaupt versuchte Manrique immer, möglichst wenig an den natürlichen Gegebenheiten zu ändern, er bezog sie vielmehr in seine Werke gekonnt mit ein. Beste Beispiele sind hierfür die touristischen Attraktionen im Nordosten der Insel: die Cueva de los Verdes und Jameos del Agua.

 

„Höhle der Grünen" mit leiser Musik

Die „Höhle der Grünen" gilt als größte Lavahöhle Europas, Ergebnis eines Vulkanausbruchs des Volcán de la Corona vor drei- bis fünftausend Jahren. Den über sechs Kilometer langen Vulkantunnel gestaltete der Meister mit allerlei Lichteffekten und eindrucksvoller Background-Musik zu einem mystischen Ort. Ein besonderer Ort sicher auch Jameos del Agua, eine natürliche Vulkangrotte mit einem Lagunensee, die Manrique geschickt zu einem Nachtclub und Konzertsaal umfunktionierte – ohne kitschig zu wirken. Wer mit offenen Augen Ferien auf dieser Feuerinsel macht, entdeckt sicher noch viel mehr von „Meisterhand".

Seinen Stempel hat der Künstler Manrique der ganzen Insel aufgedrückt, sie zum Museum seiner Ideen gemacht. Erst im stillen Dorf Haría im Norden Lanzarotes, im „Tal der tausend Palmen", verliert sich seine Spur. Dort hat er sich seinen letzten Rückzugsort geschaffen ohne Touristen; kein Schild weist den Weg zu seinem Haus. Die lockt eh lieber der bekannte Sonntagsmarkt von Teguise, wo sie durch die schmalen Gassen mit Kopfsteinpflaster schlendern auf der Suche nach speziellen lokalen Produkten. Ganz nebenbei bestaunen sie alte Paläste und Klöster mit Innenhöfen – und hören bei einer Siesta auf den schattigen Plätzen den Melodien der Wasserfontänen zu... 

 

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Service:

Anreise: Mit einem Preiswert-Ticket von Air Berlin direkt nach Arrecife; Buchung: 01805/737 800; email: serviceteam@airberlin.com; Transfer Flughafen-Hotel ca. 20 Minuten

Reisezeit: Von Juli bis September um die 30 Grad heiß. Im Winter ist es mit durchschnittlich mehr als 20 Grad frühlingshaft warm.

Unterkunft: Es gibt auf der Insel Häuser aller Kategorien. Luxus zu bezahlbaren Preisen bietet z.B. das 5-Sterne-Hotel Hesperia Lanzarote für Familien und Individualreisende. Mit Gourmet-Restaurant, exklusivem Spa, Fitnesscenter, Sportclub, Tennisplätzen u.v.m. 18-Loch-Golfplatz nur 5 Minuten vom Hotel entfernt. – DZ inkl. Halbpension ab 53 Euro/Pers.; Buchung: www.nh-resorts.com; email: hotel@hesperia-lanzarote.com; www.nh-resorts.com; www.hesperia-lanzarote.com

Ausflüge/Aktivitäten:

LagOmar in Nazaret, www.lag-o-mar.com; - Cueva de los Verdes – Näheres unter www.centroturisticos.com;

Segeln, Kayak, Unterwassersafaris, Reiten u.a.; Radtouren/-verleih: Bike Station, Costa Teguise, pro Tag 14 Euro; email: info@tommys-bikes.com; www.tommys-bikes.com;

Kunst, Gallerien und Museen: Infos unter www.centrosturisticos.com; weltgrößter Kaktusgarten; Timple-Museum informiert über das „wohlklingende Kamelchen". Das berühmteste Musikinstrument der Insel ist eine kleine Gitarre mit Höcker, die in der hiesigen Volkmusik nicht fehlen darf. Regelmäßig finden Folklore-Konzerte statt. www.turismolanzarote.com

Bodegas Stratvs: In Yaiza in der La Geria-Landschaft auf 2.500 qm gelegen, bietet die Kellerei – gestaltet mit Materialien wie Vulkanstein, Eisen und Holz der Umgebung - Weinproben, Führungen und einen Verkaufsshop im alten Bauernhof. Email: bodega@stratvs.com

Veranstalter: Viele der großen Veranstalter wie FTI/München, Airtours, Dertour haben pauschal oder individuell Reisen auf die Kanarischen Inseln in ihren Katalogen.

Reiseführer: Polyglott on tour „Kanarische Inseln" mit gutem Kartenmaterial für 9,95 Euro u.a.

Auskunft: Spanisches Fremdenverkehrsamt, Kurfürstendamm 63, 1007 Berlin, Tel.: 030/882 65 43; email: berlin@tourspain.es; www.tourspain.es; Prospekte unter Tel.: 06123/991 4



 

Pauken unter Platanen

Palma de Mallorca ist für Spanisch-Schüler noch ein Geheimtipp

Text und Fotos: Bettina Louise Haase

 

 

„Im November 1838 erreichten wir Palma", schrieb George Sand in ihrem Buch „Winter auf Mallorca". „Es war uns ein großes Vergnügen (...). Zu diesem Vergnügen kam die Freude hinzu, eine charakteristische Stadt mit vielen Monumenten ersten Ranges an Schönheit und Seltenheit kennen zu lernen."

 

Wer wie George Sand Interesse an schöner Architektur und alten Monumenten hat, kommt an Palma de Mallorca nicht vorbei. Die Stadt mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen Spaniens bietet jenseits von Ballermann und Magaluf gerade Kultur interessierten Reisenden ein anspruchsvolles Programm. Im Sommer werden vor der Kulisse der Kathedrale La Seu wöchentlich Jazzkonzerte und Musikveranstaltungen mit bekannten Interpreten gratis oder sehr günstig organisiert. Ein oft angeschlossenes Eisbüffet gibt es als Schmankerl noch dazu.

Um wirklich in die Kultur der Hauptstadt der Balearen einzutauchen, hilft es, die Landessprache zu sprechen. Die Kombination „Palma und Spanisch-Sprachkurs" ist bisher fast unbekannt. Doch zwei Sprachschulen im Zentrum haben sich für ihre Schüler ein anspruchsvolles Programm einfallen lassen. Die Sprachschulen lassen sich bequem bei einem Spaziergang durch die Altstadt Palmas ausfindig machen.

Beginnen könnte man damit morgens in der Bar Bosch am Passeig des Born bei einem kleinen Schwarzen. Wer hier sitzt, erlebt das besondere Flair Palmas: Es ist die gemütliche Gleichgültigkeit der Bewohner. Ältere, gepflegte Herren, gekleidet im Stil der Grand Segnieurs mit Halstuch - versteht sich - und tadelloser weißer Bundfaltenhose, haben noch Zeit, ein paar Worte mit dem Nachbarn zu wechseln, ein Bocadillo con Ceso (Käsebrötchen) zu essen oder einfach nur die Tageszeitung zu lesen. Damen, die Einkaufswagen passend zum Hemdblusenkleid hinter sich herziehen, begrüßen sich freundlich und erzählen sich, welche Tochter gerade wen heiratet. Und natürlich sind es die Platanen, das Licht des Südens, die Gebäude im ausschweifenden Stil des Architekten Gaudi, die den Charme Palmas ausmachen. Bestes Beispiel ist die Eingangstür der Bäckerei „Forn des Teatre" an der Plaza Weyler, nur ein paar Hundert Meter von der Bar Bosch entfernt: Jugendstilarabesken verbinden sich mit Blüten zu einem schwungvollen Türrahmen. Wer Süßes mag, sollte hier eine Ensaimada probieren. Dieses schneckenartige Hefegebäck ersetzt auf Mallorca traditionell das Frühstücksbrot. Gefüllt gibt es die Ensaimada auch mit Vanillecrème und Kürbismarmelade - und im Forn des Teatre sogar zu moderatem Preis.

Gar nicht weit von dieser Bäckerei befindet sich in einer Seitenstraße der Flaniermeile „La Rambla" die Sprachschule „Dialog". Zwei Wochen Sprachkurs à vier Stunden täglich kosten hier 395 Euro. Das große Plus der Schule ist die Buchhandlung mit Café im ersten Stock. Schüler und Lesefans stärken sich hier bei einem Café con leche (Milchkaffee) - und fühlen sich wie im zweiten Wohnzimmer. Die Klassenräume liegen im Erdgeschoss, das Café und der Buchladen im ersten Stock. Als besonderen Service organisiert Diaolog-Chefin Elena spanische Muttersprachler für ihre Schüler, die dann auch außerhalb des Unterrichts Spanisch sprechen können.
Dialog, Carme, 14 (Rambla), Tel: 0034/971719994, www.dialog-palma.com, Kurspreis: 395 Euro für zwei Wochen. Wohnungsvermittlung auf Anfrage.

 

Von der Plaza Weyler aus führen enge Gassen bis ins Zentrum der Altstadt. Hier liegen Palmas älteste Plätze, wie die Plaza Eulalia, die das Herz eines jeden Müßiggängers höher schlagen lässt. Auch die Plaza del Cort ist nicht weit entfernt.
Gleich um die Ecke liegt die Sprachschule „Die Akademie", nur einen Katzensprung von der Plaza Eulàlia mit der gotischen Kirche Santa Eulàlia. Hier wird in einem alten Palast Spanisch auch nach der Superlearning Methode unterrichtet.
Die Akademie, Calle Morey 8, Tel/Fax: +34/971/718290,
Mail: info@dieakademie.com; vier Stunden Sprachkurs täglich kosten hier pro Woche 195 Euro. Die Schule vermittelt Unterkünfte in schuleigenen Appartements.

 

Das Schönste an dieser Schule sind die Pausen: Dann kann man sich in einer der Bars auf der Plaza Eulalia oder der Plaza del Cort erfrischen. Ein Abstecher in die Kirche Santa Eulalia ist Pflicht. Die Grundsteinlegung des Bauwerks geht auf das Jahr 1236 zurück. Sie gehört, wie einige Monumente in der Innenstadt, zu den frühen Werken der nacharabischen Zeit. Das Innere der dreischiffigen Kirche mit dem großen Barockaltar ist extrem düster. Doch wer sich an die Dunkelheit gewöhnt hat, findet sich von einem geradezu überirdischen Licht umfangen, das durch die alten Glasfenster dringt.

 

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SERVICE

 

Informationen zu Palma gibt auch das Spanische Fremdenverkehrsamt unter www.spain.info/de.


Hotel: Iberostar Royal Cupido, Calle Marbella, 32, 07610 Playa de Palma,

Tel.: +34 971 26 43 00, Fax: +34 971 26 55 10,

E-mail: royal.cupido@iberostar.com,

Doppelzimmer ab 72 Euro. Das Hotel ist neu renoviert und hat einen kleinen Spa-Bereich.


Flug: zum Beispiel mit Condor von München nach Palma de Mallorca, One-Way ab 59 Euro, www.condor.de


Reiseveranstalter: Bei Thomas Cook kann man ganz in der Nähe von Palma de Mallorca sehr gut wohnen. Der Reiseveranstalter hat verschiedene Hotels mit Flug zur Auswahl, die nicht weit von der schönen Altstadt Palmas entfernt sind. Unbedingt empfehlenswert ist das 5-Sterne-Hotel Hilton Sa Torre, das malerisch in einem Olivenbaumhain liegt. Weitere Informationen unter www.thomascook.de.

 

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Der ITER Technology Park Granadilla/ Foto: ITER

Ferien im ersten bioklimatischen Dorf auf Teneriffa
Sonne und Wind gibt es genug

Text und Fotos: Heidrun Lange

 

 

 

Im Süden Teneriffas weht fast immer ein Wind. Sonne und milde Temperaturen, mit einem Durchschnitt von 23 Grad und die Passatwinde sorgen dafür, dass auf der Insel meist Frühling herrscht. Deshalb eignet sich dieser Küstenabschnitt perfekt als Standort, um den natürlichen Luftstrom einzufangen und in nutzbare Energie umzuwandeln.

 

           340 Sonnentage im Jahr bieten sich geradezu an, Photovoltaik -und Solartechnik zu erforschen und zu nutzen. Der ITER Technology Park Granadilla setzt diese ökologischen Grundsätze um. Denn Wind, Sonne und eine kluge Architektur waren notwendig, um mitten in einer zerklüfteten Vulkanlandschaft auf der spanischen Ferieninsel Teneriffa das erste komplett CO²- emissionsfreie Dorf der Welt zu erbauen.
Jetzt kommen die ersten Besucher ins Dorf Granadilla, an den Fuß des Vulkans Teide. Die 25 unterschiedlichen Appartement-Häuser mit direktem Zugang zum Meer, alle Ergebnis eines weltweiten Architektenwettbewerbs, können begutachtet werden.

 

Auf Seitenstraßen drehen sich riesige Windräder, im Vorgarten der Häuser plätschert das Wasser aus der Meerwasserentsalzungsanlage und auf dem Dach liegen Photovoltaik-Elemente. Diese fangen die Sonnenstrahlen auf und wandeln sie in Strom um, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Der kommt aus der Steckdose zurück. Mit einem Unterschied: Es ist der Strom, den die Sonne und der Wind im Vorgarten erzeugen. Eine Entsalzungsanlage und eine Abwasser-Aufbereitungsanlage versorgen das Dorf mit dem nötigen Wasser. Für die Warmwasserbereitung werden Solaranlagen eingesetzt.


„Erneuerbare Energien sind sauber. Es sind Energien des Friedens, die es in jedem Land gibt. Niemand wird Kriege führen, um die Sonne wegzunehmen. Und sie sind unendlich." sagt Inselpräsident Ricardo Melchior, geistiger Vater des Projektes, der in Deutschland ein technisches Ingenieurstudium absolviert hat. Er lädt zum Rundgang durch das Dorf ein.
Manche Häuser ragen nur kurz aus der Erdoberfläche, die Dächer sind mit Gras bewachsen. „Für die Häuser wurden Materialien mit hoher Wärmespeicherkapazität wie Ton und Stein verwendet. Diese bieten einen guten Temperaturspeicher, der tagsüber kühlt und Wärme aufnimmt und sie nachts wieder abstrahlt. Besonders effektiv für die Kanaren, wo es ausreichend ist, nur nachts die Räume zu erwärmen. Eine gut geplante Durchlüftung sorgt für angenehmes Raumklima", erklärt Melchior.

 

Andere Häuser stehen auf einem Hügel. Alle sind nach Süden ausgerichtet, so dass auch im Winter ausreichend Sonnenenergie aufgenommen werden kann. Während des Rundgangs bleibt der Inselpräsident vor dem Haus „La Geria" stehen und erklärt, dass der spanische Architekt hier von der traditionellen Art des Weinanbaus auf Lanzarote profitiert habe. Eine halbrunde Wand aus Vulkansteinen schützt das Gebäude vor den herrschenden Winden, so wie in Lanzarote die Früchte vor den starken Böen. Zwischen dem Fundament und dem Boden des Hauses befindet sich eine Luftkammer. Diese bietet eine natürliche Isolation und kühlt die einströmende Luft, die wiederum durch Lüftungsschlitze in das Hausinnere gelangt. Ähnlich ist die Konstruktion des Hauses „El Caminito". Auch hier schützt die Mauer vor dem Wind. Gleichzeitig wird sie als natürliche Klimaanlage genutzt. Durch eine Zirkulation außerhalb des Hauses dringt die Luft in unterschiedliche Öffnungen in der Nord und Südfassade ein. Somit wird eine stabile Temperatur im Inneren des Hauses erreicht. Für den Sonnenschutz in den Häusern werden je nach Bauweise und Position unterschiedliche Rollläden, Markisen, Jalousien oder Vorhänge verwendet. Tagsüber reduziert ein geeignetes Lüftungs-Design die Temperatur. Natürlich vorkommende Luftdruck- und Temperaturunterschiede lassen frische Luft durch die Räume strömen. Ein kleiner Bach, der sich durch das Hausinnere schlängelt, sorgt für angenehme Luftfeuchtigkeit. So hat man im Sommer ohne Klimaanlage 20 bis 23 Grad in den Räumen. Und das im Süden Teneriffas, wo tagsüber die Quecksilbersäule 40 Grad erreicht.

 

Im Technologiepark von ITER sind drei Windparks installiert, die im Moment 6 Prozent des Strombedarfes für die Kanaren erzeugen. Ziel der nächsten drei Jahre ist es, diesen Anteil auf 15 Prozent zu steigern. Alle drei Windparks zusammen liefern jährlich 36.764 Megawatt-Stunden. Um diese Leistung zu erbringen, wären 3.169 Tonnen Öl nötig. An Schadstoffen werden so 29.411 t Kohlendioxid, 198,5 t Schwefelsäure , 73,5 t Stickstoffdioxid und 4,4 t Kohlenmonoxid vermieden.
Die Haushaltsgeräte orientieren sich am Umweltzeichen der Europäischen Union. Statt herkömmlicher Glühbirnen werden Energiesparlampen und LED-Leuchten verwendet. Bewegungsmelder schalten unnötige Beleuchtung aus. Im Dorf wird von Anfang an auf Mülltrennung Wert gelegt. Glas, organische Stoffe, Plastik und Papier werden getrennt entsorgt. Um das Lagervolumen der Abfälle zu minimieren wird vor der Entsorgung der Müll zusätzlich gepresst. „Damit können wir die Abfälle reduzieren, wieder verwenden und recyceln", Melchior ist stolz, dass die Müllentsorgung gleich von Anfang an funktionieren wird. Denn die Kanaren setzen erst seit einigen Jahren auf diesen Schwerpunkt.

 

Nachdem ITER, das spanische Spitzeninstitut für Zukunftstechnologien, etwa 10 Millionen Euro in das Projekt investiert hat, wird jetzt geprüft, ob die Häuser den Erwartungen entsprechen. Architekten, Wissenschaftler, alle interessierten umweltbewussten Besucher können Probewohnen und Daten sammeln. Sensoren kontrollieren Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung. Die Ergebnisse werden zentral registriert und verarbeitet. Ziel ist es herauszufinden, ob die angestrebten Vorzüge des Wohnklimas realisiert werden, was allerdings erst nach längeren Studien beurteilt werden kann. Der Übernachtungspreis wird ungefähr 200 Euro sein, sagt Miriam Illiarte von ITER. Wer das ökologische Ambiente testen möchte oder sich nur einen allgemeinen Überblick über das Dorf verschaffen möchte, kann dieses Projekt nach Absprache und Anmeldung besichtigen.
Die 25 Häuser auf Teneriffa sind jedenfalls ein Anfang für die Zukunft. Das Dorf kann beispielgebend für die Nachbarländer sein. „Es sind arme Länder, die einfache Technologien benötigen, zum Beispiel um das Meerwasser zu entsalzen", sagt der Inselpräsident. Sein nächstes Ziel: Die ganze Insel soll klimaneutral werden!

 

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SERVICE

 

Für Gruppen von ca. 20 Personen werden Führungen auf Deutsch angeboten. Anfragen bitte an: bioclimatismo@iter.es

 

Informationen:
Spanisches Fremdenverkehrsamt
Myliusstraße 14
60323 Frankfurt
Tel.: (069) 7250-33 /-38
E-Mail: frankfurt@tourspain.es

Fremdenverkehrsamt Teneriffa:
E-38005 Santa Cruz de Tenerife
Tel.: +34 922 239 592
e-mail: lale@cabtfe.es
Internet: www.webtenerife.de

 

ITER
Pol. Ind. de Granadilla, s/n
38600 - Granadilla de Abona
Santa Cruz de Tenerife
Tel.: +34 922 391 000
Fax: +34 922 391 001
Internet: www.iter.es
e-mail: iter@iter.es


Der Park ist für Besucher geöffnet. Man kann entweder auf eigene Faust das Terrain erkunden oder sich für eine geführte Tour anmelden. Die Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr, geführte Touren finden um 10, 12, 14.30 und 16 Uhr statt (Änderungen vorbehalten)

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