Bulgarien

 

Hochzeitstanz mit Oma Ratka

An Bulgariens Schwarzmeerküste gibt’s neben Party viel Natur Brauchtum

 

          Marcel Ruppert ist mit Freundin Katja auf Abfeier-Tour an Bulgariens Sonnenstrand unterwegs. Begleitet von Freunden aus Wuppertal, sind sie aufs Feiern aus, sind jeden Abend auf der Piste. Schon seit Jahren machen Bulgariens Strände an der Schwarzmeerküste dem Ballermann auf Mallorca Konkurrenz. Hoteliers und Gastronomen eifern dem mallorquinischen Stimmungsvorbild nach und haben sich mit entsprechenden Angeboten auf Partylöwen, Nachtschwärmer und Abifeiern eingestellt. Natürlich: Alles inklusive.

Auf der vier Kilometer langen Spaßmeile, eine halbe Transferstunde vom Airport Varna entfernt, wimmelt es von Kneipen, trendigen Bars, Discos und Nightclubs. Es kann mitunter sehr laut werden. Der Konsum von Alkoholischem läßt hier und da die Nacht zum Tag werden, Ruhesuchende sind hier schon mal fehl am Platze. „Das aber sind nicht die Reize, die Bulgarien ausmachen“, weiß Andre Buschowski, Chefreiseleiter des Anbieters Alltours aus Duisburg. Auch Kultur, Folklore und Abenteuerausflüge per Jeep, auf dem Pferderücken oder mit dem Kleinboot auf dem Kamtschia Fluss seien bei Jungen und Junggebliebenen gefragt. Obwohl die Zahl deutscher Urlauber im vergangenen Sommer um knapp 8 Prozent zurückging, vermeldet der Veranstalter byebye für Bulgariens Strände eine überraschend starke Nachfrage. Die Alltourstochter hat seine Buchungszahlen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt und insgesamt 76 weitere Hotels rund um Varna und Burgas und Albena in ihr Programm aufgenommen.

Für diejenigen, die Ruhe suchen, und vor allem für junge Familien wurde zudem das Angebot in Kranevo, Obzor und Sozopol aufgestockt. Marin Neshkov vom Tourismusverband Varna ist sich sicher, daß sich alle Zielgruppen in Bulgarien gut aufgehoben fühlen können. Sei es, daß sie von den immer noch sehr günstigen Nebenkosten und AI-Angeboten der Hotels oder vom kulturellen Facettenreichtum des Landes profitierten. Auf Letzteres setze ein Großteil der Bulgarienanbieter mit einem Bündel von „Erlebnisprogrammen“, bestätigt Evgenia Tancheva, seit vielen Jahren Mitarbeiterin der Incomingagentur Suntours. Zu entdecken gibt es dabei unter anderem die Altstadt der Felsenhalbinsel Nessabar mit Zeugen mittelalterlicher Baukunst, prächtigen Kirchen aus byzatinischer Zeit und mystischen Spuren orthodoxischer Glaubensbrüder. Die Auswahl ist groß: Ob Städtetripps nach Istanbul, Sozopol, Mamaia und Konstanza oder Picknick auf einer Segelyacht, eine Piratenfahrte entlang der Schwarzmeerküste bis zur Mündung ins Schwarze Meer, oder eine Einkehr bei Oma Ratka in dem kleinen Ort Solnik. Hier hat sich Oma Ratka zwischenzeitlich zu einer touristischen Attraktion gemausert. In ihrem urigen Landhaus, umrahmt von blühenden Gärten und einem gepflegten Innenhof, empfängt die 76jährige Brauchtumspflegerin Besucher zu landestypischem Speis & Trank. Dazu präsentiert die vor Lebensfreude sprühende Seniorin einen Strauß altüberlieferter Tänze, Folklore und farbenreiche Trachtenvielfalt. Als Komparsen und Darsteller unterstützt ein großer Nachbarn- und Freundeskreis das bunte Spektakel. Positiver Effekt: Weil alle helfen, kommen die Einnahmen der zahlenden Gäste der gesamten Dorfgemeinschaft zugute.

 

Quelle: pressepool Redaktionsbüro für Touristik, Günter von Saint-George

 

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