Genussvolles Sulmtal- Sausal

 

Text u. Fotos: Heidrun Lange/ Heinz-Peter Lange

 

Die  Südsteiermark ist eine hübsche Gegend, die Bezeichnung "Steirische Toskana" ist gar nicht so weit hergeholt. Sanftes Hügelland, verschlafene Dörfer mit niedrigen Häuschen, gebettet in Wiesen voller Obstbäume und frei laufender Hühner. Ländliche Idylle pur. Und mittendrin in dieser Bilderbuchwelt, in der Nähe von Graz, liegt Kitzeck, der höchstgelegene Weinort Österreichs.

Gerade mal die Fläche eines Fußballfeldes hat jeder der rund 4500 Weinbauern im Schnitt zur Verfügung. Dennoch kommen viele Gäste wegen der guten Tropfen.  Es gibt gute Köche, die ihre Künste gern mit Geniessern aus der ganze Welt teilen. Wir stellen einige kreative Leute vor, die Genuss auf ihre ganz eigene Art und Weise leben und zeigen.

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Die königliche Leibspeise

 

Gertrude Strohmaier und einige Bauern aus dem südsteirischen Weinland gingen gemeinsam mit der Sulmtaler Vermarktungs-GmbH einen ungewöhnlichen Weg. Bloß gut, denn sonst würde das Sulmtaler Huhn, einst den gekrönten Häuptern serviert, weiter vergessen sein. Es erlebt jetzt eine Renaissance. Mitten in der Südsteiermark schlossen sie sich zusammen und züchten seit einigen Jahren das Edelhuhn.

Bevor sie in den Stall tritt, wird höflich angeklopft, um das Federvieh nicht zu erschrecken.  „Nun kommt meine Buam“, ruft Gertrude Strohmaier und stellt ihre Sulmaler Hühner vor. Und die folgen ihr tatsächlich. Sulmtaler Hahn, Kapaun und Henne genießen ihr feines Leben am Hof von Strohmaiers beinahe sechs Mal so lang wie andere Hühner, nämlich ganze 28 bis 31 Wochen.

 

Familie Strohmaier
Fantsch 17, A-8444 St. Andrä im Sausal
Telefon: +43 (0)664 4314686

 

weitere Informationen: www.sulmtaler.at

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Weinhof Kappel

 

Direkt unter der Terasse des Weinhotels liegt einer der Weinberge der Familie Kappel. Von den fünf Hektar Rebfläche kommen hervorragende Weißweine und Rotweine, Sekt und Traubensaft. Und das an diesem Ort in der zweiten Generation. „Es ist nach wie vor viel Handarbeit nötig“, erzählt Dietmar Kappel, Winzer, Gastronom und Hotelier in einer Person. Viel Zeit und Geduld braucht es für "Die aufgesetzte Sulmtaler Henne" aus dem Backofen. Auf Vorbestellung zaubert der Küchenchef diese längst vergessene Delikatesse auf den Teller. So wie sie anno dazumal schon geschmeckt hat, als sie am Österreichischen Kaiserhof genossen wurde. Es muss allerdings nicht immer die Henne sein. Der Kapaun zum Beispiel: Das Fleisch dieses verschnittenen Junghahns ist zart buttrig und mindestens vier Personen braucht es schon, um dieses noble Federvieh zu vertilgen.

 

Weinhof KAPPEL

Wein- & Vitalhotel
Steinriegel 25, A-8442 Kitzeck i. S.

Telefon: +43 (0)3456 2347

 

weitere Informationen: hier

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Weingut - Buschenschank WARGA-HACK

 

Weinmachen ist so manchen in die Wiege gelegt. So auch bei Rainer Hack. Dieses Familienerbe ist seine grosse Leidenschaft. Jedes Jahr begleitet der seinen Wein und  schaut, wo er hin möchte. Dank des ionischen Klimas in der Südsteiermark gibt es grosse Unterschiede in den Jahrgängen. Auf das Urgestein kommt es an. Die Weine erhalten aus genau diesem Boden, den einst das Urmeer umspülte, ihre Finesse und ihren einzigartigen Charakter.  Welche Rebsorte aus seinem Anbaugebiet das am besten wiederspiegelt?  Der Sauvignon Blanc. Da zeigt sich, die Vielfalt der Region.

Im Buschenschank gibt es  Grammelschmalz und Verhackerts (ein würziger Schmalz-Speck-Baatz), Geselchtes und kalten Braten, zarten Rohschinken und deftige Knoblauchsalami, grünlichen Kernöl- und rötlichen Paprikaaufstrich, dazu geraspelter Kren und das kusprige Hausbrot. Und den Riesling einfach vom eigenen Weingut.

 

Weingut - Buschenschank WARGA-HACK (zertifizierter Bio-Betrieb),

Gauitsch 20, A-8442 Kitzeck i. S.

T: +43 (0)3456 2282

 

weitere Informationen: hier

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Weingartenhotel Harkamp

 

Die wunderschöne Lage des Anwesens war der Hauptgrund für Heinz Harkamp, den elterlichen Gasthof auszubauen und das Weingartenhotel zu gründen. Ein Familienunternehmen ist es geblieben mit vielen Ideen.

Seit einigen Jahren gibt es Hochzeiten am höchsten Platz am Flamberg inmitten der Weinreben. „Es gibt wohl keinen schöneren Ort in der Südsteiermark um einer Hochzeitszeremonie das gewisse Etwas zu verleihen und unvergesslich zu machen“, sagt Heinz Hartkamp. Das kann man auch auf dem Teller schmecken. In der Küche werden regionale Produkte gekonnt mit Tradition, ambitionierter Neugier und einem Händchen für filigrane Aromen verbunden.

Sein Bruder Hans Harkamp sorgt sich um den Anbau des Sauvignon blanc, Muskateller und alle Sorten Burgunder, die rings um das Hotel auf den Weinbergen gedeihen.

 

Weingartenhotel Harkamp

Flamberg 46, 8505 St. Nikolai i. S.
Tel.: +43 (0)3185 2280
Email: office@weingartenhotel.at

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Kochen mit Lavendel

 

Wer Lavendel auf der südsteirischen Weinstrasse finden möchte, sollte einfach seiner Nase folgen. Sie trägt einen direkt in das Haus von Theresia Heigl-Tötsch. Mit Blick auf die Weinberge brennt, braut und mixt sie Geschmacksschätze, Lavendelsirup und Lavendel-Most-Gelee bis zu Lavendelessig, Lavendelhonig oder Lavendelsalz. Sie probiert viel Neues aus. Die  sonnenverwöhnte Pflanze auf dem Feld, gedeiht auch hier oben mit viel Zeit und Fingerspitzengefühl gut. Und weil man in der Gegend fürs Genießen und für Neues immer offen ist, haben sich einige kleine, feine Restaurants daran gemacht, den hübschen Strauch mit dem markanten Duft auch für die Küche zu nutzen.

 

Lavendelfest/ Fête de Lavande

"Schauen, Riechen, Schmecken, Genießen"

findet vom 19.06  bis 21.06.2015 auf dem Hof statt

 

Lavendelhof Wunsum

Frau Thereisa Heigl-Tötsch, Greith 17, A-8442 Kitzeck i.S.
Telefon: +43 (0)664 8128836,

E-Mail: office@wunsum.com

Internet: www.wunsum.com 

 

 

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Ölmühle Hartlieb

 

Hätte die Steiermark nicht das Kürbiskernöl, dann würde dort etwas fehlen. In der vierten Generation lebt Thomas Hartlieb in Heimschuh die Familiengeschichte. Einst war es die Sägemühle an der Sulm, jetzt ist dort eine hochwertige und naturreine Ölproduktion. So verbindet er die schonende Ölgewinnung mit Produkten aus der Region. Neben dem “Kernöl” produziert er in seiner Ölmühle 19 unverfälschte, reinsortige Öle, so auch Sesamöl und Öl aus dem weichen Kern der Marille mit kräftigem Marzipan-Armaretto-Aroma. Besucher haben die Möglichkeit, die Kunst der Ölproduktion live mitzuerleben, das historische Museum zu besichtigen und anschließend im Gourmetladen zu gustieren. Es gibt köstliche steirische Schmankerl, feinste Öle und Knabberkerne, die auch über den Shop auf der  Homepage bestellt werden können.

 

Ölmühle Hartlieb

Heimschuh 107, A-8451 Heimschuh, Telefon: +43 (0)3452  825 51-0,

E-Mail: t.hartlieb@meisterstrasse.at

Internet: www.hartlieb.at

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Geschäftsführerin Brigitte Weutz präsentiert ihren Whisky

Fine Whisky made in Austria?

 

 Die erlesenen Früchte der Steiermark werden nicht nur zu international bekannten Weinen sondern auch zu edlen Destillaten verarbeitet. Michael Weutz widmet sich seit 1990 dem Destillieren. Die Produktion von Single Malt steht im Mittelpunkt der Destillerie Weutz. Whisky zum Erleben, Verkosten und Genießen!  Ausgefallene Namen wie „Hot Stone“, „White Smoke“ oder „Green Panter“ verraten die Innovationsfreude des Entrepreneurs. Bei den zehn angebotenen Whiskeysorten wird vorwiegend die Gerste nach schottischem Prinzip mittels pot-still Verfahren jeweils mit zwei Brennvorgängen bearbeitet. Anschließend kommt der Whisky in die „Schatzkammer“ das Hauses und hat im Fasskeller genügend Platz und Ruhe zum Reifen.

Die Produkte sind unter www.weutz.at bestellbar.

 

Destillerie Weutz

St. Nikolai Nr. 6, A-8505 St. Nikolai im Sausal,

Telefon: +43 (0)3185/34440

E-Mail: destillerie@weutz.at

Internet: www.weutz.at

 

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Unzählige gut ausgebaute und ausgeschilderte Wanderwege führen durch die Region Sulmtal Sausal und den Naturpark Südsteirisches Weintal. Ebenso unzählig sind die vielerorts vorhandenen Buschenschänken, die zum Verweilen einladen. Die Landschaft genießen, sich auch mal "verirren", den "eigenen" Weinbauern oder die "eigene" Buschenschänke finden, den Picknick- Korb nehmen und auf einer Wiese in den Tag "träumen"...

 

mehr informationen unter  www.sulmtal-sausal.at

Silberregion Karwendel: Im Schaubergwerk Schwaz wird der Erzabbau in Tirol lebendig

Auf den Spuren des Dollars

Text und Fotos: Diana Seufert

 

Der Zug rattert ohne Unterlass durch die dunklen Gänge. Von den Wänden tropft das Wasser. Es ist eng in den schmalen Waggons, in die sich die Besucher hintereinander quetschen, um das Innere des Schwazer Silberbergwerks zu erkunden. In der Silberregion Karwendel, am Lauf des Inn im Herzen Österreichs, lässt sich so einiges entdecken.
Die konstanten zwölf Grad Celsius im Bergwerk fühlen sich bei den noch kühlen Temperaturen  draußen fast schon warm an. Eingepackt in einen silbernen Mantel und gut behütet mit einem Helm geht es für die Besucher ins Innere des Bergs. Die Fahrt mit der Grubenbahn dauert nur wenige Minuten. Für die Bergleute, die vor Jahrhunderten den Schwazer Wohlstand mit ihrer harten Arbeit sicherten, war dies wohl nicht ganz so angenehm.
Rund einen Kilometer tief haben die Hauer in mühevoller Arbeit den Stollen Falkenstein geschlagen – über Jahrzehnte hinweg. Über mehrere Kilometer verzweigt sich das Röhrennetz. Ziel war das wertvolle Eisenerz. In der Blütezeit des Bergbaus seien bis zu 12 000 Knappen beschäftigt gewesen, berichtet die Führerin stolz. Soziale Errungenschaften für die Bergleute inklusive, wie dem Acht-Stunden-Tag. Zudem war Kinderarbeit verpönt. Erst mit zwölf Jahren durften die Jungen in die Schächte einfahren.
Auch technisch mussten sich die Bergleute etwas einfallen lassen, um das einsickernde Grundwasser abzuleiten. Und einen Bach über dem Stollen leiteten sie als Antrieb für ein Wasserrad kurzerhand in der Berg und über den tiefergelegenen Eingang wieder nach draußen.
Eine Tagesreise von Schwaz entfernt, in Hall in Tirol, wurde das Gestein schließlich in der Münze weiterverarbeitet. Und dieser Haller Taler, so verrät es die Führung im Bergwerk, ist der Namensgeber für den amerikanischen Dollar und lebt somit in ihm fort.
Mitte der 1970er Jahre fuhr der letzte Grubenhunt im ehemals reichsten Silberbergwerk der Welt Erzgestein aus, dem das Haus Österreich seinen Aufstieg verdankte. Danach baute man noch für mehr als zwei Jahrzehnte Dolomit ab, bevor 1999 der Bergbaubetrieb geschlossen wurde. Als Schaubergwerk öffnet es seitdem seine Pforten und gewährt so einen Einblick die harte Arbeit der Knappen. Die mühsame Tätigkeit unter Tage wird vor allem für Kinder lebendig erklärt und mit Schautafeln und visuellen Effekten verdeutlicht.
Draußen empfängt leichter Regen die  Besucher. Während im Winter in der Silberregion Karwendel  für eine zünftige Skitour  rund 15 Pistenkilometer zwischen Stans und Weerberg bereitstehen, locken im Sommer herrliche Wanderwege.  Auch das Zillertal liegt gleich  um die Ecke.

Wer sich die Lust auf die weiße Pracht auch im Sommer nicht nehmen lassen will,  macht einen Abstecher zu  Rodelbauer Bernhard Lederwasch.  Wie ein richtiger Gallzeiner Rennrodel noch in echter Handarbeit hergestellt wird, verrät er zusammen mit einer  Frau Helga den Besuchern, die in der  Manufaktur jederzeit willkommen sind.  Zwölf Lagen heimisches Holz leimt der Chef für den Unterbau zusammen, der in der Presse auf die Weiterverarbeitung wartet. Handarbeit ist auch die Herstellung der übrigen Holzteile, bis der Sitz des Schlittens schließlich mit Stoff bespannt wird. Individuelle Kreationen werden nach den Wünschen der Kunden auf den Stoff gestickt. Nicht ganz billig sind die Schlitten, bürgt Lederwasch für Qualität. Selbst bis nach Hamburg liefert der Familienbetrieb sein Produkt. Saison haben die beiden übrigens das ganze Jahr über – nicht nur im Winter.
Zum Entspannen geht’s ins Wellnesshotel „Schwarzbrunn“ mit dem offenen „Bergsee“-Schwimmbad. Das Hotel liegt übrigens direkt an der Ski- und Rodelpiste. Im Winter ist das ein besonderes Erlebnis, wenn sich die Rodler und Skifahrer den Wind um die Nase wehen lassen. Dann nämlich  können die Badegäste im Pool direkt zur Piste winken und die Sportler kräftig anfeuern. Im Sommer genießt man den herrlichen Blick auf die Silberregion Karwendel. Die ausgedehnte Wellnesslandschaft im Traditionshotel steht übrigens auch Tagesgästen offen. Besondere Entspannung verspricht die Haki-Massage. Mit rhythmischen Druck-, Streich- und Schwingbewegungen sowie mit eigens entwickelten Griffen und Techniken werden das Nerven- und Muskelsystem harmonisiert und so Ausgeglichenheit, entspannte Ruhe und Regeneration erreicht.
Wer es gemütlich und urig mag, der wandert mit Doris Tochtersmann, der engagierten Wanderführerin des Hotels „Schwarzbrunn“, vorbei an der Quelle Schwarzbrunn mit dem erfrischenden Wasser zur kleinen Waldhütte des Hotels. Der Weg führt vorbei an einem Wildgehege mit Hirschen, die sich aber nur zögerlich zeigen. Dafür empfängt die Hütte die Besucher mit viel Romantik und uriger Gemütlichkeit. Hier darf man die Seele baumeln lassen und sich auf eine typisch Tiroler Jause freuen.
Informationen gibt es unter www.silberregion-karwendel.com oder www.schwarzbrunn.at
 

 

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Schon die Beatles standen hier auf Brettern

Obertauern im Salzburger Land ist einer der umtriebigsten Skiorte Österreichs

 

Text und Fotos: Heidrun Lange

 

        In Obertauern, 1630 Meter hoch am Radstädter Tauernpass, ist Schnee bis zum Umfallen und Party bis zum Abwinken ab November bis Ende April garantiert. Hier kann man Ski fahren lernen, und das in nur drei Tagen. Das ahnten schon die Beatles. Vor 50 Jahren kamen sie im März in den kleinen Ort im Salzburger Land und drehten die Szenen im Schnee für ihren Film „Help“.

 

Um 1900 war es, als der Alpen-Übergang als „Schneeloch“ entdeckt wird. Die ersten Abenteurer kamen, schnallten sich Bretter unter die Füße. Bald unterwies die

k.-u.-k.-Armee an der Passhöhe Offiziere im Skilaufen. Die für die Sommertouristen gebauten Unterkünfte wurden auch im Winter genutzt. 1947 nahm am Seekarhaus der erste „Schlepplift“, ein Seil mit Knoten, seinen Betrieb auf. Zur Goldgrube wurde Obertauern ab den späten 60iger Jahren. Hotels schossen wie Pilze aus dem Boden und waren im Winter ausgelastet. Also wurde im Sommer neu gebaut, erweitert und modernisiert. Ein Kreislauf, der sich bis heute nicht geändert hat.

Noch immer kommen Skibegeisterte in die Region. Ob man in nur drei Tagen Ski fahren lernen kann? Wir haben es ausprobiert. Mit dem neuen Hightech-Material sei das gar nicht so schwer, verspricht der Skilehrer Bernhard der sechsköpfigen Gruppe. Den haben wir uns ausgesucht, weil er weiß, wie das geht, das mit dem Skifahren.

Mit geliehenen Skiern auf den Schultern stelzen wir zum Lift. „Erst an den Bügellift anlehnen und dann in den Sitz rutschen“, so zeigt es uns Bernhard. Beim zweiten Versuch klappt es. Dann geht es schnell nach oben.

Ein eisiger Wind treibt kleine Eiskristalle ins Gesicht. Die Aussicht ist trotz des Schneesturms herrlich. Aber gerade das macht mir Angst. Denn ich komme aus der Großstadt und stehe am steilen Hang und möchte genauso lässig und elegant wie die Leute aus Werbespots hinunterjagen. John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr standen vor 50 Jahren bestimmt genauso da wie ich, als sie ihren Film „Help“ drehten. Sie hatten ebenfalls keinen blassen Schimmer vom Skifahren, und mussten trotzdem erst mal auf die Bretter. Regisseur Richard Lester hatte sich in den Kopf gesetzt, dass die Pilzköpfe für ihren Film auch auf Schnee eine gute Figur machen sollten. Das klappte natürlich nicht. Es mussten Doubles her. Die fand er bei einer örtlichen Skischule: Gerhard Krings, Herbert Lürzer, Hans Pretscherer und der inzwischen verstorbene Franz Bogensperger waren allesamt Skilehrer, die sich in den nächsten Tagen als George, Paul, Ringo und John im halsbrecherischen Tempo die verschneiten Hänge hinunter stürzten.

„Help!“ war unbezahlbare Werbung für einen Ort, der aus dem Nichts entstanden war, erinnert sich Herbert Lürzer, einer der Double und der Begründer der Lürzer Ferien.

Bernhard steht ein paar Meter vor mir und ruft mir Mut zu: "Das passt schon!" Grund für diese Annahme ist mein zittriger Schneepflug, den ich vor zwei Tagen im Grundkurs für Anfänger absolviert hatte.

Ich stehe immer noch an diesem Hang. Meine Füße können sich einfach nicht an die fest sitzenden Skischuhe gewöhnen. Bernhard ruft: „Immer leicht in die Knie gehen.“ Ich gehe in die Knie und spüre die Spannung, in den Füßen, in den Schenkeln, im Rücken, überall. Ich glaube, dass ich die jetzt schmerzenden Muskeln vor meinem Skikurs noch nie benutzt habe.

Ich fahre los. Ganz langsam. "Toll!", ruft Bernhard. Meine Anspannung löst sich. Aber nur bis zur ersten Kurve. Gnadenlos rutscht der Außenski weg, ich kann mich nur mit Mühe aufrecht halten. Der Schmerz ist wieder da. Ich rappele mich auf und komme wieder in meine reguläre Fahrstellung. Bernhard ruft: "Super!" Diese Lüge motiviert mich, ich gleite weiter. Die nächste Kurve wartet schon. Die bekomme ich gerade noch hin, doch dann ist Schluss.

Nach ungefähr 20 Metern bin ich fix und fertig. Meinen Mitstreitern geht es so ähnlich. Bernhard gönnt mir eine Pause. Seit fünf Jahren arbeitet er als Skilehrer in Obertauern und unterrichtet alle Schwierigkeitsgrade. Wer bei ihm Einzelunterricht nimmt, bucht meist gleich eine Woche.

Ich stehe noch immer hier oben, mitten auf der Piste und überlege wie ich hier wegkomme. Die Häuser im Tal sind näher gerückt. Also weiter, mache ich mir Mut. Ich fahre ein Stück, bleibe mit Mühe stehen und fahre weiter. Bernhard wiederholt unentwegt seine Kommandos: "uuund Kurve", "Skier parallel!", "gleiten lassen".

Ich schaffe es nicht, kriege die Kurve nicht und der Schneehaufen vor mir wird immer größer, weicht einfach nicht aus. Ich rutsche direkt hinein. Zum Glück bin ich nicht so schnell gefahren, dass der Sturz nicht wirklich wehtut, nur die Beine und Füße schmerzen immer noch. Mit zittrigen Knien und vielen Pausen schaffe ich den Rest des Hanges hinunter.

Ich stelze wieder zum Lift und weiß, dass ich auf den Bügel achten muss. Schon beim ersten Mal Schwung holen, komme ich gut in Sattel. Während der Fahrt sehe ich auf einem anderen Hang eine Gruppe Zehnjähriger, die schnell und geschickt ihrem Trainer hinterherfahren. Das sieht gut aus.

Bernhard genehmigt uns eine Pause in einer Skihütte. Es ist Obertauerns Apres-Ski-Rummel. Ohne Obstler-Druckbetankung und Sangria-Eimer. „Wir wollen keinen Ballermann im Schnee“, sagt Herbert Lürzer. Musikalisch haben hier Udo Jürgens und DJ Ötzi die Lufthoheit. Aber so richtig Stimmung kommt erst bei einem Oldie auf, den grölen alle zwischen 17 und 70 mit: „Help, I need somebody, heeeeeelp!“

Als der dazugehörige Film entstand, mussten die Beatles in den kleinen Bars in Obertauern noch selbst für Apres-Ski-Stimmung sorgen.

Wir setzen das Training fort. Ich fühle, dass ich von Mal zu Mal besser werde. Ich falle seltener, ich empfinde, dass meine Bewegungen im Schnee eleganter werden. Am Nachmittag gelingt es mir zum ersten Mal, den Hang ohne Stürze zu durchfahren. Es war der elfte Versuch. In knapp fünf Minuten habe ich das geschafft. Es geht also doch, dass mit den Skifahren lernen in drei Tagen.

 

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Auskunft:

Lürzer Obertauern GmbH & Co KG

Hotel Kesselspitze

A-5562 Obertauern, Alpenstraße 1

Telefon: +43(0) 6456/7400

Fax: +43(0) 6456/7576-56

Internet: www.luerzer.at

e-mail: office@luerzer.at

 

Anreise:

Mit dem Flugzeug:

Aktuelle Flugangebote nach Salzburg gibt es bei Air Berlin und Fly Niki (www.airberlin.com), Ryan Air (www.rynair.com) und Tui Fly (www.tufly.com)

Von Salzburg mit dem Shuttle-Bus (ohne Zwischenstopp), buchbar über www.obertauern.com oder www.luerzer.at

Es ist auch ein Taxi Transfer mit dem Taxi FREUDENHAUS möglich.

Kulinarischer Jakobsweg

 

Im Tiroler Paznauntal zerfließen Wandern und Genießen zu einer besonderen Einheit - Genuss auf allerhöchster Ebene

Text und Bilder: Diana Seufert


Nachhaltiger Tourismus, verbunden mit der Rückbesinnung auf das Ursprüngliche und die wunderbare Kulisse der Paznauner Berge rund um das Tiroler Örtchen Ischgl sind die Zutaten für ein ganz besonderes Geschmackserlebnis: den kulinarischen Jakobsweg.
In der kleinen Küche der Berghütte ist es ziemlich warm. Stolz assistiert Wolfram Walter dem holländischen Spitzenkoch Laurent Smallegange, der ihm die Zusammensetzung des neuen Gerichts erklärt. Das langsam gegarte zarte Spanferkel wird als praktische Häppchen noch einmal kurz angebraten. Kartoffelpüree, Spargel und Saubohnen verbinden sich zu einer runden Beilage, die von wenigen Tropfen Jus umflossen wird. Diese Kreation wird der Hüttenkoch Wolfram Walter in den nächsten Wochen bis zum Saisonende im September auf der Friedrichshafener Hütte (2151 m) bei Ischgl den Wanderern kredenzen.
Walter und seine Familie beteiligen sich das erste Mal am kulinarischen Jakobsweg. „Es ist eine Ehre, mit dem Spitzenkoch zusammenzuarbeiten“, strahlt der 32-jährige Walter, der vom jungen Holländer sehr begeistert ist. Die Chemie zwischen den beiden hat von Beginn an gestimmt, die Herzlichkeit ist spürbar – trotz der schweißtreibenden Arbeit am Herd. Zum Abschluss gibt es einen Klaren auf die gelungene Premiere in der Küche.
Bereits im siebten Jahr ruft man in der Tiroler Region Paznaun zum kulinarischen Jakobsweg, der vom Koch des Jahrhunderts, Eckart Witzigmann, zusammen mit Alfons Parth ins Leben gerufen worden ist. Wandern und genießen zerfließen hier zu einer Einheit. „Die Menschen sollen nicht nur die herrliche Landschaft und die bemerkenswerte Bergwelt kennenlernen, sondern auch das, was die Menschen hier vor Ort an Lebensmitteln produzieren“, sagt Witzigmann über das Konzept. Denn die regionalen Produkte spielen in den Rezepten der Spitzenköche eine große Rolle. Und er will die Menschen animieren, „auch selbst die Pfanne in die Hand zu nehmen“.
Auf insgesamt vier Hütten stellen vier Sterneköche ihre Kreationen vor: 2015 sind es neben dem Holländer Smallegange auch der Brite Matthew Tomkinson auf der Jamtalhütte (2164 m) in Galtür, der Franzose Marc Veyrat auf der Heidelberger Hütte (2265 m) in Ischgl und der Baiersbronner Koch Jörg Sackmann auf der Niederelbehütte (2300 m) in Kappl. „Die alpinen Gerichte begeistern mit Kräutern und Gewürzen und müssen für den Hüttenwirt nachvollziehbar und nachkochbar sein,“ ist Sackmanns Credo.
Innere Einkehr wie bei der Wallfahrt zum Heiligen Jakob von Santiago de Compostela kann man nicht unbedingt finden. Dennoch: Vor den Genuss haben die Köche den Schweiß gesetzt. Und der fließt gewaltig. Ganz besonders bei der Niederelbehütte. Denn anders als die drei übrigen Hütten ist sie nicht per Auto zu erreichen und somit auch nicht Kinderwagen geeignet. Die Kleinen können dafür von der Kraxe aus die Bergwelt erleben.
Der zunächst breite Ziehweg von Kappl aus verengt sich immer mehr zu einem schmalen Pfad durch die Felsen der Seßladgruppe. Der steile Anstieg scheint schier endlos zu sein. Und wenn nach mehr als zwei Stunden anstrengender Wanderung noch der steile Schlussspurt parallel zum tosenden Wasserfall folgt, hat man das Ziel immer noch fest im Blick.
Ihren Tribut fordert auch die Strahlkraft der Sonne, da der Weg stetig bergauf nur durch offenes Gelände führt. Für Abkühlung sorgt lediglich der muntere Bergbach, der sich seinen Weg vom Seßsee direkt neben der Hütte bis ins Tal bei Kappl bahnt.
Oben angekommen wartet die kühle Frische des kristallklaren Bergsees und eine traumhafte Kulisse der Paznauer Bergwelt. „Der Weg ins Paradies ist steinig“, meint denn auch Initiator Alfons Parth, der zusammen mit Koch Martin Sieberer vom Hotel Trofana Royal in Ischgl für die Organisation verantwortlich ist. Tausende von Wanderer zieht es jede Saison auf die Berge rund um Ischgl. „Viele Wanderer kommen nur, um die exklusiven Gerichte in uriger Hüttenatmosphäre zu genießen“, so Sieberer über den Genusssommer.
Hüttenwirt Wolfram Walter und sein siebenjähriger Sohn Janosch auf der Friedrichshafener Hütte variieren das Spitzengericht derweil. Denn der ursprünglich gereichte Spargel hat seine Saison bereits beendet. Einheimische Gemüsesorten werden bis Ende September das Gericht ergänzen.
Beim Hüttenfest am 30. August steht die Friedrichshafener Hütte ganz im Zeichen des Genusses.

 

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Infobox: Sportliche Gäste kommen im Paznauntal voll auf ihre Kosten. Während im Winter die Skipisten locken, stehen im Sommer zahlreiche Wanderwege zur Verfügung. Daneben gibt es 37 ausgewiesene Bike-Touren zwischen 1377 m und 2850 Höhenmetern. Raften und Klettern sind ebenfalls möglich.

Kinder fühlen sich im Wildpark Silvretta mit Streichelzoo und großem Spielplatz wohl. Zudem gibt es Hirsche, Rehe, Steinböcke, Murmeltiere und andere heimische Wildarten zu bestaunen. Oder sie toben sich im Sunny Mountain Erlebnispark,

einem großzügigen Spielplatz mit Angel- und Badeteich aus. Der Erlebnispark

liegt direkt an der Bergbahn Kappl. Ein faszinierendes Naturschauspiel

ist die Schallerklamm bei See. dib

 

weitere Infos unter www.kjw.galtuer.com, www.kjw.ischgl.com, www.kjw.kappl.com und www.kjw.see.at

Fotos: A. Niederstrasser, F. Gerdl, Archiv TVB Kitzbüheler Alpen, H. Lange

Alpenidylle am „Wilden Kaiser“

 

Zwischen den Bergen der Kitzbüheler Alpen, dem Kitzbüheler Horn auf der einen und dem markanten Kaisergebirge auf der anderen Seite, liegen die malerischen Orte St. Johann in Tirol, Oberndorf, Kirchdorf und Erpfendorf. Die Tourismusverantwortlichen haben in den Sommermonaten bis weit in den Herbst für spannende Erlebnisse gesorgt.

Wandern am Kitzbüheler Horn (c) Franz Gerdl

Lust auf Wandern
Auf gut markierten Wander- und Forstwegen können Naturliebhaber über Almen wandern, hohe Berggipfel erklimmen, wildromantische Bergseen oder Wasserfälle entdecken oder durch Schluchten und Klämme steigen. Es gibt Themenwanderungen, Lehrpfade und geführte Touren mit geprüften Berg- und Wanderführern. Während der Wanderroute auf dem Adlerweg, die die quer durch das ganze Land führt, kann man den großen Raubvogel näher kennen lernen. Für Alpinisten gibt es Touren oder Gipfel, wie z.B. die Fleischbank, die Teufelskanzel, das Ellmauer-Tor oder die Ackerl- und Mauckspitze.

Tourenrad 2 (c) Martin Lugger

Hotspot für Biker
Auf dem hundert Kilometer langen Rad- und Mountainbike-Wegen können Höhenmeter gewonnen oder Bike-Trails bezwungen werden. Gemütlich geht es entlang den weiten Talböden, vorbei an einladenden Raststätten und eindrucksvollen Naturschauplätzen. Diese Touren können Anfänger und Profi-Biker bewältigen. Wem die Routen zu steil sind, dem raten die Tourismusverantwortlichen ein E-Bike auszuprobieren. Unterwegs gibt es Verleih-, Akkulade- und Wechsel-Stationen. Wer den Sportlern zusehen möchte, Ende August gibt es ein „Stelldichein“ für Rennradfahrer aus der ganzen Welt. Auf der spektakulären Strecke des Radweltpokals und der Rad Masters WM kämpfen diese um persönliche Siege.

Golfspiel auf der Alm 2 (c) Martin Lugger

Golf am Fuße des Wilden Kaisers
Es gibt 13 gepflegte Golfplätze inmitten alpiner Landschaft. Der mehrfach prämierte Golf- und Country-Club Lärchenhof in Erpfendorf zählt zu den schönsten Golfplätzen Österreichs. In den zahlreichen Golfschulen und –Akademien können Einsteiger die Faszination dieses Sports entdecken, die Platzreife erreichen und erfahrene Golfer ihr Handicap verbessern.

Foto: Heidrun Lange

Tirolerisch aufgetischt
Unverfälschten Genuss erleben Gäste in der Urlaubsregion Kitzbüheler Alpen: herzhafte Schmankerl können auf urigen Almhütten oder Berggasthöfen genossen werden und regionale Köstlichkeiten bis hin zur Haute Cuisine werden in den Häusern der qualitativ hochwertigen Gastronomie serviert. Eines haben sie aber alle gemeinsam: die Frische, Qualität und Natürlichkeit der Speisen, die mit echter Tiroler Herzlichkeit serviert werden. Entlang der weiten Wanderwege und Biketouren laden gemütliche Einkehren zur kulinarischen Rast ein.

TVB Kitzbüheler Alpen

Der längste Knödeltisch der Welt

Zum 33. Mal heißt es am Samstag, 20. September „Knödel ist Kult!“ in St. Johann in Tirol. Dafür sorgen 17 einheimische Knödelmeister mit 23 verschiedenen Knödelvarianten. Ab 12 Uhr gibt es Speck-, Semmel-, Kas- und Marillenknödel, und Salami- oder Apfel-Mohnknödel. 26.000 Knödel werden von den Meister/innen ihres Faches zubereitet.

Alle kommen in Dirndln und Lederhosen zum Knödelfest. Es wird „g'sungen und g'lacht, g'essen und tanzt werd“ – ganz wie früher. Die Bäuerinnen und Knödelmeister lassen sich bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen. Zum Nachkochen für Daheim gibt es ein aktuelle Rezeptbuch.

Wandern am Stripsenjoch in Gasteig bei Kirchdorf (c) Franz Gerdl

Auf Schnitzeljagd

Auf Schnitzeljagd, allerdings mit elektronischer Unterstützung. Die Koordinaten der im Gelände versteckten Schätze, sogenannte Caches, sind im Internet hinterlegt.

Ausgestattet mit einem GPS-System oder einem Smartphone begibt sich der Wanderer auf den Weg. Er folgt spannenden Routen, die über Geschichten und Geschichte der Region in St. Johann berichten. In jedem der über regionalen 100 Caches - manche sind in eigene Erzählungen eingebunden - finden sich Logbuch, Bleistift und Spitzer zum Eintrag und ein kleines Geschenk für den Finder, der es durch ein neues Präsent ersetzen soll.

Foto: Heidrun Lange

Tirols „Großer“ lockt hoch hinaus

Ein zerklüfteter Bergstock, das Sinnbild alpiner Weite und Höhe in der Tiroler Region. Der Pilot steuert hoch hinaus übe den Wilden Kaiser. Eine herrliche Aussicht bietet sich unten im Tal. Die Häuser ducken sich in den kräftig grünen Wiesen, dazwischen schimmern Bergseen. Kein Skilift, keine kahlen Pistenstreifen durchziehen die Hänge, denn seit über fünfzig Jahren stehen seine Gipfel unter Naturschutz, und die Einheimischen hüten ihr Juwel seither wie einen Goldschatz.

Wer sich die Kaiser-Herrlichkeit von oben ansehen will, bucht einen Flug.

 

Quelle: Tourismusverband Kitzbüheler Alpen St. Johann in Tirol - Oberndorf – Kirchdorf – Erpfendorf

Radweltpokal - Masters Cycling Classic: 23. – 30.08.2014
Herbstwanderwochen: 01.09. – 03.10.2014
Almfestwochen: 12.09. – 27.09.2014

 

Information:

Tourismusverband Kitzbüheler Alpen St. Johann in Tirol

Oberndorf - Kirchdorf - Erpfendorf

Poststraße 2

A 6380 St. Johann in Tirol

Tel. +43 5352 63335 0

Fax +43 5352 65200

info@kitzalps.cc

www.kitzalps.cc

 

Preisbeispiel:

Österreich, St. Johann in Tirol

4-Sterne lti alpenhotel Kaiserfels

1 Woche, Doppelzimmer, Halbpension, eigene Anreise

(Vignette inklusive)

Pro Person ab 500 Euro

Buchbar in Reisebüros mit ITS-Programm oder auf www.its.de

Aufstieg mit Weitblick

Das Stubaital mit seinen mehr als Hundert Dreitausendern und dem atemberaubenden TOP OF TYROL gehört zu den beliebtesten Wandergebieten Österreichs.

Text und Fotos: Christel Seiffert

 

 

 

Wie eine Perle in der Auster, umschlossen von gewaltigen Bergen, liegt das 35 Kilometer lange Stubaital. Mit seinen saftigen Wiesen, den malerischen Orten Neustift, Fulpmes, Telfes, Mieders und Schönberg und durchflossen vom Ruetzbach, ist es eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Eine Landschaft, die erwandert werden will.

 

Spektakulärer Stubaiblick

Vom Ortsrand in Fulpmes führt die Kreuzjochbahn ins Wandergebiet 2000. Fast geräuschlos schließen sich die Türen der Kabinenbahn und man schwebt nach oben. Zeit, den Blick schweifen zu lassen. In 2.136 Meter Höhe ist die Bergstation erreicht und der „Stubaiblick“ greifbar nahe. Ein Panoramaweg führt Wanderer, Schaulustige und Sonnenhungrige zur Aussichtsplattform, deren spektakuläre Stahlkonstruktion über dem Abgrund zu schweben scheint. Weit geht der Blick hinunter ins Tal bis auf das imposante Massiv der Kalkkögel in der Ferne und auf die bizarren Berggipfel ganz nah. An vier Tagen im August kann man hier oben den Sonnenaufgang erleben. Dann fahren schon ab 5.20 Uhr die ersten Gondeln der Bergbahn und auf der Aussichtsplattform drängen sich die Frühaufsteher mit Fernglas und Fotoapparat. Was für ein Augenblick, wenn dann der Sonnenball Sekunde für Sekunde am Horizont emporsteigt und die umliegenden Gipfel in ein zartes rosafarbenes Licht taucht. Und begleitet vom tiefen Klang der Alphörner  - live gespielt von drei Bläsern - beginnt ein strahlend schöner neuer Tag.

 

Auf dem Kreuzjoch

Nach einem Frühstück im Panoramarestaurant Kreuzjoch wirkt das eindrucksvolle Erlebnis noch lange nach.  Draußen wartet schon Wanderführer Christian, um uns auf den Alpenpflanzenlehrpfad zu begleiten. Auf schmalem zickzackpfad geht es empor zum Gipfelkreuz, vorbei an Almkräutern, Wiesenblumen und seltenen Gebirgspflanzen, die Christian alle beim Namen nennt. Bergab wandern wir auf dem Naturlehrpfad, der mit zahlreichen liebevoll gestalteten Infostationen viel Wissenswertes über die Tiere und Pflanzen der Gebirgswelt vermittelt. Weich wie ein Teppich sind die Almwiesen, auf denen gelbbraune Kühe grasen, die dem Wanderer manchmal den Weg versperren. Immer wieder schweift der Blick nach oben zu den imposanten Riesen, deren schroffe Gipfel in den wolkenlosen Himmel ragen. Nach einer kurzen Rast auf der Schlickeralm in 1640 Metern führt der Weg talwärts durch herrliche Lärchenwälder, vorbei am Alpenerlebnispark mit Klettergaten und dem künstlich angelegten Panoramasee bis zur Mittelstation der Kreuzjochbahn.

 

Der schönste Berg

Malerisch liegt das Dorf Mieders am Fuß des 2.717 Meter hohen Serles. Die Anwohner sind stolz auf Ihren Hausberg, der für Alexander von Humboldt der schönste Berg der Alpen war und den auch Goethe als den Hochalter Tirols bezeichnet hatte. Mit der Serlesbahn geht es hinauf bis auf 1.600 Meter und hinein in ein herrliches Wandergebiet mit Europas höchstgelegenem Kloster Maria Waldrast – einem idyllisch gelegenen Wallfahrtsort mit Klostergasthof und Heilquelle, an deren Wasser sich auch so mancher Wanderer labt. Nach einer zünftigen Jause auf der Ochsenalm oder am Koppeneck lohnt es sich, hier oben  mit Weitblick auf die Berggiganten den Sonnenuntergang zu erleben. Talwärts gleitet man dann ruhig und sicher in der Gondel oder mit Herzklopfen in rasanter Fahrt über 40 Steilkurven auf der 2,8 Kilometer langen Sommerrodelbahn.

 

Genusswandern

Beim Wandern im Stubaital kann man sich die Natur auch sprichwörtlich auf der Zunge zergehen lassen. Gaumenfreuden verspricht das Programm Genusswandern, bei dem regionale Spezialitäten wie Wein, Edelbrände, Speck und Honig entdeckt und verkostet werden können. In die Geheimnisse der Stubaier Käsekunst, besonders des Graukäses, wird man z.B. jeden Dienstagnachmittag auf der Schickleralm eingeweiht.

 

Der schönste Berg und Naturschauspiel

Der WildeWasserWeg mit dem Grawa Wasserfall, dem breitesten der Ostalpen, gehört zu den beliebtesten Wanderungen. Tosend und sprühend stürzt er sich 80 Meter breit aus 450 Metern herab. Von der Glawa Alm führt ein alter Almsteig in steilen Serpentinen durch den Wald bis hinauf zur Sulzenau Alm. In der urigen kleinen Hütte mit rustikalem Mittagsangebot macht man gerne Rast. Hier hat ein Holzschnitzer seiner Fantasie freien Raum gelassen und Tische, Stühle und Bänke mit lustigen oder grimmigen Berggeistern versehen. Steil wie beim Aufstieg geht es hinab bis zum Aussichtspunkt am Wasserfall. Von einer großen Aussichtsplattform kann man das grandiose Naturschauspiel in aller Ruhe beobachten. Und dabei sogar etwas für seine Gesundheit tun. Denn Untersuchungen der Paracelsus Privatuniversität Salzburg haben gezeigt, dass sich schon eine Stunde Aufenthalt am Fuß des Grawa Wasserfalls positiv auf die Atemwege auswirken kann.

 

TOP OF TYROL

 Neustift ist der bekannteste und letzte Ort im Stubaital, überragt von den Bergmassiven des Elfer, Zwölfer und Habicht. Im Ortsteil Mutterberg an der Talstation der Gletscherbahn hört die Straße auf und die Welt des Stubaier Gletschers beginnt. Etwa dreißig Minuten dauert die Fahrt nach oben. Je höher man kommt, desto größer wird die Zahl der Sessel-/Gondelbahnen und Schlepplifte, die kreuz und quer die Hänge überziehen. Denn hier ist das größte Gletscherskigebiet des Landes mit 110 Abfahrtskilometern und einer Schneegarantie von Oktober bis Juni. Die Bergstation Eisgrat in 2.900 Metern Höhe sieht aus wie ein gerade gelandeter Ufo. Jetzt ist das ewige Eis ganz nah. Nicht in strahlendem Weiß sondern in einer Melange aus weißgrau und dennoch faszinierend präsentiert sich die Gletscherlandschaft. Vom Restaurant und Panoramaterrasse geht der Blick hinauf zur Schaufelspitze. Noch eine kurze Fahrt mit der Gondelbahn und in der Jochdohle, dem höchstgelegenen Bergrestaurant Österreichs, könnte man einkehren. Doch zunächst führt eine steile Metalltreppe zum Highlight des Tages, ja der ganzen Reise, zum TOP OF TYROL. Die Gipfelplattform ragt in 3.120 Metern wie freischwebend über dem Gletscher und ist eine Attacke auf die Schwindelfreiheit. Atemberaubend ist der Rundblick über 105 Dreitausender. Von den Ötztaler über die Stubaier Alpen bis zu den Dolomiten reicht der Blick. Hier muss man einfach innehalten, schauen, genießen, sich einfangen lassen vom Zauber dieser imposanten Bergwelt.

 

 

Info:

Tourismusverband Stubaital

Dorf 3, 6167 Neustift,

Telefon: +43(0)50 1881 0, Fax: +43(0)50 1881 199

info@stubai.at, www.stubai.at

 

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Region Villach-Gerlitzen Alpe (Foto:Kärnten Werbung)

Wenn es Nacht wird auf der Gerlitzen und am Dobratsch

Im Süden Österreichs kann man nicht nur am Tag im Schnee viel erleben und Spaß haben. Auch nachts hält die Region rund um Villach, im Dreiländereck zu Slowenien und Italien jede Menge Schneevergnügen parat.

Text und Fotos: Diana Seufert 

 

 

Die Nacht senkt sich über Kärnten und das Städtchen Villach am Zusammenfluss vonDrau und Gail. Doch nicht das Nachtleben des Ortes interessiert, sondern ein ganz anderes Spektakel: Schneeschuhwandern in der Vollmondnacht. Ziel ist der Zehnernock, der 1900 Meter hohe kleinere Bruder des Dobratsch (2166). „Guter Berg heißt das übersetzt“, erzählt Rangerin Irene. „Weil er das schlechte Wetter oben behält.“ Aber so richtig gut meinen es Berg und Wetter mit den Wanderern an diesem Abend nicht.

Die Schneeschuhe sind angezogen und die ersten Gehversuche führen noch zaghaft in die weiße Pracht. Schnell hat man sich an das platte Plastik unter den Sohlen gewöhnt und es kann losgehen. Doch schon nach wenigen Metern wird klar: Gemütlich wird der Marsch nicht! Der Wind bläst in Böen über die Kuppe und peitscht nadelspitze Eiskristalle ins Gesicht. Immer wieder müssen die Wanderer stehen bleiben. Die Spuren der Vorderleute sind bereits vom Winde verweht. Wo bleibt eigentlich der ersehnte Vollmond? Der  macht sich rar, versteckt sich hinter Wolken und der nächsten Bergkuppe und erhellt nur kurz den Weg.Für das nötige Licht müssen also Stirnlampen herhalten.  Während die Schneeschuhwanderer ob der unwirtlichen Bedingungen bald den Rückzug antreten, kämpfen sich einige Tourengänger und auch Rodler weiter durch das eisige Dunkel. Ihr Ziel ist die Hütte am Zehnernock.

Doch mit der Kapitulation am Berg können die Schneeschuhwanderer leben. Wangen und Finger bitzeln beim Auftauen in der urigen Rosstratte-Hütte. Eis verklebt die Haare und manch einer fischt sogar einen Schneeball aus der offenen Jackentasche, den der Wind dort Flocke für Flocke hineingetrieben hat.  Jetzt eine zünftige Stärkung mit Kärntner Spezialitäten wie Kasnudeln, Ritschert und Hausgeselchtem – und zum Abschluss einen Zirbenschnaps.  Alles Produkte vom Hof der Wirtsleute Riedel.

Die Hütte liegt am Ende der Villacher Alpenstraße, mitten im Naturpark Dobratsch.  Vor elf Jahren gegründet, ist der erste Naturpark Kärntens ein Anziehungspunkt für große und kleine Besucher. Damals wurden die Skilifte abgebaut, nach Russland verkauft und der Park installiert. Denn der Karstberg ist löchrig wie ein Käse- allein 200 entdeckte Höhlen durchziehen den Karststock.   Seen zum Beschneien der Pisten konnte man daher nicht anlegen. Also hat man aus der Not eine Tugend gemacht und den Berg wieder seinen Bewohnern überlassen. Ein attraktives Familienausflugsziel ist entstanden.  Und sogarBären und Schneehühner fühlen sich hier wohl. Ein Geologielehrpfad weistauf die Geschichte des Berges, seine Besonderheiten und den Bergrutsch im 14. Jahrhundert hin.  Im nahegelegenen Bad Bleiberg lockt ein Stollenwanderweg und führt in die Historie des Bergbaus.

Das Wasser, das der Berg nicht hält, kommt übrigens bei Villach wieder an die Oberfläche. Und das nicht als kühler Gebirgsbach, sondern in einer 29 Grad Celsius warmen Quelle. Im Thermenresort und in medizinischen Therapiereinrichtungen des Villacher Ortsteils Warmbad werden diese Quellen seit langem genutzt.  Das Thermalwasser wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend.  Im Urquellbecken des Kurzentrums,mit einem Boden aus groben Kieseln, kann man entspannt spazieren. Der Inhalt des Beckens erneuert sich übrigens rund alle drei Stunden.

Bei Starkregen tritt das Thermalwasser auch im Maibachl, direkt am Kurpark zutage – vornehmlich natürlich im Mai bei der Schneeschmelze. Türkisblau  und angenehm warm ist die Quelle, in der nicht nur die Einheimischen gerne umsonst und draußen ein Bad nehmen.

Natürlich kann man in der Region mit Alpen und Karawanken im Rücken auch perfekt Langlaufen und Skifahren. Im nordischen Zentrum von Villach dürfen selbst Anfänger unter den geübten Augen der Trainer die ersten Sprünge von der Schanze wagen. Weniger Mutige ziehen im Stadion und auf der fünf Kilometer langen Strecke ihre Runden in der Langlaufloipe. Damit das so richtig klappt, gibt es für die Neulinge professionelle Unterstützung. Trainer Jürgen Pinter, der in der österreichischen Nationalmannschaft auch an Weltmeisterschaften teilgenommen hat, ist geduldig  mit seinen Schützlingen, erklärt und gibt wertvolle Tipps. 

Die Skifahrer zieht es ins Skizentrum Gerlitzen, dem der Ossiacher See zu Füßen liegt. Für Familien, Anfänger  und Wiedereinsteiger genau das Richtige. Und das hat man sich vor Jahren schon von der österreichischen Wirtschaftskammer zertifizieren lassen. Besonders breite Pisten aufzehn Übungs-Kilometern machen es großen und kleinen  Ungeübten rund um die Kanzelhöhe auf 1500 Metern leicht, den richtigen Schwung zu lernen.

Am Abend wartet dort das nächste Vergnügen: Mit dem Pistenbully geht’s Richtung Gerlitzen Gipfel. Hotelchef Franz Pacheinerhat einen Bully zum Kabinenfahrzeug umgebaut und organisiert die besondere Anfahrt ins frisch umgebaute Gipfelhotel. Mit 300 PS unter der Haube walzt das Schneegefährtdie weiße Pracht platt. Oben angekommen, stehen schon die Rodel bereit. Und mitschnellen Kufen geht es  auf der zwei Kilometer langen Piste wieder hinunter. Eine Riesengaudi, bei der sich die Erwachsenen wieder ganz jung fühlen dürfen.  Für die „Taxifahrt“ zurück zum Gipfelhotel steht der Bully schon bereit, an den die Schlitten kurzerhand festgemacht werden.  Beleuchtung auf der Rodelbahn? Fehlanzeige. Beim Vollmondrodeln sollte man auf den Mond vertrauen  - wenn er sich nicht gerade wieder hinter Wolken verbirgt. Das ist nicht nur auf dem Schlitten unpraktisch, sondern auch beim Blick in fremde Galaxien. Denn auf der Gerlitzen steht Österreichs erstes Hotel mit eigener Sternwarte.  „Unter professioneller Leitung erhalten Gäste interessante Ausblicke in die tiefe Welt des Sternenhimmels“, strahlt Franz Pacheiner, nachdem er den Gästen aus dem Bully geholfen hat.

Der Wohlfühlaspekt steht nicht nur beim Sport, sondern auch bei der Entspannung an erster Stelle. Schwitzen muss man in Kärnten nicht nur beim  Schneevergnügen. Das geht auch prima in der Kärnten Therme, die im Sommer 2012 in modernem Stil, dem Hausberg Dobratsch nachempfunden, zusammen mit dem Thermenhotel Karawankenhof errichtet worden ist.  Auf verschiedenen Ebenen gibt es hier Badevergnügen pur. Neben einem Spaßbad mit 1140 Quadratmetern Wasserfläche,  gleich drei Rutschen und einem Crazy River, in dem man auf Gummireifen durch den Kanal katapultiert wird, sorgt ein freitragendes Schwimmbad bei den sportlich Ambitionierten für Adrenalinkicks. Mehrere Saunen, darunter ein großzügiger Damen-Bereich, bringen den Körper zum Schwitzen, oder auch ein türkisches Hamam.  Perfekt für den Ausklang des Schneetages rund um Dobratsch und Gerlitzen.

 

Informationen gibt es bei Villach Tourismus  www.region-villach.at oder www.karawankenhof.com

 

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Blick auf den Ossiacher See (bfs / Ferien Idyll)

Taucher und Gipfelstürmer

Es ist aber auch ein Dilemma – soll es dieses Jahr in die Berge oder ans Wasser gehen? Paragliding und Bergwandern oder Badespaß und Segeltouren? Wer beschließt, an den Ossiacher See zu fahren, muss sich nicht entscheiden.


           Still schaukelt die Gondel weiter und weiter nach oben, während der See immer kleiner wird und schließlich als Miniatur zwischen Daumen und Zeigefinger passt. Oben angekommen könnte das Panorama kaum beeindruckender sein. Die majestätischen Berge ringsum säumen den scheinbar winzigen See ein, Tannen und Wiesen werden zu Flecken von unterschiedlichen Grüntönen, und plötzlich stellt sich unweigerlich das erhabene Gefühl des erfolgreichen Gipfelstürmers ein.
            Man muss die Gerlitzen nicht eigenen Fußes erklommen haben, um sich an dem fantastischen Ausblick über den Ossiacher See und die ihn umgebende herrliche Kärntener Natur zu erfreuen. Auch eine Auffahrt mit der Seilbahn endet mit der Erkenntnis, dass Urlaub tatsächlich die schönste Zeit des Jahres ist.
            Vor wessen Auge jetzt die Vorstellung ensteht, auf einer riesigen Rutsche ins Tal zu sausen und mit einem großen Platscher in den See einzutauchen, der sollte sich bald wieder auf den Weg nach unten machen, denn tatsächlich ist die Talstation der Seilbahn nicht weit vom Seeufer entfernt. Das Wasser des Ossiacher Sees ist klar, frisch und hat beinahe Trinkwasserqualität. So ist es auch kein Zufall, dass sich hier neben Schwimmern und Tauchern auch unzählige Fisch- und sogar Krebsarten wohlfühlen.
          Die Region rund um Villach und Ossiach gehört zwar mit über 2000 Sonnenstunden pro Jahr zu den sonnenverwöhntesten Flecken Österreichs, doch auch an kühleren Tagen und außerhalb der sommerlichen Monate gibt es rund um den Ossiacher See einiges zu entdecken und zu erleben. Wie lautet noch gleich eine treffende Redensart? „Wenn ich einen See seh', brauche ich kein Meer mehr." Dem ist nichts hinzuzufügen.
          Wassersportler jeglicher Art finden hier optimale Bedingungen vor, ob auf dem Surfbrett, dem Wakeboard, den Wasserskiern oder dem Segelboot. Die als Landschafts- und Naturschutzgebiete ausgewiesenen Ufer laden außerdem zu ausgiebigen Spaziergängen ein. Mit etwas Glück kann man durchaus auch einmal einen Eisvogel oder einen Pirol entdecken.
Wenige Gehminuten vom Seeufer enfernt stürzen die Finsterbach-Fälle von einer Felswand hinab und wirbeln einen feinen Sprühregen auf, um ihre Besucher zu erfrischen. Wer den See lieber zu Wasser erkunden möchte, kann mit dem Ruderboot verschiedene Uferabschnitte ansteuern oder sich einfach in der Mitte des Sees treiben lassen, um die alpine Kulisse zu genießen. Wenn leichte Wogen ans Boot schlagen und außer einigen Vogelrufen und einem leisen Glucksen absolute Stille herrscht, könnte es romantischer kaum sein.
          Das Herz höher schlagen lässt auch der Menschheit alter Traum vom Fliegen. Wer sich traut, kann selbst ohne jegliche Vorkenntnisse einen Paragliding-Tandemflug wagen. Gemeinsam mit einem Profi wird von der Gerlitze aus gestartet. Kneifen gilt nicht, und das Fliegen hat in jedem Fall Suchtpotenzial. Bei guter Thermik kann es einen weit hinauftragen, und wer kann schon von sich behaupten, sogar auf den Gipfel hinabgeschaut zu haben?
Sieht man genau hin, kann man vielleicht auch die Burgru­ine Landskron entdecken, unterhalb derer sich ein weitläufiges Freigelände erstreckt, der sogenannte Affenberg. Hier leben tatsächlich Affen, und zwar kleine Japanmakaken. Besonders lustig geht es zu, wenn sie an heißen Tagen in einem der zwei Teiche auf dem Gelände baden. Da bleibt mit Sicherheit kein Auge trocken – und kein Affe.
         Nach einem Tag, der randvoll war mit spannenden und entspannenden Erlebnissen, knurrt der Magen oft in ungeahnter Lautstärke. Rund um den Ossiacher See bieten sich zahlreiche Möglichkeiten einzukehren, darunter das „Ferien Idyll Landgut Lindenhof". Eingerahmt von einem majestätischen Bergpanorama liegt das Wellness- und Wohlfühlhotel, das seine urige Kärntener Seele bewahrt hat. Unvermittelt gerät man ins Schnuppern, sobald man sich dem Hof nähert, denn aus der Küche dringen jahrein, jahraus Düfte, die Erinnerungen an Alpenwanderungen und zünftige Mahlzeiten wach werden lassen. Das Fleisch, das im urig-gemütlichen Gastraum des Restaurants „Kulinarik Stadl" serviert wird, stammt ebenso aus hauseigener Zucht wie der Fisch. Die dem Hotel angeschlossene Käserei bringt außerdem handgemachte Käsespezialitäten auf den Teller.
          Eine besonders gute Gelegenheit, Leckereien aus der regional geprägten Küche zu probieren, bietet das Frühlingsfest samt Ostermarkt, welches vom 15. bis 17. und 22. bis 24. März zum zweiten Mal auf dem Lindenhof stattfinden wird. Im Mittelpunkt des Festes stehen die kleinen Besucher, auf die beim Kinderschminken, im Tanzworkshop und im Streichelzoo eine Menge Spaß wartet. Aber auch für Erwachsene ist garantiert etwas dabei. 40 Aussteller bieten an ihren Ständen Osterhasen, -eier, -deckchen und andere bunte Deko-Ware an. Nicht nur hier, auch bei der Live-Musik am Abend bleibt der Lindenhof seinen Prinzipien treu: hausgemacht, regional, traditionsverbunden.

 

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Ferien Idyll Landgut Lindenhof

• Vier-Sterne-Hotel
• Wohnbereiche ab 40 qm mit Wellness- Ausstattung
• hauseigene Fleischerei und Käserei, Fischzucht und Lebensmittelproduktion
• Strandbad, Streichelzoo

 

Ferien Idyll Landgut Lindenhof
Lindenweg 10
9551 Bodensdorf
Ossiachersee, Österreich
Tel: +43-(0)42-43 206 15
E-Mail: lindenhof@ferien-idyll.at
www.ferienidyll-lindenhof.at

 

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Autor: bfs (Natalia Kippert)
Bilder: bfs / Ferien Idyll Resorts

Gurgelnde Attraktionen

Geweihtes Kraut, gesegneter Schwips

Text und Fotos: Hanne Walter

 

 

 


        

           Ein betörender Duft erfüllt den Dom zu Gurk in Kärnten. Es ist Maria Himmelfahrt und die vielen hundert Gottesdienstbesucher, fast alle in feierlicher Tracht, halten bunte Sträuße in ihren Händen. In ihnen übertreffen Minze, Salbei, Melisse, Ringelblumen, Mohn, Hopfen, Dill, Gurkenkraut, Vogelbeeren, Rainfarn und was die Wiesen, Beete und Wälder im malerischen Gurktal noch so alles hergeben, einander mit ihren Aromen und Wohlgerüchen. Wegen der sieben Sakramente sind jeweils nur sieben Kräuter zusammengebunden. Auch sie sind festlich herausgeputzt, denn gleich wird sie Bischof Alois Schwarz, einer alten Tradition aus dem 10. Jahrhundert folgend, in einer heiligen Messe weihen.

Doch damit ist sein segensreiches Wirken an diesem Feiertag noch nicht beendet. In den heiligen Hallen des Domstifts entsteht seit langen Jahren der süffig-milde „Gurktaler Alpenkräuter". Er ist Österreichs beliebtester Kräuterlikör und als begehrtes Mitbringsel ein hochprozentiger Botschafter des Landes. Damit es ihm demnächst nicht an nachwachsendem Rohstoff für den einzigartigen Geschmack gebricht, segnet Bischof Alois Schwarz den neuen großen, mediterran anmutenden Kräutergarten hinter dem Dom.

In ihm wachsen so viele und zum Teil recht unbekannte Sorten Kräuter, dass man langsam eine Ahnung bekommt, warum Kräuterlikör- und –bitterrezepte stets geheime Verschlusssache sind.

Schon vor vielen Jahrhunderten erkannten die Gurker Mönche, welche Pflanzen sie im Sommer kombinieren müssen, um in den folgenden, dunklen Monaten dank des Suds allerlei Krankheiten, Gebrechen, Verstimmungen und wachsender Schwermut begegnen zu können.

Noch nicht ganz so lange, aber dafür globaler, gelingt es der Familie Underberg, mit seiner gewagt herben Kräutermixtur überforderte Mägen zu beruhigen. Auch Mönche lieben Synergieeffekte, deshalb finden Gurktaler und Underberg es gar nicht so verkehrt, sich gemeinsam zu vermarkten. Aber nicht, sich gegenseitig die Rezepte zu offenbaren! Also speichert der Gurktaler nach wie vor auf seine geheime Weise die Essenzen der aromatischen Kräuter aus dem Domgarten und aus den Ernten der Gurktaler Bauern. Hubertine Underberg-Ruder hingegen, inzwischen Chefin des Spirituosen-Unternehmens, gehört seit ein paar Jahren zu den großen Geheimnisträgern, denn außer ihr haben nur ihre Eltern und zwei Priester das Rezept im Kopf, das ihr Ururgroßvater Hubert 1846 mit Kräutern aus 43 Ländern erfand. Deshalb legt die promovierte Biologin stets selbst Hand an, wenn allmonatlich die nächste Charge des Magenbitters seine charakteristische Kräutermischung erfährt.

Anlässlich der Kräuterweihe wird dem Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz allerdings ein gesegneter Gurktaler überreicht und auch die vielen Gäste dürfen sich mit einem Stamperle (das übrigens auch jeder Dom-Besucher nach einer Führung erhält) stärken.

Dass dieser geweihte Genuss von einem veritablen Kater gesegnet wird, verhindern ausgedehnte Erkundungen des beschaulichen Gurktals an der Grenze zu Slowenien und Italien, das seinen Namen dem Fluss Gurk („die Gurgelnde) verdankt. Viele der Besucher kommen als Pilger über den fast zweihundert langen Hemmaweg. Vor allem, um am 27. Juni das jährliche Fest der heiligen Hemma („Schützerin"), der Stifterin von Gurk und Landesmutter von Kärnten, zu feiern. Im September hingegen reisen silberne und goldene Paare aus ganz Kärnten an, um beim Fest der Jubelhochzeitspaare dabei zu sein.

Neben knapp 1300 Einwohnern besiedeln das Dorf Gurk auch jede Menge Zwerge. Im „Zwergenpark" mit vielen - logischerweise kleinen - Attraktionen wie der Liliputbahn, sind sie zum großen und beliebten Familienerlebnis herangewachsen. Die fröhlichen Mini-Wesen stehen in einem schönen Kontrast zu dem weithin sichtbaren majestätischen, doppeltürmigen Dom, der zu den bedeutendsten Bauwerken europäischer Sakralkunst zählt. In den sorgsam und liebevoll restaurierten Gassen und Häusern weisen Schilder auf deren ursprüngliche Geschichte und Nutzung hin. Hinter ihren Türen aber haben im Herrgottswinkel als kostbarer Schatz die zu Maria Himmelfahrt geweihten Sträuße ihren Ehrenplatz bekommen. Bei schlechtem Wetter wird ein Teil der Kräuter gegen drohende Unwetter verheizt. Der Rest muss ganz klassisch bei Wehwehchen dran glauben.

 

Weitere Informationen:

www.gurk.at,

www.gurktaler.at,

www.zwergenpark.com,

www.diversa-spez.de/sortiment/bitterlikoer-halbbitterlikoer/gurktaler.html



Nun können Sie auch die VIVA Mayr Kur als Buchform genießen! Dr. Stossier veröffentlicht in Zusammenarbeit mit der britischen Journalistin Helena Frith Powell dieses neue Buch.

In England war es bereits ein Hit, deshalb nun auch in deutscher Übersetzung:

Viva Mayr!: Gesund und schlank dank Mayr-Kur: Neues Lebensgefühl und flacher Bauch

Humorvoll führen die beiden Autoren den Weg durch eine 14-tägige Mayr Kur. Mit dabei auch zahlreiche schmackhafte Rezepte aus der bekannten VIVA Mayr Cuisine. Erschienen im renommierten Trias-Verlag ist das Buch im gut sortierten Fachhandel, auf Amazon und im VIVA Shop erhältlich.

                                              

 

Klappentext:

"Wir alle haben unseren schwachen Punkt. Ich habe eine Schwäche für Mürbteigkekse, von der ich Dr. Stossier natürlich nicht erzählt habe - aus Angst, gefeuert zu werden, bevor ich die erste Zeile für dieses Buch geschrieben hatte."

Junge Journalistin mit Leidenschaft für Mürbteigkekse und Cocktails trifft auf über 100 Jahre alte Fastenmethode - und das ausgerechnet in Österreich, dem Land von Sachertorte und Marillenknödel. Aha-Erlebnisse und großes Staunen vorprogrammiert!

Witzig, offenherzig und herrlich pragmatisch beschreibt Helena Frith Powell ihren 14-Tage-Aufenthalt in der Mayr-Klinik. Entdecken Sie gemeinsam mit der Autorin jeden Tag ein neues Mayr-Prinzip und leckere Rezepte. Viva Mayr bedeutet nicht den schnellen (und meist kurzlebigen) Erfolg, sondern ein ganz neues Lebensgefühl. Ach ja, der ein oder andere Keks oder Knödel ist natürlich auch erlaubt...

Das Kräuterdorf Irschen ist ein großer Naturgarten

Ein Kraut für Alles und Jeden

In Kärnten sammelt und vermarktet ein ganzes Dorf Blumen und Wildkräuter

Text und Fotos: Christel Sperlich

 

       Die morgendliche Taunässe ist den Wiesen entwichen, der magische Sonnenaufgang längst vorbei. Ein Duft von wildem Heu liegt über den Bergen und Wiesen oberhalb der Drau im Westen von Kärnten. Es ist Vormittag, die richtige Zeit, um Wildkräuter zu sammeln. Und der richtige Schein, sprich Mondtag. Der jetzt aufnehmende Mond sei die ideale Mondphase, um Blüten und Blätter zu pflücken. Wurzeln haben ihre volle Kraft eher bei abnehmenden Mond“, erklärt Annette Wallner vom Kräuterdorf Irschen. Wenn sie über die Ernte, Lagerung und Rezeptur spricht, erinnert sich die 39-Jährige an ihre Kindheit, an die getrockneten Blumen- und Kräutersträuße, den Kräutersäckchen und Döschen in der Küche ihrer Großmutter, an die Fensterbänke voller Kräutertöpfe. Getrunken wurden allerlei Tees, besonders im Winter, und für jegliche körperliche oder seelische Beschwerden gab es ein Kraut aus den Bergen. Jeden Tag nahm die Großmutter das Enkelkind an die Hand und ging mit ihr über die duftenden Wiesen.

Heute stehen bei Anette Wallner in dunklen Räumen mit Papier ausgelegte Körbe, in dünnen Schichten gefüllt mit bunten Blüten: Kornblumen, Löwenzahn, Lavendel, Schafgarbe, Brennessel, Salbei, Veilchen. Eine Symphonie der Farben und Sinne. Die Blüten und Blätter werden so lange dort lagern, bis sie rascheltrocken sind.

 

        Das grüne Gold

       „Annette´s Gartl“ gehört zu den Original-Kräuterschauplätzen von Irschen. Denn sie ist nicht die einzige Kräuterfrau. Ein ganzes Dorf kräutert auf den Wiesen, Almen, auf dem Feld und zu Hause. Wurde früher hier nach Gestein Gold geschürft, sind es heute die Wildkräuter, die das Gold bringen. Über 300 verschiedene heimische Kräuter wachsen in der verborgenen Alpenregion,  über 50 Frauen verarbeiten die Kräuter zu Teemischungen, Ölen, Räucherwerk, Sirup, Aufstrich, Seifen, Cremes und Tinkturen, Duftkissen, Schnaps und Likören. Geliefert wird ins Kräuterhaus Pfarrstadel, der zentralen Vermarktungsstelle. 18 Prozent des Verkaufserlöses bleiben im Kräuterhaus. Der Rest wandert in den Geldbeuteln der Frauen. Die Kräuteridee bringt den Frauen nicht nur ein beachtliches Zubrot, sondern Gemeinschaft, Zusammenhalt, Kooperation. Wer  beispielsweise reichlich Zitronenmelisse hat, gibt gerne ab, denn auch in den eigenen Gärten pflanzen die Frauen Blumen und Kräuter an, die Männer Schnaps brennen. Auf den Berghängen, Wiesen und in den Gärten entstehen immer neue Kräuterkulturen. Auf künstliche Düngemittel wird verzichtet. Vor mehr als 18 Jahren hat sich das namentlich ausgewiesene Natur-und Kräuterdorf Irschen auf das schonende Trocknen und Verarbeiten der frischen aromatischen Bergkräuter spezialisiert.

„Wir überlegten damals, was haben wir, was können wir. Die Natur ist Gottes Geschenk. Und das Wissen der alten Bäuerinnen nutzen, ein positives Symbol“, erinnert sich Annette Wallner.

 

       Qualität muss stimmen

       Meterhohe Gräser wehen zart durch den sanften Wind. Betörende Düfte von Hollunder, Flieder und Jasmin. Grillen zirpen, Schmetterlinge tanzen. Der Alpenruam profitiert von einem mineralstoffreichen Boden. Die steilen trockenen Bergwiesen und das südalpine Klima sind der idealen Ort für Kräuteranbau. Bis in eine Höhe von 1100 Metern sind die Kräuter zu finden.

Weiter unten im Tal tütet Katharina Hassler das zuvor kleingemörserte Kräutersalz in kleine Cellophan Tütchen, beschriftet Inhalt und Erntejahr.

„Eine Geduldsarbeit und für mich ungewohnt, so lange still zu sitzen. Man muss sich konzentrieren, aber es entspannt mich auch.“ Die einstige Bergbauernstochter musste schon als junges Mädchen Mähen, Rechen, mit dem Ochsen pflügen, Getreide dreschen  und Heu auf dem Buckel heimtragen. „Und wenn mal keine Arbeit war, dann gingen wir Beeren pflücken. Mit den Kräutern bin ich aufgewachsen. Besonders schön ist ihr Duft, das ist so eine ganz eigene Stimmung“, schwärmt die 71-Jährige.

In ihrem Lagerraum beherbergen riesige Pappeimer bis oben eangefüllt die einzelnen getrockneten Pflanzen, bevor sie im richtigen Mix eingetütet werden. Die Obfrau der Kräuterlieferanten achtet streng darauf, wann, wo und welche Kräuter die Frauen gesammelt haben, denn die Produkte unterliegen allesamt überprüfbaren Qualitätskriterien der Landwirtschaftskammer.

 

        Der "Gute Laune Tee"

        Die 71-Jährige gibt ihr Wissen weiter an die jüngere Generation, beschreibt den Frauen, auf welche Weise die Kräuter getrocknet und verarbeitet werden, welche unterschiedlichen Wirkungen die verschiedenen Mischungen haben. So setzt sich ein beruhigender „Harmoniemix“ aus Pfefferminze, Melisse, Holunder, Lindenblüten, Malven, Rosenblätter, Johannisbeeren und Brennessel zusammen. Im „Gute Laune“ Tee finden sich Johanniskraut, Baldrianblüte, Schafgarbe und Melisse. „Wenn´s Bauchl zwickt“ helfen Himbeerblätter, Fenchel, Thymian, Kamille, Ringelblume und Minze. Entschlackungend wirkt eine Mischung von Brennessel, Löwenzahnblätter, Gänseblümchen und Birkenblatt. Wer aber „Lust auf Liebe“ hat, bekommt einen Tee aus Rosenblüten, Salbei, Bohnenkraut und Pfefferminze. Für jede Tageszeit stellt die Kräuterfee ein bekömmliches Getränk, für jede Stimmung oder jedes Wehwehchen. Das Mischungsverhältnis spielt dabei eine große Rolle sowohl für die Wirkung als auch für den Geschmack des Tees.

 

        Entschleunigung auf natürliche Art

        Annette Wallner war 16, als sie ständig unter Blasen und Nierenbeschwerden litt. Sie nahm Antibiotika. Später kam die Diagnose Gebärmutterhalskrebs. Die junge Frau stellte komplett ihre Ernährung um, weg von Fertigprodukten, keine Wurst mehr und kein Schweinefleisch. Dafür trank sie viel, bittere Tees,  Tausendguldenkraut, Schafgarbe, ...

Annette Wallner fühlte sich zunehmend besser. Für die Naturheilpraktikerin bedeuten die Kräuter Einklang mit der Natur, Lebensfreude, Kontakt zur Erde. „Ich habe mir früher viel Stress aufgeladen, war überfordert, zerrissen. Ich war stets woanders, nie bei mir. Entschleunigung auf natürliche Art, den Augenblick wahrnehmen und geniessen, musste ich erst lernen. Mein Leben ist leichter geworden. Der Garten befriedet meine Seele und bringt mich wieder auf den Boden.

Das Schmuckstück darin bildet eine Kräuterspirale, die alte keltische Symbolik für Fruchtbarkeit. Die Steine ringsum speichern die Wärme, so dass schon zeitig mit dem beginnenden Frühling die ersten Kräuter blühen. Rosmarin, Thymian, Salbei, Lavendel, Bohnenkraut, Minze, Curry, Petersilie.

Ihre besondere Liebe und Pflege gilt aber dem Kräuterkraftkreis, der auf einer kleinen Anhöhe mitten im Dorf angelegt ist.

 

       Vier Elemente

       Er ist nach den vier Elementen Erde, Wasser Luft und Feuer ausgerichtet. Vier handgeschnitzte Lärchenholzsäulen in der Mitte angeordnet, symbolisieren die Wirkungsweisen der Kräuter und die Urqualitäten des Lebens. Früchte stehen für das Feuer, Blätter für das Wasser, Wurzeln für die Erde und Blüten für die Luft.

Von hier aus hat der Besucher einen herrlichen Blick auf die mit Kräuterfresken und Blumen reich verzierte Dionysos Kirche. Der heilige Dionysius zählt zu den 14 Nothelfern und wird als Fürbitter bei verschiedenen Krankheiten angerufen, insbesondere bei Kopfleiden und Gewissensängsten. Das Kräuterdorf Irschen hat seinen Kopf nicht verloren. Verwurzelt mit der Erde, klar und hellwach geht die Gemeinde im Drautal ihren Natur- und Kräuterweg.

                                                                                                               

Auskunft:

Kräuterdorf Irschen

A-9773 Irschen

Telefon 04710/2377-2

www.irschen.eu

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Kirchen und kleine Fachwerkhäuser prägen die Dörfer in der Region

Das Öl der Berge

Die Albrechts führen in dritter Generation die Tiroler Steinölwerke.

Text und Fotos. Heidrun Lange

 

       Schon vor 500 Jahren kamen die österreichischen Landesfürsten, Kaiser und Könige an den Tiroler Achensee. Meist zum Jagen oder Fischen. Herzog Sigismund ließ 1446 an der schönsten und sonnigsten Stelle des südwestlichen Ufers ein Fischerhaus errichten, das der spätere Kaiser Maximilian zum Fürstenhaus ausbaute.

 

       Der neue Hoteldirektor Wilfried Denk ist dabei, sich mit der Gegend vertraut zu machen. Deshalb unternimmt er regelmäßig Ausflüge, gern mit Gästen. „Eine Wanderung in der herrlichen Bergluft. Es ist nicht schwer, nur einige Höhenmeter sind zu überwinden", verspricht er denen, die sich zu früher Morgenstunde eingefunden haben. Er reicht jedem die Nordic Walking Stöcke. Die Luft riecht nach Wald und Moos. Denk und seine Gäste wandern am glasklaren Achensee vorbei, der wie ein Kristall zwischen den großen Bergmassiven schimmert. Gleich hinter dem Dorf steigen drei bewaldete Täler und Almen leicht an und gehen in die Bergwelt des Karwendel über, mit seinen Zweitausendern wie dem Sonnjoch oder der Lamsenspitze. Es sind nur wenige Wanderer unterwegs.

 

        Das Geheimnis in den Bergen

        Der Weg ist schmal und erste Steigungen beginnen. Denk erzählt von der alten Geschichte aus den Bergen, die die Einheimischen wie einen Schatz hüten. Er deutet in Richtung Bergmassiv. Dort hat vor über hundert Jahren Martin Albrecht durch Zufall Steine entdeckt, die er schon lange suchte. Denn die sollten brennen, sobald man sie ins Feuer wirft. Über 100 Jahre später ist das Unternehmen ein florierender Familienbetrieb in der dritten Generation, der Ölschiefer abbaut und zu Tiroler Steinöl weiterverarbeitet. Bis 1946 die erste Materialseilbahn gebaut wurde, haben die Steinölbrenner die 25-Liter-Ölfässer mit der Kraxn auf dem Rücken mehrmals am Tag zum Joch geschleppt. Sowohl am Abbau als auch an der eigentlichen Gewinnung hat sich im Laufe der Jahrzehnte wenig geändert, wie man im Vitalbergmuseum in Pertisau sehen kann. „Wir wollen authentisch mit der Natur, der Geschichte und den Produkten bleiben", sagt der Enkel des Gründers, Hermann Albrecht. Während man früher den Ölschiefer im Stollen per Spitzhacke abbaute, wird er heute im Tagebau durch Sprengungen gewonnen. Doch nach wie vor müssen die Brocken mit der Spitzhacke zerkleinert und vor Ort ausgebrannt werden.

 

       Massageöl und Bodylotion

       Die schwarze Flüssigkeit ist gesund. „ Mein Großvater wollte eine entzündungshemmende Heilsalbe für Mensch und Tier", erklärt Albrecht. Es war eine Salbe, die ziemlich deftig nach Teer roch. Mit der Wellness Welle entwickelten die Albrechts neue, wohlriechende Produkte. Neben der klassischen Zugsalbe gehören vom Massageöl bis zur Body Lotion 18 unterschiedliche Pflegeprodukte, die alle die heilsame Kraft des Meeres und jede Menge Schwefel enthalten. Denn im Ölschiefer sind pflanzliche und tierische Organismen eingeschlossen, die vor Millionen von Jahren auf dem Grund des Ur-Mittelmeeres konserviert wurden und bei der Auffaltung der Alpen nach oben gelangten.

Am besten spürt man das Steinöl als authentisches Pflegeprodukt. Es gibt Fangopackungen, Steinölmassagen oder Bäder in der Wellness-Abteilung des Hotels Fürstenhaus. Alles im Spa- Bereich, der sicher auch die verwöhntesten Luxus- Geschöpfe in Begeisterung versetzt. 3.000 m² groß ist der lichtdurchflutete PURIA Premium Wellness Bereich des Hotels und in die grandiose Natur integriert.



Anreise:

 

Mit dem Auto:

Gäste aus Deutschland fahren auf der Autobahn A8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Holzkirchen. Von dort folgen sie der mautfreien Strecke über den Achenpass in Richtung Maurach und weiter bis Pertisau. Die mautpflichtige Anreise aus Deutschland führt über die A12 in Richtung Kufstein und dann weiter auf der Inntalautobahn in Richtung Innsbruck /Brenner bis zur Abfahrt Wiesing. Am ersten Kreisverkehr nehmen Besucher die Ausfahrt Achensee und fahren bis Pertisau. Aus Richtung Schweiz kommend fahren sie über den Arlberg/Brenner Richtung Innsbruck ebenfalls bis zur Ausfahrt Wiesing und gelangen über die Ausfahrt Achensee am ersten Kreisverkehr entsprechend der Beschilderung direkt nach Pertisau.

 

Mit der Bahn:

Bahnreisende aus Deutschland nutzen die zahlreichen Direktverbindungen der Deutschen Bahn bis zum Münchener Hauptbahnhof. Dort steigen Gäste in den Eurocity nach Jenbach (Fahrzeit cirka 90 Minuten). Öffentliche Busse und Taxen stehen für die Weiterreise nach Pertisau bereit. Ein kostenpflichtiger Transfer zum Hotel kann angefragt werden.

 

Mit dem Flugzeug:

Der nächstgelegene Flughafen ist Innsbruck. Er wird unter anderem von Lufthansa und airberlin angeflogen. Die Anreise ist außerdem über den Flughafen Salzburg möglich. Von hier operieren zum Beispiel  die Lowcost Carrier germanwings und flyniki aus Berlin, Köln und Zürich. Auf Wunsch organisiert das Hotel einen kostenpflichtigen Transfer vom Flughafen oder Bahnhof Jenbach.

 

Übernachten:

 

Bettina und Wilfried Denk

Travel Charme

Fürstenhaus Am Achensee

Pertisau Nr. 63

A-6213 Pertisau am Achensee/Tirol

Tel.:  052 43 - 54 42-0

Fax:  052 43 -  54 42-555

Internet:www.travelcharme.com

e-mail: fuerstenhaus@travelcharme.com

 

Aktivitäten:

 

Die Achensee-Erlebniscard eröffnet sieben Tage lang tolle Urlaubs-Abenteuer: Mit Rofanseilbahn und Karwendel-Bergbahn nach oben starten und mit Dampfer auf dem See kreuzen, mit Europas ältester Dampf-Zahnradbahn auf einen Nostalgietrip gehen, durch das Notburga-Museum und das Traktorenmuseum in Maurach sowie die Swarovski Kristallwelten in Wattens schlendern. Und das alles, so oft man will - zum Komplettpreis von 49 Euro. Für Kinder gibt's Ermäßigung.

Als Seeräuber den Achensee-Dampfer entern oder einen Schatz auf der Gaisalm suchen. Mit der historischen Dampfzahnradbahn zum Indianer-Camp aufbrechen. Oder auf der Pletzachalm die Oberhexe Achenfix aufspüren, an der Seite eines Profis am Rofan-Klettersteig üben oder mit Pferden durch die freie Wildbahn galoppieren.


Weitere Informationen:  

Tourismusverband Achensee
Im Rathaus 387
A-6215 Achenkirch am Achensee
Telefon: +43(0)52 46-5300
Internet: www.achensee.info

 

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Plattform am Gaislachkogl

Auf riesigen Sohlen durch Weiß und Eis

Text und Fotos: Katharina Büttel


Schneeschuhwandern ist ein stiller Wintersport. Im Ötztaler Bergdorf Vent kann man ihn ausprobieren - abseits der tollen Pisten und dem quirligen Nachtleben von Sölden.

 

        Die Gruppe ist buntgemischt. Darunter ein sportlicher junger Mann, der wohl eine Auszeit vom alpinen Skizirkus genommen hat und Kilian, der gutgelaunte Bergführer vom Haus Hubertus: „Darf ich Euch alle duzen? Okay, ein kurzer Gang durchs Dorf, dann weiter auf Schneeschuhen querfeldein durch nichtpräpariertes Gelände bis zum Ende der Spiegelbach-Schlucht - gut zwei Stunden, ganz gemütlich".
Das sollte kein Problem sein. Schneeschuhwandern kann schließlich jeder, Kinder und Ältere. Am Ortsende, in gut 1900 Meter Höhe sind flugs die Schneeschuhe untergeschnallt und los geht's durch die tiefverschneite Märchenlandschaft. Die Schneeschuhe sehen aus wie breite, superkurze Ski und sind mit wenigen Handgriffen an den Wanderstiefeln befestigt. Schon nach einigen Minuten hat Kilian seine Gruppe in eine andere Welt geführt. Er hatte recht: Wer früh losgeht, genießt die schönsten Stimmungen. Die frühe Sonne säumt den Kranz der Berghänge und färbt den frostigen Schnee rosé. Und diese Stille. Man meint, sie hören zu können, klar und deutlich. Nur Schnee knirscht fast metallisch unter den Sohlen, Eiskristalle glitzern in der Sonne, gefrorene Wasserfälle leuchten eisblau, ab und zu plätschert ein Rinnsal aus Schmelzwasser durch das Flussbett. „Hier waren Murmeltiere unterwegs". Kilian deutet auf die Spuren im Schnee. „Schaut, weiter oben am Hang stehen drei Gemsen und beobachten uns." Wer mit Schneeschuhen unterwegs ist, dem bleibt viel Zeit zum Schauen. Und es kommen alle, die auch im Winter nicht aufs Wandern verzichten wollen, voll auf ihre Kosten.


        Dreitausender und Steinböcke
        Die kleine Karawane zieht energisch weiter, erobert unberührtes Gelände, zieht durch lockeren Tiefschnee über sanfte und weite Hänge, über die weiß bedeckten Steine des Spie-gelbachs zum Niedertal. Immer wieder bleibt der 38-Jährige stehen, doziert kenntnisreich über die gewaltige Natur des Ötztales mit den 250 Dreitausendern und deren Bewohner: „Rehe, Dachse und in den Bergen zeigen sich auch immer wieder Steinböcke."
Knapp drei Kilometer pro Stunde - je nach Steigung - legen Tourengänger auf ihren Schneeschuhen zurück. Mit den Gestellen aus Leder mit Holzrahmen von einst haben die modernen Sportgeräte nicht mehr viel zu tun. Leichter Kunststoff mit Eisenzargen für besseren Halt schont die Kräfte. Erfunden wurde das Schneeschuhwandern von den Inuit in Alaska, die als erste auf riesigen Sohlen durch tiefen Schnee stapften. Sie machten vor, worauf es bei dieser Sportart ankommt - den Rhythmus der Natur wieder zu spüren und sich selbst in diesem Rhythmus zu bewegen.
Eine leichte Senke, erneut ein kurzer Anstieg durch die wildromantische Landschaft, die wir nur Dank unserer Schneeschuhe erleben können. Am Horizont türmt sich der schroffe Gipfel der 3455 Meter hohen Kreuzspitze auf, in anderer Richtung der 3739 hohe Weißkugel und weiter links Österreichs zweithöchster Berg, die 3774 hohe Wildspitze. Am Ende der Schlucht verteilt Kilian kräftige Schnapserl aus seinem Rücksack. „Zur Stärkung für den Rückweg. Ihr Flachländer seid ja schließlich die Höhe nicht gewohnt.


        Partylaune am Giggijoch
        Das Gegenprogramm zu Stille und Langsamkeit findet am Giggijoch in 2284 Meter statt. Immer freitags ab Mittag strömen von den Pisten und Hängen Skiläufer und Snow-boarder, Groß und Klein, auf Söldens Hochplateau zusammen. Gemeinsam wird dort Party gefeiert, diese Woche sogar Rock n' Roll getanzt zu Livemusik der „Monroes". Die Stimmung steigt, wen wundert's: Die Atmosphäre ist gut, die Gäste auch: Der gestylte Manager neben den Mädels mit den lustigen Schwarzwald-Mützen, der Familienvater neben dem Tiroler Pensionär - beide lachen mit dem kernigen Skilehrer. Nach der Talfahrt geht's zum Après-Ski in den „Kuckuck" oder ins „Grizzli". Dort ist es weder glamourös noch mondän, die einzige Pelzmütze trägt der durchfrorene Helfer am Skilift. Man sitzt lieber „gsellig" mit Einheimischen bei einem Glaserl Wein oder auch zwei. Nach Sonnenuntergang verwandeln sich die Hotels in eine lange Lichterkette. Highlife im trubeligen „Fire and Ice", später ist dann im Partyhouse, dem Ausgeh-Hotspot auf zwei Etagen, Party angesagt. Da zweifelt niemand mehr, dass Sölden als Amüsier- und Event-Ort mit Nachtskilauf, Feuerwerk und einem open-air-Theater für Shows am Gletscher unter den Top Three des Landes rangiert.


        Stille nach der Party
        Erst am Morgen ist es wieder still in den Bergen. Ist der Himmel blau und die Luft glasklar, dann ist ein Champagner-Frühstück mit Austern und Kaviar auf der Glas-Stahl-Plattform am Gaislachkogl der ultimative Kick - in luftigen 3058 Meter Höhe! Die Weite, der sensationelle Rundblick über die weißen Gipfeln - das kommt einem Glücksgefühl von Freiheit und Luxus schon sehr nahe. Der Alltagsstress ist über alle Berge, hier oben herrscht nur noch Stille, über uns die wohligwärmende Sonne. Das geht sich doch aus, oder?

 

 

 

Service:
Anreise:
Mit dem Flieger oder Bahn bis München, weiter mit der Bahn bis Sölden. Ab München mit dem Auto über Garmisch und Seefeld, ca. 3 Stunden.
Schneeschuhwandern: Diverse Angebote in der Bergführerstelle Vent, A-6458 Vent 29; e-mail: bergfuehrer.vent@aon.at
Pistenangebote: 150 Kilometer präparierte Pisten; Höhenunterschied 2000 Meter; viele Bergrestaurants und Skihütten; drei Dreitausender, die „BIG3-Rallye" über 50 Kilometer und 10.000 Höhenmeter, Sommer und Winter Gelände erschlossen; Skipass: 3 Tage für Erw. ab 106 €, Jugendliche ab 75,50 € bis Ende März. April: Power-Sonnenski mit vielen Events.
Wellness: Die Aqua Dome-Therme in Längenfeld ist die modernste in Europa mit Luxus-Hotel. Eintritt ab 11 €/Person. www.aqua-dome.at
Unterkunft: Vom Privatzimmer bis zum 5-Sterne-Hotel; z.B. 4-Sterne-plus-Hotel Bergland, tolles Sky-Spa mit Blick auf die Ötztaler Bergwelt; Spezialpaket: 4 Nächte, 3-Tage-Skipass, Sky-Spa-Massage, 10 % Rabatt im Sportshop für 815 Euro; Tel.: 0043/5254/22400; mail: info@bergland-soelden.at


Tourismusverband Ötztal, A-6450 Sölden,

Telefon: 043(0)5254 510-0

e-mail: info@soelden.com

Internet: www.soelden.com

 

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Schritt für Schritt die Natur entdecken

Text und Fotos: Heidrun Lange

 

 

Winterurlaub abseits der Skipisten kann spannend werden. Mit dem Nationalpark Ranger stapfen Sie im Gasteiner Tal bergwärts über sonnenbeglänzte Hänge durch glitzernden Schnee. Vor Ihnen waren nur die Waldbewohner da, deren Spuren Sie da und dort entdecken.

 

      Eben noch hat das schlanke Hermelin wie ein Pfahl Männchen gemacht, schon ist es mit einem Satz vor die Maus geschnellt und fasst mit nadelspitzen Zähnen zu. Kaum ist das weiße Tier im Schnee zu sehen. Nur die Kulleraugen blitzen verwegen. Mit der Maus im Fang hüpft das Großwiesel mit wedelndem Schwanz davon. Hans Naglmayer ist begeistert. So ein Naturschauspiel sieht der Nationalpark Ranger nicht alle Tage. Seinen Wanderern, die mit Schneeschuhen durch die weiße Pracht stapfen, erklärt er, dass so eine Hermelin-Spur im Schnee unverwechselbar sei. Sehen sie: „Hier war noch alles ruhig. Paarweise setzt das Hermelin die Pfoten und springt mit den Hinterpfötchen exakt in die Paarspur der Vorderpfötchen". Dann zeigt er mit Finger auf sich ändernde Spuren: „Hier wo die Schneeschicht ein wenig fester ist, hat das Hermelin die Maus noch einmal rennen lassen. Die hat jedoch keine Chance zu entkommen. Da, drei Sprünge, und schon hat das Hermelin sie wieder erhascht."
       Bis eben unberührt, still und scheinbar reglos wie unter einer Watteschicht verpackt, liegt das Gasteiner Tal vor uns. Der Ranger stapft weiter mit uns durch die Winterlandschaft, weitab von Loipen und Abfahrtsrummel. Am Waldesrand waren Rehe auf Nahrungssuche und Hasen haben ebenfalls typische Spuren hinterlassen. Beim „Hasensprung" werden die nebeneinander gestellten Hinterpfoten stets vor die hintereinander stehenden Vorderbeine gesetzt", klärt der Spurenkenner auf. „Der hier hatte es offenbar ebenfalls eilig, denn die Spur ist verwischt", schaut Naglmayer in den Wald. „Droht den Tieren Gefahr von oben?", will ein deutscher Gast wissen, der einen schwarzen Punkt am Himmel verfolgt. Der Punkt entpuppt sich als Bartgeier. Der Ranger erkennt ihn sofort am keilförmigen Schwanz. Er kann den Gast beruhigen. Von dieser Vogelart geht keine Gefahr aus. Es sei ein Aasfresser. Fast wäre es um diesen König der Greifvögel geschehen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war er innerhalb weniger Jahrzehnte ausgerottet worden. 1986 startete ein Wiederansiedlungsprojekt, an dem sich Deutschland, die Schweiz, Frankreich, Italien und Österreich beteiligten. Als erster wurde ein junger, in Gefangenschaft geschlüpfter Bartgeier im Österreicher Rauristal ausgewildert. Seither sind laut Naglmayer über 150 dieser imposanten Flieger wieder in den Lüften des Alpenraums unterwegs.

 

Auskunft:
Wer mit dem Ranger Hans Naglmayer unterwegs sein möchte:
Hans Naglmayer
Wieden 55
A- 5630 Bad Hofgastein
Mobiltelefon: +43 0664 916 4775

 

oder über:

 

Gasteinertal Tourismus GmbH
Tauernplatz 1
A-5630 Bad Hofgastein
Telefon: +43 (0)6432/ 3393 0
Internet: www.gastein.com
e-mail: info@gastein.com

 

Unterkunft:

Hotel Astoria

Salzburger Straße 24

5630 Bad Hofgstein

Tel.: 06432/ 6277

www.astoria-hofgastein.at

 

Essen beim Feng Shui Wirt

Unterbergerwirt

Unterberg 7

5632 Dorfgastein

Tel.: +43 6433/ 70 77 0

Fax:  +43 6433/ 70 77 77

www.unterbergwirt.com

 

 

Anreise:
Mit dem Flugzeug:
Mit Air Berlin von München nach Salzburg. Von dort sind es zirka 90 Kilometer bis ins Gasteintal. Viele Gastgeber bieten einen Transferservice.

www.airberlin.com

 

Mit der Bahn
In den Bahnhöfen Bad Hofgastein und Bad Gastein halten Euro- und Intercityzüge, Schnell- und Expresszüge. Jedoch nicht alle Züge halten am Bahnhof Dorfgastein. Es bestehen ständige Taxi- und Autobusverbindungen zu den einzelnen Ortsteilen.

 

Mit dem Auto:
Von München kommend fährt man über die Tauernautobahn Richtung Bischofshofen, verlässt dort die Autobahn und fährt auf die Bundesstraße B167 Richtung Schwarzach im Pongau und weiter Richtung Zell am See. Bei der Ausfahrt Gasteintertal verlässt man die Bundesstraße und fährt direkt durch das eindrucksvolle Tal nach Bad Hofgastein.

 

Voraussetzungen für eine Schneeschuhwanderung:
Zwei moderne Schneeschuhe aus leichtem Material an den Füßen, zwei Stöcke in den Händen, ein Rucksack mit einer Thermoskanne Tee und einer herzhaften Jause und eine kleine Gruppe bekennender Naturliebhaber, da gelingt eine Schneeschuhwanderung. Die leichten Touren dauern rund 2 Stunden und bedürfen keinerlei Vorkenntnisse oder besonderer konditioneller Voraussetzungen.

 

Gastein Card
Die kostenlose Gastein Card, gültig für alle drei Orte des Gasteinertals ( Bad Gastein, Bad Hofgastein und Dorfgastein). Diese erhält der Besucher beim jeweiligen Gastgeber. Sie gilt für den gesamten Aufenthalt und bietet teils kostenlos und zu ermäßigten Preisen professionelle Begleitung bei Kletterstunden, Schneeschuhwanderungen, Langlaufschnupperkurse. Ermäßigte ist auch ein Casinobesuch oder ein entspannenden Tag in einer der berühmten Gasteiner Thermen.
www. card.gastein.com

 

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Feuerwerk über der Festung Hohensalzburg

Silvester in Salzburg - die ganze Altstadt wird zum Festsaal

Text und Fotos: Katharina Büttel

 

Alles Walzer: Zum Jahreswechsel gerät die sonst eher solide Mozart-Stadt für ein paar Stunden stil- und temperamentvoll aus den Fugen.

 


        Schlag zwölf. Dunkel und mächtig, mahnend und feierlich zugleich tönen die Kirchenglocken durch die Altstadtgassen; sie läuten den Wechsel vom alten zum neuen Jahr ein. Klangfetzen vermischen sich mit den Knallern des prächtigen Feuerwerks, das traditionell von der Festung Hohensalzburg aus abgeschossen wird. Es knallt und zischt, bunte Raketenkugeln verfärben den winterlichen Himmel, lassen die barocken Kuppeln von Dom und Stift St. Peter hell erleuchten. Im Hintergrund hört man - wie soll es anders sein - den obligaten Donauwalzer. Man prostet sich zu, ein älterer Herr schenkt seiner Angebeteten eine rote Rose und flüstert ihr ins Ohr: „Am liebsten würde ich Dir heute alle 100 Meter eine Rose schenken". Man isst süße Krapfen, küsst sich wie einst beim ersten Rendezvous in den lauschigen Durchhäusern, das sind die Passagen zwischen den Gassen mit ihren Arkaden und Innenhöfen.
         Lichterglanz über der Salzach! Von der Staatsbrücke aus hat man einen tollen Rundblick auf die Feuerwerke der Stadt. Der glitzernde Fluss, die Festung, die wie eine Krone das Bild der Stadt beherrscht und die zahlreichen historischen Häuser verbreiten eine unvergleich-liche Atmosphäre. Dieses Ereignis feiern rituell Bürger und Touristen aus aller Welt unter freiem Himmel - am liebsten in ihrem konstanten Viereck zwischen Salzburgs weltberühmter Barock-Shopping-Meile Getreidegasse, Mozart- und Residenzplatz - dem „Salon" der Fürstenstadt - und dem Mirabellgarten.

 

        Schwarzpulverböller verabschieden das Alte Jahr
        Bevor jedoch das Glück des Neuen Jahres einkehren kann, muss das Alte gebührend verabschiedet werden. Das besorgen nach altem Brauch die Prangerstutzen-Schützen von der Kapuzinerabtei gegenüber dem Mönchsberg aus. Von dort oben sieht die Stadt so festlich, heiter und barockprächtig aus. Verschwenderisch sei Salzburg gebaut, schwärmte der Schriftsteller Stefan Zweig: „Mächtig die Türme, mächtig die Paläste, herausfordernd groß die Kirchen...Zwanzig, dreißig Kirchtürme steigen empor aus dem sonst enggewinkelten Häusergewühl". Also Punkt sechszehn Uhr donnern die Sternschießer mit Schwarzpulver-Böllern aus ihren plumpen, 20-kiloschweren Büchsen das Alte Jahr hinaus. Das geht am besten mit viel Lärm und Schampus - da sind sich alle einig.
Früher einmal haben sich hauptsächlich Partymuffel auf dem Kapuzinerberg und unten in den Gassen eingefunden, um sich mit einer mitgebrachten Flasche auf Neujahr einzustimmen. Mittlerweile aber verwandelt sich die ganze Altstadt in einen Festsaal, indem vom frühen Nachmittag an bis weit hinein in den Neujahrstag musiziert und gesungen, gegessen und getrunken, Theater und Kabarett gespielt und natürlich getanzt wird. Nach dem Motto „Jedermann in Salzburg".
Als Metropole der Musik zieht „die schöne Stadt Salzburg" - wie der hier geborene Lyriker Georg Trakl sie bezeichnete - längst auch junges Publikum an. Wer es zu Silvester so richtig krachen lassen möchte, ist hier genau richtig. Bei Rock und Pop fiebern die Szenepeople auf der Open-Air-Partyzone vor der Residenz mit Live-Musik und DJs dem Jahresende entgegen. Schon nachmittags können sich die Jüngsten aufwärmen und amüsieren bei Musik, Tanz und Tohuwabohu.

 

         Leise Mozartmusik erklingt im Dom
         Bevor jedoch der Countdown ins Neue Jahr schrumpft, laufen Menschen kreuz und quer über prunkvolle, leere Plätze. Besucher schauen an Kirchfassaden hoch, eine barocker, romanischer als die nächste oder verharren vor der Fassade des Barockpalais Rupertinum, die der legendäre Friedensreich Hundertwasser mit bunten Keramikfliesen aufgepeppt hat. Auf dem Domplatz ertönt leise Musik, natürlich vom göttlichen Wolferl Amadeus Mozart. Die berühmte Andacht zum Jahresschluss im Dom ist bis auf den letzten Platz gefüllt - der Tannenbaum, die Kirchenwände, alles ist noch weihnachtlich geschmückt. Vor dem Portal lauscht ein Pärchen versunken der Musik - eilige Passanten ziehen vor ihnen auf Schnäppchenjagd vorbei.

 

        Salzburgs Frauen putzen sich heraus
        Schöne junge Frauen - und von denen gibt es in Salzburg viele - stecken im Café Tomaselli aufgeregt die Köpfe zusammen. Das Tomaselli am Alten Markt ist übrigens das Kaffeehaus der Stadt - neben dem Café Bazar rechts der Salzach. Dort verkehren eher Künstler und Intellektuelle; im Tomaselli alles was glänzt und glamourt. Bei einer Portion Salzburger Nockerln und einer Melange wird gerätselt: Wo gibt es noch etwas Ausgefallenes für den großen Silvester-Auftritt? In den Boutiquen in der Getreidegasse mit Modellen der Labels DIVA by makole, Tanja Gündling oder Dantendorfer? Oder reicht die Zeit noch, den Europark, ausgezeichnet als weltbestes Shoppingcenter, zu stürmen? Jede will schick und verführerisch sein bei der privaten Hausparty, beim Mozart Dinner Concert im Barocksaal des Stiftskellers mit Opernsängern in Mozart-Kostümen oder beim „Walzer-Fieber" im Mozarteum. Ganz besonders elegant natürlich bei den Konzerten im Schloss Mirabell und auf der Festung, bei der Operngala im Berg und beim Neujahrskonzert im Großen Festspielhaus. Die Festspiele übrigens wurden in diesem Jahr besonders gefeiert - schließlich gibt es die „Fünfte Jahreszeit" mit Musik der grandiosen Zwei, Mozart und Bach, bereits seit 90 Jahren.
         Duft von Maroni und heißem Kräuterlikör umgibt die übriggebliebenen Stände des Weihnachtsmarktes. Liebevoll gestaltete Buden offerieren Glücksbringer, Glaskunst, Handgestricktes, würzige Naschereien. Eine Wahrsagerin wartet auf Mutige, Hungrige schnabulieren Biersuppe. Neugierige kosten und vergleichen Mozartkugeln, um die es einen erbitterten, absurden Streit zwischen den Herstellern gab. Wem gilt nun der Ruhm? Den „echten" rotverpackten der Firma Mirabell oder den „originalen" blausilbrigverpackten des Konditors Paul Fürst, der sie 1890 als erster „komponierte". Beide jedenfalls schmecken himmlisch!

 

         Kasnocken und Salzburger Nockerln
        Jazz- und Bluesmusiker unterhalten mit ihrem Können vor den mittelalterlichen Gebäuden der Altstadt. Durchgefrorene Flaneure wärmen sich im 660 Jahre alten, originellen Zimmerlokal „Zum Eulenspiegel" auf, wo man gleich noch für den Abschlussabend eine künstlerisch-kulinarische Begegnung mit der Salzburger Küche buchen kann. Auf rührend altmodischen Holzbänken kommen sich die Silvestergäste schnell näher, genießen gemeinsam Kasnocken, Tafelspitz vom Kalb und Pinzgauer Krapfen zu Bier und Wein! „Zwischen den Gängen geht nach altem Brauch der Rauchfangkehrer durch die Zimmer und verschenkt Klee als Glücksbringer", verspricht Chefin Brigitte Gruber.
         Unentwegte können sich nach durchfeierter Nacht am Neujahrsmorgen auf dem Residenzplatz auch gleich mit einem herzhaften Katerfrühstück stärken - mit Gulasch, pikanten Suppen, Sandwiches oder schlicht nur mit einem starken Kaffee, dem belebenden „Großen Braunen". All jene, die eine Runde Schlaf einschieben müssen und nach dem Trubel ein wenig Stille brauchen, finden im „Hotel & Villa Auersperg" eine wunderbare Bleibe auf Zeit. Ihnen wird am Neujahrsmorgen auf Wunsch sogar ein Katerfrühstück mit Alka Selzer ans Bett serviert, je nach Gusto gern auch ein opulentes oder nur ein leichtes Aufwachbrötchen - dazu erklingt das Neujahrskonzert im ganzen Haus.

 

         Katerfrühstück im Dreivierteltakt
         Wer dann die Augen wieder oder noch immer offen halten kann, macht einen zünftigen Spaziergang zum Landestheater. Wie jedes Jahr bringt Dirigent Professor Baldur Pauss und das Johann Strauß Orchester die Konzertbesucher mit Polkas, Schwung und guter Laune ins Neue Jahr. Alternativ lockt das klassische Neujahrskonzert im Festspielhaus. Und wer danach noch immer Lust auf Walzer, Strauß und Wiener Blut hat, eilt zurück zum  Residenzplatz oder stürzt sich ins Gassengewirr. Ab Nachmittag dreht sich dort alles im Dreivierteltakt: „Alles Walzer" Prosit Neujahr!.

 

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Service zu „Silvester in Salzburg"

 

Anreise: Mit dem Flugzeug zum Salzburg Airport gibt's günstige Tarife: Austrian Airlines, Lufthansa. Mit dem Zug gute ICE/IC-Verbindungen. Übrigens: Standplatz der beliebten Fiaker ist auf dem Residenzplatz!
Vorwahl Salzburg: 0043/662
Unterkunft: Zum Beispiel „Hotel & Villa Auersperg": Das Stadtdomizil aus der Gründerzeit vermittelt mit hochwertigem Interieur eine private Atmosphäre. Der Frühstücksraum hat eine Terrasse; im Garten stehen Liegestühle, auf der Dachterrasse ist die Sauna - und nur wenige Gehminuten von allen Sehenswürdigkeiten wie Mirabellgarten, Altstadt, Restaurants, Cafés, Konzerthäuser und Museen entfernt.
Doppelzimmer/N inkl. Frühstücksbüffet ab 108 Euro bis 215 Euro.
Tel.: 0043/662 88944-0; email: friends@auersperg.at; www.auersperg.at
Restaurants: Café-Restaurant „m32", gestaltet vom Italiener Matteo Thun im Museum der Moderne am Mönchsberg: Schöne Aussicht und eine Gault-Millau-ausgezeichnete Küche; Im Hangar 7 am Flughafen das „Ikarus" von Eckart Witzigmann. Er bietet Slow-Food-Menüs wie „Brain Food", „Mood Food" und „Beauty Food" an. Tel. -/-/219777. „Zipfer"-Bierhaus und „Auerhahn" sind alte Wirtshäuser mit ausgezeichneter Küche; „Carpe Diem" in der Getreidegasse 50: Fingerfood von Haubenkoch Jörg Wörther; Café Fürst am Alten Markt; Café Fingerlos mit feinsten Konditorwaren in der Franz-Josef-Str. 9; Im 50er-Jahrestil Café Wernbacher.
Festspiele: Ende Juli - Ende August: Informationen und Kartenbüro über www.salzburgfestival.at
Galerie: In der weltbekannten Kunstgalerie Thaddaeus Ropac werden zur Festspielzeit spektakuläre Vernissagen und Künstlerfeste inszeniert. www.ropac.net
Literatur: Polglott: Salzburg - Stadt und Land mit Karte kostet 9,95 Euro.
Salzburg-Card: freie Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, freier Eintritt in alle Sehenswürdigkeiten, Ermäßigungen; Erwachsene ab 22 Euro, Kinder ab 11 Euro.
Auskunft: und Silvester-Veranstaltungskalender bei Salzburg-Tourismus,
Tel.; 0043/662/88 98 70, www.salzburg.info

 

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Pralle Trauben für den Blaufränkischen

A bisserl Natur, a bisserl Kultur

 

Im Burgenland gibt's viel altes Gemäuer, gute Weine und launige Musikerlebnisse. Das Neueste ist die Suche nach den „Big Five" auf einer Safari im Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel im Osten Österreichs.

Text und Fotos: Katharina Büttel

 

           Kaffee am Nachmittag? Sollen ihn doch die Wiener trinken! Im Seewinkel, gar nicht weit von der österreichischen Metropole, gibt's schon um drei Uhr nachmittags ein Glaserl vom Blaufränkischen. Während der weiche Rotwein über die Zunge rollt, kann man so schön überlegen, was man noch Gemütliches machen kann: a bisserl Wandern oder Radeln rund um den Neusiedlersee, a bisserl was Historisches sehen, sich a bisserl im Thermalbad der St.- Martins-Lodge erholen oder a bisserl flotte Musik am Abend hören.

           Im Burgenland sind wir, jenem 166 Kilometer langen Schlauch, der östlich von Wien hinunterreicht bis in den Süden Österreichs. Im Norden liegt der Neusiedler See wie eine große flache Vogeltränke, gleich dahinter beginnt die Pannonische Tiefebene, Puszta, asiatische Steppe. Ein meist welliges Potpourri aus Mais- und Roggenfeldern, aus Weinbergen, Waldstreifen, Kürbisfeldern und Mähwiesen. „Lieblich" halt, Sommerfrische-Land. Und das zweitgrößte Weinanbaugebiet des Landes.

 

Out of Africa im Burgenland
          Es ist nicht viel los in Frauenkirchen. Das Städtchen, eingebettet in die flache Landschaft des Nationalparks und nah an der Grenze zu Ungarn, lag einfach zu lange im Dornröschenschlaf. Für Schwung sorgt nun die St. Martins-Therme und Lodge, die vor einem Jahr wie ein Schneckenhaus in ein acht Hektar großes, natürliches „Kies-Meer" hineingebaut wurde. Sie ist St. Martin gewidmet, dem Schutzheiligen des Burgenlandes, und rühmt sich, die erste Entdeckerlodge Mitteleuropas zu sein. Was heißen will, dass kleine Gästegruppen - ausgerüstet mit Fernglas, Fotoapparat, Tier- und Pflanzen-Bestimmungsbüchern - mit ausgebildeten „Rangern" auf „Pirsch" gehen. Serengeti lässt grüßen! Hier im Naturschutzraum halten sie zwischen Schilfgürtel, Salzlaken, Trockenrasen und Sandlebensräumen Ausschau nach grauen Steppenrindern, Wasserbüffeln, Trappen, Seeadlern und Mangalitzaschweinen und nicht nach Afrikas Löwen und Co. Dank guter Objektive erkennen wir vom Vogelstand aus in weiter Ferne Löffelreiher und zur Überraschung graue und weiße Reiher. Sie haben einfach vergessen, ihrem Vogelzug nach Afrika zu folgen und vermischen sich hier nun mit Kranichen, die wiederum von Ungarn kommend hier durchziehen.

Winzer sind Philosophen

          Jetzt „muss a Wein sein!" Könner sind sie, die Winzer aus dem Burgenland. Zur Mittagszeit lernen wir den Gangl Helmut aus Illmitz kennen. Neben den längst bewährten Roten, Cuvées und Weißen kredenzt er den Zweigelt Beerenauslese. In welchen Situationen er seinen gefeierten Süßwein denn gern getrunken wüsste? „Auf der Meditationsebene am liebsten" - philosophiert er lächelnd. Nur hartgesottenen Experten gelingt es allerdings, nach der dritten Probe noch eine „zarte Rauch-Röstnote, am Gaumen gut balanciert" oder die „angenehme Extraktsüße mit dichten Brombeeraromen" zu unterscheiden.
           Es empfiehlt sich, in der nächsten Buschenschänke mal nur ein Glas „Juvina aktiv", ein hiesiges Mineralwasser, zu bestellen. Denn nachmittags gibt's Kultur. In Eisenstadt steht das imposante Barockschloss mit einem riesigen englischen Landschaftspark der Fürsten Esterházy, eines der Wahrzeichen des Burgenlandes. Der Name Nikolaus Esterházy ist tief verbunden mit Joseph Haydn (1732-1809), der bis zu seinem Lebensende fürstlicher Kapellmeister und Komponist war und bereits zu Lebzeiten als Superstar gefeiert wurde. „Haydn ist das, was für die USA Elvis Presley ist - „the one and only", sagt Indendant der jährlich stattfindenden Haydn-Festspiele Walter Reicher. „Haydn hier im Barocksaal am Originalschauplatz zu erleben, ist das Credo. Schließlich gehört er zusammen mit Bach, Mozart, Beethoven und Schumann zu den „Big Five" der Klassik", fügt er stolz hinzu.
           Der Adelsfamilie der Esterházys gehören noch heute weite Teile des Burgenlandes - und seit 2006 in Trausdorf mit Blickkontakt auf das Stammschloss eines der modernsten Weingüter Europas. Der Weintempel besticht nicht nur mit dem weltweit ausgezeichneten Rebensaft, sondern auch mit der top-modernen Architektur. Über Jahrhunderte haben die Fürsten Esterházy die Entwicklung der Weinkultur maßgeblich geprägt - vom Welschriesling über den Pinot Noir bis zum Blaufränkischen. Flagschiff ist der rote „Tesoro". Sein Name stammt aus der Oper „Don Giovanni" und steht für ein Cuvée aus Merlot und Cabernet Sauvignon.

 

Musik erklingt auf Naturbühnen
          Von einer leichteren Art, als die Werke von Josepf Haydn, sind die Operetten, die zur Sommerzeit auf der Seebühne in Mörbisch am Ufer des Neusiedler Sees aufgeführt werden. Intendant Harald Serafin bietet mittlerweile über Jahrzehnte ein Gesamterlebnis aus Natur, Musik, perfekter Kulisse und abschließendem Feuerwerk im „Mekka der Operette". Alles nur für Omas? Keineswegs. Die Festspiele, mal mit der „Nacht in Venedig", dem „Zigeunerbaron" oder dem „Zarewitsch", genießen immer mehr jüngere Fans, die wieder im Walzertakt selig werden wollen.
            Nicht nur in Mörbisch, überall rund um den Steppensee wird Open-air-Bühnen-Flair geboten. Im Römersteinbruch St. Margarethen mit den bizarren Felsformationen, seit 2001 UNESCO-Welterbe, inszeniert Intendant Wolfgang Werner seit 1996 jedes Jahr Opern. Bewusst traditionell und mit sensationellen Bühnenbildern. Diesen Sommer erfreute Mozarts „Zauberflöte" das Publikum auf Europas größter Naturbühne. Alle fünf Jahre stehen die „Passionsspiele" auf dem Programm - nächstes Jahr ist es wieder soweit mit dem Leidensweg Christi. Der Wettergott wird - es scheint halt so - auch wieder gnädig sein.
           Der Burgenland-Besucher kann sich aber auch freuen, wenn der ungarische Geiger in Rust, wo die Störche auf den Dächern klappern, zu pannonischen Gerichten und dem önologischen Highlight „Ruster Ausbruch" den Bogen schwingt. Wenn dann noch Harald Krassnitzer, der „Winzerkönig" aus der gleichnamigen TV-Serie um die Ecke käme, das wäre doch gleich noch ein Glaserl Blaufränkischen wert.  

 

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Service „Burgenland“

 

Anreise: Air Berlin und Austrian Airlines fliegen täglich nach Wien. Vom Flughafen  Schwechat fährt ein Linienbus gut zwei Stunden bis Rust. Mobiler ist man mit einem Mietwagen – 1 Woche ab 190 Euro.

Kultur und Natur: Seefestspiele Mörbisch: 14.7. – 28.8.2011 „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß. Mail: tickets@seefestspiele-moerbisch.at; www.seefestspiele-moerbisch.at -

Im Römersteinbruch St. Margarethen: 12.6. – 15.8.2011 nach 5 Jahren wieder die „Passionsspiele“, 2012 die Oper „Carmen“; www.ofs.at -

Haydn-Festspiele Eisenstadt: Von April bis Oktober Festivals, Zyklen, Konzerte im Schloss Esterházy u.a., tourismus@eisenstadt.at; www.eisenstadt.at

Unterkunft: Private Zimmer bekommt man ab 25 Euro/F/P; Apartments schon ab 50 Euro/Tag; Hotels mit F/DZ ab 35 Euro/P.- Im 4-Sterne-Hotel- und Feriendorf  Vila Vita kosten 3 Tage/2 Nächte im DZ/HP mit Radausflug, Picknick u. Picknickkorb u.a. ab 220 Euro/Pers.; info@vilavitapannonia.at; www.vilavitapannonia.at

St.Martins Therme & Lodge: Jüngste Therme im Burgenland, Edelhotel und Ausgangspunkt für Expeditionen in den NP Neusiedler See-Seewinkel; z.B.: zu Weihnachten 2 Nächte plus 5-Gang-Menü u. Weihnachtsmenü mit Christmette, Brunch, geführte Expedition, Minibar u.a. Extras ab 319 Euro/DZ/Pers., kein EZ-Zuschlag!; info@stmartins.at; www.stmartins.at

Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel, Illmitz: Ganzjährig geöffnet, Radfahren erlaubt; mit Kino und Besucherbibliothek; Führungen; kein Eintritt

www.nationalpark-neusiedlersee-seewinkel.at

Restaurants: Das „Presshaus“ in Illmitz bietet beste Regionalküche und hervorragende Weinkarte an; presshaus.haider@aon.at; www.presshaus.com

Schlossweingut Esterházywein@esterhazy.at; www.esterhazywein.at ;

Restaurant „Henrici“ in Eisenstadt; ehemaliger Esterházy-Marstall gegenüber vom Schloss, hochwertige pannonische Küche; restaurant@henrici.at; www.henrici.at

Wirtshaus im Hofgassl mit einzigartigem Flair im Innenhof, Rust – großartige, kreative Gerichte. www.hofgassl.at

Näheres: Burgenland Tourismus, Eisenstadt; info@burgenland.info; www.burgenland.info

                                                                                                                                             -KB-

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