Österreich

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Pörtschach am Wörthersee

Die verschiedenen Töne von Türkis

 

 

Der Wörthersee ein warmer See, der im Frühling oft schon über 20 Grad und im Sommer 25 bis 26 Grad warm ist. 2006 war er das letzte Mal zugefroren. Der Wörthersee, der größte Kärntner Alpensee, ist mit vielen sonnigen Tagen, windgeschützt durch die Karawanken, ein Ort zum Erholen. Der sechzehn Kilometer lange und eineinhalb Kilometer breite See misst an seiner tiefsten Stelle 84 Meter.

Rundgang Pörtschach

Seit Eröffnung der Eisenbahnlinie 1864 entdeckte der Wiener Adel und das reiche Bürgertum die Schönheit des Wörthersees. In Pörschach kann man noch alte Bäderarchitektur mit reizvollen Villen und stilvollen Seehäusern aus der Zeit der Sommerfrische sehen. Dann geht es eine halbe Stunde über Stufen aufwärts zur Hohen Gloriette. Hier hat Johannes Brahms oft in der Natur verweilt und sich Ideen für seine Kompositionen geholt. Auf einer breiten Holzliege kann man die Ungarischen Tänze oder die Zweite Symphonie hören. Drei Sommer war er in Pörtschach von 1877 bis 1879 um zu komponieren. Dann geht es auf dem gleichen Weg auf

vielen Stufen wieder zurück nach Pörtschach zum Landungssteg der Wörthersee-Schifffahrt. Die Seefahrt geht nach Maria Wörth. Der Fahrtwind auf dem Schiff auf dem oberen Deck ist erfrischend. Ja, das ist Lifestyle, mit dem Schiff fahren, schwimmen oder wandern und danach in einen Buschenschank einkehren oder im Hotel relaxen. Auf einem kleinen Hügel liegen die Sommer- und die Winterkirche. Die Sommerkirche, die Wallfahrtskirche aus dem 16. Jahrhundert, ist die obere Kirche. Sie hat noch einen romanischen Eingang einer Vorläufer Kirche. Der Barockaltar aus dem 15./16. Jahrhundert ist farbprächtig und mit viel Gold verziert. In der Kirche findet gerade eine Trauung statt, sie ist die beliebteste Hochzeitskirche in Kärnten. Die kleine Kirche etwas unterhalb, ist die Winterkirche oder Rosenkranzkirche genannt, sie wurde für das einfache Volk gebaut. Es sind noch Teile von Fresken mit Aposteldarstellungen aus dem 12. Jahrhundert zu sehen. Die Glasfenster in der Kirche sind die ältesten Glasfenster in Kärnten. Die Alpenmadonna und die Beweinungsgruppe im Innenraum sind aus dem 15. Jahrhundert.

In luftiger Höhe

Eineinhalb Stunden geht es leicht bergauf zum Pyramidenkogel. Der in sich gedrehte Turm aus Lerchenholz, sieht aus wie eine in ihrer Bewegung erstarrte Balletttänzerin. Mit den Antennen misst der Turm einhundert Meter, er ist der höchste Holzturm der Welt. Die Sportlichen gehen zu Fuß die 441 Treppen hinauf, andere nehmen den Aufzug, der zur Plattform auf 64 Meter Höhe führt. Bis in die Karawanken und nach Slowenien kann man bei gutem Wetter sehen. Von der zweiten Plattform im Freien in 70 Meter Höhe schweift der Blick über bewaldete Hügel, Seen, Wiesen und Orte. Jetzt kommt die Qual der Wahl. Man kann wieder mit dem Aufzug nach unten fahren, die Stufen nach unten gehen, mit dem Flying Fox nach unten sausen oder im Freien Fall nach unten springen, angeseilt natürlich. Für Kinder steht fest, was sie machen, sie nehmen die Rutsche. Man setzt sich in eine Art Kissen und rutscht mit 20 Stundenkilometer nach unten. Es ist nicht dunkel in der Röhre, es gibt kleine Fenster durch die Licht fällt. Außerdem sind Bremsen eingebaut, sodass es keinen Geschwindigkeitsrausch gibt und jeder heil und quietschvergnügt unten ankommt.

Aktivitäten mit „Marie“

Für Aktivitäten, wie Wandern, Mountain Biken, Trail Running und Schwimmen, drüber gibt ein digitaler Urlaubsführer in der Hosentasche Auskunft. „Marie“, der virtuelle Guide, gibt Tipps und viele Informationen auf dem Smartphone, unter „Free Seelan“ an allen touristischen Punkten.

Das Parkhotel Pörtschach liegt direkt am Wörthersee

Das Parkhotel Pörtschach liegt direkt am See auf einer Halbinsel. Alle Zimmer haben einen Ausblick auf den See, entweder Richtung Velden oder Klagenfurt. Auf der Terrasse wird gerade eine Hochzeit gefeiert, das ist ein traumhafter Start für eine Ehe. Der Blick von der großen Glasfront in der Lobby und im Speisesaal geht direkt zum See. Das türkisfarbene Wasser spiegelt sich in der Hotelfassade wider. Im Haus spürt man, dass es ein Familienbetrieb ist. Die Stimmung ist gut und viele Angestellte arbeiten schon jahrelang für die Familie. Außerdem ist das Hotel Kaderschmiede für Auszubildende. Die Familie List, der das Hotel gehört ist ganz stolz, dass sie einen Auszubildenden hatten, der Weltmeister im Hotelfach- und Gastronomie wurde. 1963 wurde das Hotel im Baustil der 60-er Jahre eröffnet. Es war das erste Designhotel Österreichs und ist bis heute immer wieder modernisiert worden. Das Hotel hat einen guten Ruf für seine Küche. Abendmenü fängt mit einer großen Auswahl von Salaten vom Buffet an. Rindssuppe mit Grießnockerl, gegrilltes Zanderfilet oder vom Kärntner Kalb rosa gebratener Kalbsrücken mit Morchelrahm, Erdäpfelrahm und Gemüse werden serviert. Was Süßes geht immer. Der Nachtisch ist ein Grießknödel mit Butterbrösel und Apfel-Zimt-Mus. Käse vom Buffet beschließt das Menü. In der Lobby des Hotels spielt ein Pianospieler Lieder nach Wunsch. Ein Feuerwerk auf der anderen Seeseite beleuchtet den bei Nacht dunklen See manchmal kurz auf. Besser kann man den Tag nicht beginnen, als mit einem vitalen Frühstück auf der Terrasse des Hotels. Natürlich gehört der Blick auf den türkisfarbenen See dazu. Josef Dorner, ist der Chefkoch des Hotels. Im Hotel „Turracher Höhe“ hat er Erfahrung gesammelt. Er legt Wert auf eine bodenständige Küche und Tradition und kocht auf Haubenniveau. Eingekauft wird selbstverständlich in der Region. Vorgefertigte Gerichte sind ein „no go“. Das Wort Chillen bekommt im Parkhotel eine besondere Bedeutung. Der große Park oder der Strand am Seeufer sind die Höhepunkte des Hotels. Es gibt viele Liegen, eine große Terrasse, einen Ruheraum und ein Seerestaurant und ein Café. Das schönste ist jedoch im See zu Schwimmen. Auch für Kinder ist es in dem Hotel nicht langweilig, es gibt eine Kletterburg, Kindergarten, Badestrand, Tret- und Ruderboote. Ein tolles Kinderprogramm mit Piratenfahrten und Schatzsuche, Theater-, Zauberer- und einem Sportprogramm machen den Aufenthalt zu einem spannenden Erlebnis.

Gabi Dräger

Informationen:

Kärnten Werbung, Völkermarkter Ring 21 - 23, A-9020 Klagenfurt, Österreich, Tel: +43 463 3000, info@kaernten.at, www.kaernten.at

 

Wörthersee Tourismus, Villacher Str. 1, A-9220 Velden, Tel.: +43-4274-382288-0, info@woerthersee.com, www.woerthersee.com,

 

Pörtschach Tourismus, Werzerpromenade 1, A-9210 Pörtschach, Tel.: +43-4272-2354, info@poertschach.at, www.poertschach.at

 

Maria Wörth Tourismus, Seepromenade 5, A-9082 Maria Wörth, Tel.: +43-4272-2354, mariawoerth@woerthersee.com, www.maria-woerth.at, www.maria-woerth.info

 

Parkhotel Pörtschach ****s, Hans Pruscha Weg 5, A-9210 Pörtschach, www.parkhotel-poertschach.at

 

Pyramidenkogel, www.pyramidenkogel.info, www.pyramidenkogel.at,

www.genusswirt-pyramidenkogel.at

 

Wörthersee Card, www.card.woerthersee.com

Villach ist historisch und gleichzeitig lebendig und modern

 

Villach an der Drau, eine Stadt mit Badeseen, Thermalquellen, Bergen und der milden Luft vom Mittelmeer

 

Text und Fotos: Gabi Dräger

 

 

Die Riviera der Drau und der gute Berg

Das Ufer der Drau oder die Riviera der Drau ist mit „Enzis“ den farbigen Liegestühlen aus Kunststoff, wie sie in Wien im Museumsquartier stehen, bestückt. Die „Enzis“ sind Kultobjekte, sie werden gerne von Sonnenanbetern genutzt. Spaziergänger, Radfahrer, Skater, Jogger und Spaziergänger nutzen den asphaltieren Weg an der Drau. Der Blick schweift zum Vulkan der keiner ist, der nur so aussieht. Es ist der Mittagskogel mit 2.145 Meter in den Karawanken, auf seinem Kamm verläuft die Grenze nach Slowenien. Doch der Hausberg von Villach ist der Dobratsch mit 2.166 Meter. Er wird als der „gute Berg“ bezeichnet, da er das Trinkwasser für Villach sammelt. Er ist kein Skiberg mehr, die Liftanlagen wurden abgebaut und der Dobratsch wurde zum Naturschutzgebiet und Naturpark ernannt.

Downtown Villach

Der leicht ansteigende Hauptplatz ist beschaulich und die gute Stube der Stadt. In den Cafés und in den Geschäften trifft man sich oder man kann entspannt dem Treiben zusehen, es ist gut dass hier keine Autos fahren dürfen. Ein Stück weiter im mit Arkaden geschmückten Paracelsushof erinnert eine Gedenktafel, dass hier Paracelsus seine Jugend verbracht hatte. Er war wohl der prominenteste Einwohner Villachs. In der Mitte des Hauptplatzes steht die Dreifaltigkeitssäule, die 1739 errichtet wurden und von der sich die Stadt himmlischen Schutz erhoffte. Ein paar Jahre später wurden in Erinnerung an die Pest die Statuten von Maria, dem heiligen Florian und dem heiligen Rochus, dem Pest-Schutzpatron, hinzugefügt. Ein paar Schritte weiter steht eine Kopie des Prangers, der im Stadtmuseum steht. Im Sockel des Prangers sind die damals gängigen Strafen wie Handabschlagen, Ohrenabschneiden und Augenausstechen zur Abschreckung im Bildrelief dargestellt.

Stadtpalais

Das Stadtpalais der Grafen Khevenhüller wurde schon im 15. Jahrhundert gebaut. Die Khevenhüller waren eine der angesehensten und reichsten Adelsgeschlechter Kärntens. Im Stadtpalais versteckte sich 1552 Kaiser Karl V. vor seinem protestantischen Gegner Moritz von Sachsen. 1759 übernachtete Maria Theresia im Stadtpalais, als sie Villach dem Bamberger Erzbistum abkaufte. Ein anderer prominenter Gast im Haus war Jerome Bonaparte, der jüngste Bruder von Napoleon, der im Jahre 1880 übernachtete. Zwischen 1748 und 1875 wurde das Haus eine Postkutschenstation, dort mussten immer zehn Rösser bereitstehen. Für die 350 Kilometer bis Wien hatte man damals eine Woche gebraucht. Das Renaissance Haus mit seinen Kreuzgewölben ist heute das Romantikhotel Post. Frau Gerti bedient schon ewig im Hotel Post, jeder kennt sie. Sie trägt ganz stolz ein Dirndl von Rettl.

Campanile und Torte

Die spätgotische Stadtpfarrkirche St. Jakob wurde 1136 erstmals urkundlich erwähnt, sie hat etwas Besonderes, einen Campanile, einen frei stehenden Turm, ganz nach italienischem Vorbild. Der freistehende Kirchturm ist mit 94 Meter der höchste in Kärnten. Die Stadtpfarrkirche St. Jakob wurde nach dem Erdbeben als spätgotische Hallenkirche errichtet. Sie war 1526 Österreichs erste protestantische Kirche. Bemerkenswert ist die ungewöhnliche Renaissancekanzel, aus der der Stammbaum Jesse wächst. Praktischerweise liegt gleich gegenüber der Kirche, das traditionelle Café mit Konditorei Rainer. Eine Spezialität dort ist die Kärntner Torte aus einem Teig mit Walnüssen und Walnuss-Sahne und etwas Preiselbeeren. Die Torte ist oben mit rotem Marzipan gedeckt.

Was die Sachertorte für Wien ist, ist die Villacher-Torte für die Stadt, sie besteht aus Nuss-Sahne und Kirschen auf beschichtetem Nuss- und Schokoladenbiskuit und es gibt sie in im Cafe Koloini, ein bisschen abseits vom Zentrum – aber den Ausflug auf jeden Fall wert.

Immer wieder entspannen und genießen

Vor dem Neuen Rathaus am Rathausplatz gibt es statt eines Brunnens eine Fontäne die Kinder immer anzieht, um rumzuspritzen. Am besten sind die aufgestellten Liegestühle und Stühle auf dem Rathausplatz zum Entspannen. Dazu kann man sich in der gegenüberliegenden Eisdiele eine Eiswaffel holen. Im Winter ist hier der Platz Eislaufplatz.

Stadtmuseum Villach – den Römern auf der Spur

Es lohnt sich schon allein für den Renaissance Arkadenhof das Museum zu besichtigen. Im Hof sind römische Fundstücke, wie römische Grabsteine, ein Kinder-Sarkophag, der 1910 in der Drau gefunden wurde und Originalteile einer römischen Straße. Hier steht auch noch ein Rest der Stadtmauer, die siebeneinhalb Meter dick ist. Napoleon hat die Stadtmauer in Villach zerstört. Werke von dem Villacher Fresken- und Tafelmaler Thomas von Villach sind ausgestellt. Ein Teil des Museums ist mit alten Handschriften und Portraits von Paracelsus, der seine Jugend in Villach verbrachte, gewidmet.

Die wuchtige Burg

Der wuchtige Bau die Burg von Villach fällt einem ins Auge. Sie wurde schon 1270 urkundlich erwähnt und gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Um 1233 wurde sie vermutlich im Zuge der Befestigung der Stadt Villach erbaut. Hier residierten die Bamberger über 750 Jahre lang. Das schlichte, dreigeschossige, vierflügelige Bauwerk hat einen beeindruckenden Arkadenhof. Heute sind in der Burg Wohnungen untergebracht. Nur in einem Raum ist eine Außenstelle des Stadtmuseums Villach, hier werden archäologische Funde gezeigt.

Schwere Zeiten

Die Stadt musste mehrere Katastrophen über sich ergehen lassen. Da war das Erdbeben 1348, und was übriggeblieben ist wurde durch das anschließende Feuer zerstört. Die offenen Feuerstellen wurden durch die Erderschütterungen zum Auslöser des Großbrands. Es war so schlimm, dass die Bamberger den Villachern die Steuer erlassen hatten. Nicht nur an Erdbeben und Stadtbränden litt die Stadt, sondern auch die Pest und schwere Hochwasser setzten ihr zu und im Zweiten Weltkrieg gab es 52 Bombeneinschläge.

Szenetreff

In der Lederergasse, der alten Zunftgasse reihen sich heute Bars und Beisln aneinander. Das ist die Kneipenstraße und der eindeutige Szene Treff, hier tanzt am Wochenende der Bär.

Hugo mit Bier

Villach hat aufgrund seiner Nähe zu Slowenien und Italien einen eigenen alpinen Lebensstil entwickelt. Statt Melange heißt es Cappuccino, Tiramisu statt Sachertorte und Friulano statt Veltliner. Natürlich spiegeln sich die Kärntner Wurzeln auch überall in der Küche wider. Ein erfrischendes Bier im Biergarten unter Kastanien im Brauhof neben dem Sudhaus gehört auch zum Villacher Genuss. Da gibt es Hausbier, Märzen, Zwickl, Pils, Dunkel, Franzi und Radler. Das Bier ist mild mit weniger Hopfen gebraut und das weiche Wasser kommt aus einer eigenen Quelle. Es gibt sogar einen Hugo mit Bier, Holler, Minze und Zitrone. Die Speisekarte ist vielversprechend, da werden Eierschwammerln, Bauernkotelette mit Biersaftl, Blunzenbrot mit frischem Kren, Bierzwiebelbrezen, Gailtaler Karreespeck und gedünsteter Zwiebelrostbraten angeboten.

Villach stylisch – Kärntner Kilt

Jedes Tal in der Region Villach hat seine eigene Tracht. 1868 wurde die Schneiderei Rettl als Uniformschneiderei schon gegründet und ist seitdem ein Familienbetrieb. Thomas hat die traditionelle Kärntner Tracht modern interpretiert. Da gibt es das Kärnten Karo, das die Kelten schon gewebt und getragen haben sollen. Der Knaller ist der Kärntner Kilt. Junge Leute heiraten gerne in der modernen Kreation. Sogar Jean Connery in New York hat auch einen „Rettl“. Die Rettl Modelle werden gerne bei Hochzeiten, Festen und in der Gastronomie getragen.

 

Der Glasbläser Alois Hechl mit mundgeblasenem Glas. Ein Meister dieser Kunst. Früher gab es um Villach viele Glashütten. Es wurden Spiegel nach Versailles und Glas nach Petersburg geliefert. Heute gibt es Schnapsgläser mit Vogelmotiven, wie die Schnapsdrossel und den Schluckspecht und betrunkene Gläser, und ganz moderne schlichte Kaffeetassen und Deckenleuchten aus Glas.

Holiday Inn Hotel – ein Designer-Hotel an der Drau

Schon beim Eintritt in die Lobby ist man überrascht über das moderne Design. Nein, das Hotel ist kein klassisches Holiday Inn Hotel, es ist vielmehr ein Designer Hotel. Der Ruf der ausgezeichneten Küche geht dem Hotel voraus. Schon beim Frühstück auf der Terrasse mit Blick auf die Altstadt, kann man dem Starten und Landen der Enten auf der Drau zusehen. Das Frühstücksangebot ist groß. Es gibt einfach alles was das Herz begehrt, von Lachs, Wurst, Käse und die für Österreich so typischen Aufstriche. Säfte, Müsli, Marmeladen, viele Brotsorten, kleine Gebäckstücke und sogar schon Anti Pasto. Das Restaurant hat eine Partnerschaft mit dem „Kulinarik Festival Küchenkult“. Im Gourmet Restaurant gibt es am Abend gebeiztes Filet von der Goldbrasse, Feldgurke, Eierschwammerl, Zupfsalat, Kaviar-Blinis. Danach folgt Milchkalbrücken im knusprigen Brotmantel mit Kalbsbries Saltimbocca, Petersilie, Polenta, Chorizo, Sommertrüffel und Steinpilzen. Filet vom Heilbutt mit gefüllten Calamari, Weinbergpfirsich, Kräutergnocchi und Zucchiniblüte. Süße Variation von der Marille, Kakaohippe, Tonkabohnen-Eis und Pistazien. Die Weinauswahl rundet das Essen perfekt ab.

Prominete Villacher

Kurt Diemberger, Bergsteiger, der mehrere Achttausender bestiegen hat, Filmemacher, Fotograf und Autor wurde in Villach geboren. Heidelinde Weis, die Filmschauspielerin wurde auch in Villach geboren. Paracelsus, der Arzt und Alchemist, hat seine Jugend in Villach verbracht. 

Die Gerlitzen Genusswanderung

Dietmar, der Wanderführer, wartet an der Seilbahn zum Gerlitzen dem südlichsten Berg der Nockberge. An der Mittelstation heißt es umsteigen in den Sessellift. Männer mit großen Rucksäcken steigen in den Lift. Im Rucksack sind Paraglider, denn die Thermik der Gerlitzen ist zum Paraglidern ideal. Auch Modellflieger lassen auf der Gerlitzen gerne ihre Modelle fliegen. Auf dem Gipfel ist der 360 Grad Ausblick auf den Panoramarundweg gigantisch. Da ist der Ossiacher See mit Segelbooten und die Burg Landskron zu sehen. Unterhalb der Burg leben ca. 150 Makaken aus Japan, die sind kälteerprobt und trotzen sogar dem Kärntner Winter. Der Blick schweift weiter auf Maria Wörth auf einer Halbinsel im Wörthersee und die Karawanken, die Julischen Alpen und den Schlafenden Mann, ein Bergmassiv, das diesen Eindruck vermittelt. Bei bester Fernsicht kann man sogar ganz am Horizont den Großglockner, den höchsten Berg Österreichs sehen. Das Gipfelhaus auf der Gerlitzen zieht einen magisch an. Die Strudelvariationen mit Apfel, Mohn und Topfen, sind zum Niederknien. Die Strudel sind so gut, da muss man alle drei probieren. Nach einer kurzen Wanderung zur Pöllinger Hütte werden auf der Terrasse, die für Kärnten so typischen Kasnudeln mit zerlassener Butter serviert. Der Nudelteig wird mit Topfen und Kartoffeln gefüllt und mit Nudelminze und Zwiebeln gewürzt. Die Teignudel hat einen schönen geformten Rand, der gekrendelt, das heißt mit einem Muster verziert ist. Eine Kärntnerin muss krendeln können, sonst kann sie nicht heiraten, so sagen die Kärntner. Mountainbiker unterbrechen hier gerne ihre Fahrt für eine Jause in der Hütte. Dietmar erzählt, dass er einer der ersten Biobauern in Kärnten war. Er baut Dinkel, Roggen, und Kartoffel an. Außerdem hat er Ziegen, Kälber, Schafe und Hühner. Seine Ziegen gehen auch gerne bei kleinen Wanderungen mit den Gästen mit. 

 

Fazit

Villach kann einfach alles anbieten. Da gibt es die Drau, neun Badeseen, die ganze Region ist von Bergen umringt und die Kärntner Küche und das Klima verwöhnen.

 

Kontakt

Österreich www.austria.info

Kärnten www.kaernten.at

Villach www.region-villach.at

In Villach gibt es Free City WLAN, so kann man mit dem Smart-Phone auf eigene Faust eine Stadtbesichtigung unternehmen.

Gerlitzen Alpe www.gerlitzen.com

KärntenTherme www.kaerntentherme.at

Dietmar Schuss, Villacher Bergführer www.kaernten.at

FlixBus, Kundenservice rund um die Uhr 7 Tage die Woche Tel.: 030-300137300, service@flixbus.de, www.flixbus.de

 

Anreise

Mit dem Flixbus von München nach Villach. Abfahrt im ZOB in München. Im Untergeschoss stehen viele der grünen FlixBusse. Bildschirme zeigen die Reiseziele mit Zwischenstopps an. Dann wird das Gepäck verstaut, das Ticket wird gescannt und ein paar Minuten später nimmt der Verkehr der Stadt München den Bus auf. Getränke können beim Fahrer gekauft werden. Relaxen, sich bequem zurücklehnen und ins WLAN einloggen. Der Slogan von „FlixBus“ ist „go green“. Nach drei Stunden Fahrt im FlixBus gibt es eine Pause und anschließend einen Fahrerwechsel am Rastplatz und Tourenoutlet. Der Kreislauf kommt wieder in Schwung und die Beine werden vertreten. Es ist gerade noch Zeit sich in der Raststätte einen Cappuccino zu kaufen. FlixBus fahren heißt: stressfrei ankommen. FlixBus ist ein noch junger europaweiter Busanbieter mit einer ausgefeilten Streckennetzplanung und einem modernen Buchungssystem. FlixBus bietet ein Fernnetz mit 100.000 täglichen Verbindungen zu 900 Zielen in 20 Ländern an. Eine Toilette ist auch an Bord des FlixBusses.

 

Veranstaltungen:

-Carinthischer Sommer im modernen Kongresszentrum, 16. Juli bis 26. August 2017; www.carinthischersommer.at. Zur Eröffnung spielte Leonard Bernstein.

-Fasching, das ist die 6. Jahreszeit in Villach

www.villacher-fasching.at

-Brauchtumswoche mit Villacher Kirchtag, 30. Juli bis 06. August 2017; für eine Woche mit Musikbühnen und Tanzböden. Man trägt Tracht, es ist das größte Fest dieser Art in Österreich. www.villacherkirchtag.at

-Der KÜCHENKULT findet immer im Mai statt und ist für Genuss-Interessierte, 04. bis 14. Mai 2017 www.kuechenkult.at

 

Hotel Holiday Inn Villach, Europaplatz 1-2, A-9500 Villach, Tel.: +43-4242.22522-0, info@hi-villach.at, www.hi-villach.at,

 

Brauhof, Traditionsbrauerei mit Gaststuben und Biergarten www.villacherbrauhof.at

 

Rettl, trendige Mode trachtig angehaucht. www.rettl.com

 

Hechl zeitgenössische Glasbläserkunst www.hechlglas.com

 

Literatur:

Anna Neumann von Wasserleonburg wurde 1535 in Villach geboren. Durch ihre sechs Ehen wurde sie im 17. Jahrhundert zu einer der reichsten Frauen Österreichs. Ihr Vater Wilhelm Neumann kam durch seine Quecksilber- und Bleigruben. dem Handel mit Textilien, Gewürzen und Glaswaren zu Reichtum. Sie kam in sechs Ehen zu großem Vermögen, das sie an Bürger und das Kaiserhaus gegen Zinsen verlieh. Sie hatte aus der ersten Ehe zwei Töchter, die sie beide überlebte. Sie ist 1623 im Alter von 88 Jahren in Murau in der Steiermark gestorben. Da ihr als Protestantin eine Grabstätte in der Stadtpfarrkirche versagt war, wurde eine Nische ausgebrochen damit ihr Kopf, außerhalb des Friedhofs lag.

 

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Dornbirn/ Bregenz

 

von Diana Seufert

 

 

Unten plätschert das Wasser des Sees ruhig gegen die Uferpromenade und die berühmte Seebühne, oben auf dem Pfänder weht eine frische Brise. 

 

Bregenz am Ostende des Bodensees und die  Nachbargemeinde Dornbirn bieten sich für einen Kurzurlaub im österreichischen Vorarlberg perfekt an.

Ein leichter Wolkenschleier hüllt die Spitze des Pfänders ein. Vom Hausberg der Bregenzer hat man  bei tollem Wetter wohl eine wunderbare Sicht auf den Bodensee und mit Österreich, Deutschland und der Schweiz gleich drei Länder. Den genießen nicht nur die Hirsche im Wildpark, gleich neben der Bergstation. Die Murmeltiere spitzen nur kurz aus ihrem Bau und verschwinden lieber gleich wieder. An diesem Mittag meint es der Wettergott nicht ganz so gut mit den Wanderern. Das diesige Wetter hüllt die Region in einen Schleier und will nicht besser werden.

Das Pfändergebiet bietet Wanderern eine gelungene Mischung aus leichten Genusswanderungen und anspruchsvollen Touren, die bis nach Lochau an die deutsche Grenze gehen. Auf der Käsewanderung gibt es jede Menge Information, dass einem schon mal das Wasser im Munde zusammenläuft. Den Nachwuchs – und nicht nur den – zieht es in den Alpenwildpark mit Naturlehrpfad. Auf dem kinderwagentauglichen Gelände faszinieren Mufflons und Steinböcke, Rothirsche  und Wildschweine. Stars bei den Kleinen sind  die Zwergziegen und Hängebauchschweine, die sich über eine Streicheleinheit freuen.

Die meisten Besucher nutzen die Pfänderbahn, die seit 1927 die Ausflügler auf 1064 Meter befördert. In wenigen Minuten ist man mit der großen Gondel auf dem Gipfel. Im Sommer pilgern Scharen von Gästen so auf den Berg, nur wenige nehmen den beschwerlicheren Weg zu Fuß auf sich. Eine kurze Rast sollte man sich oben auf alle Fälle gönnen. Nur wenige Meter vom Gipfel, hinter dem eher unschönen Sendemast, findet sich ein uriges Gasthaus mit Selbstbedienung und einer ganz besonderen Speisekarte. Auf flatternden Karten am  Baum, die den Gast fröhlich begrüßen, stehen die einzelnen Gerichte.

Wer in Bregenz ist, nutzt den Spaziergang an der Uferpromenade auch, um einen Blick auf die  berühmte Seebühne zu werfen. Die Zuschauertribüne  steht tagsüber allen Interessierten kostenlos offen. Nach Mozarts „Zauberflöte“ und „Turandot“ von Puccini steht 2017 und 2018 Georges Bizets berühmte Oper „Carmen“ auf dem Spielplan. Opernfreunde sind von der besonderen Atmosphäre der abendlichen Freiluftvorstellungen, der technischen Raffinesse und vor allem der fantastischen Akustik auf den Rängen fasziniert. Während früher das Orchester mit an der Seebühne gespielt hat, ist es seit Jahren lieber im Festspielhaus  zum Schutz der Instrumente. Bei einer speziellen Führung darf man hinter die Kulissen der Produktion und der Opernbühne blicken.  Kunstliebhaber finden nicht nur während der Festspielzeit neben zahlreichen Konzerten auch eine Reihe an Museen. Und den Abstecher zur Oberstadt mit ihren schmuck hergerichteten Fachwerkhäusern sollte man sich nicht entgehen lassen. Auf dem Weg liegt in der Kirchstraße 29 übrigens  etwas ziemlich Kurioses: Das kleinste Haus Europas. Nur 57 Zentimeter schmal ist die Fassade mit der Eingangstür. Aber Achtung: Man läuft nicht nur einmal dran vorbei.

Gerade zur Festspielzeit im Sommer sind die Hotels in Bregenz gut ausgebucht. Eine Alternative bietet da die Nachbargemeinde Dornbirn, das in rund 15 Minuten mit Zug oder S-Bahn erreicht ist. Das Stadthotel "Harry's Home" bietet extra für die Besucher der Festspiele passende Arrangements an: Die Übernachtung mit  Buffetfrühstück und  Late Check-out gibt es für die „Carmen-Saison“ bereits ab 89 Euro. Direkt im Zentrum von Dornbirn, nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt, besticht das Designhotel mit modern eingerichteten Zimmern und einem großen Innenhof, der zum Ausspannen einlädt.

Mit der Nähe zu Silvretta und Montafon ist das Designhotel  auch ein perfekter Ausgangspunkt für Sportbegeisterte und im Winter für Skifahrer – natürlich auch mit passenden Winterspecials.  Die Übernachtung mit Frühstück und dem Tagesskipass gibt es ab rund 85 Euro. Im Montafon warten 37 Bahnen und Lifte sowie 141 hervorragend präparierte Pistenkilometer. Zahlreiche Skirouten und Powderhänge machen das Gebiet zu einem besonderen Freeride Hotspot. Kondition und Konzentration sind  bei der  längsten Talabfahrt Vorarlbergs mit  1700 Höhenmeter gefordert. Adrenalin pur durchströmt den Körper der Freestyler im Snowpark.

Trotz des großen sportlichen und kulturellen Angebots sollte man sich den historischen Stadtkern Dornbirns mit dem beeindruckenden Marktplatz nicht entgehen lassen. In wenigen Minutenist er vom Hotel aus erreicht. Wie die Vorarlberger vor Jahrhunderten gebaut haben, lässt sich noch heute am Roten Haus ablesen. 1639 wurde es vom Ehepaar Michael Danner und Verena Rhomberg in Holzbauweise mit der typischen vierteiligen Fenstergruppe errichtet und die Unterseite der Dachtraufe mit Ranken verziert. Ein Schutzanstrich aus Ochsenblut und Ochsengalle gab dem geschichtsträchtigen Gebäude den Namen. Das älteste Rheintalhaus der Stadt und damit Wahrzeichen beherbergt damals wie heute ein Restaurant.

Überhaupt zieht es die Dornbirner und Gäste gerne in die gemütlichen Cafés und Biergärten rund um den Marktplatz mit den schmucken Bürgerhäusern und den reich verzierten Fassaden: Ein Hauch von Dolce Vita in der Messestadt am Rhein. Hier geht es beschaulich zu. Und die Touristen spüren sofort: Die Einheimischen haben sich die Bodenständigkeit Vorarlbergs und auch die Gemütlichkeit bewahrt.  Die darf der Gast in vollen Zügen genießen. 

Auch auf dem Hausberg Dornbirns, dem  Karren. Die Seilbahn bringt die  Besucher in wenigen Minuten auf 976 Meter Höhe. Von dort eröffnet sich ein sagenhafter Ausblick auf das Rheintal, die  Schweizer Berge und den Bodensee. Im Panoramarestaurant können  gleichzeitig ein gutes Essen und der Ausblick genossen werden. Außerdem ist der Karren Ausganspunkt  für zahlreiche Wanderungen - von gemütlichen Spazierwegen über anspruchsvolle Touren. Eine Besonderheit sind die „romantischen  Öffnungszeiten“, denn die Seilbahn fährt bis 23 Uhr, am Wochenende sogar bis Mitternacht -  wenn tief im Tal das Lichtermeer glitzert. Ein Ausflug auf den Karren lohnt sich somit allemal, Sommer wie Winter. Im hinteren Bergland finden sich mit der Rappenloch- und Alplochschlucht zwei höchst spektakuläre Naturjuwele – allerdings sind sie im Winter geschlossen.

 

Infos unter www.dornbirn.info

 

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Bergdoktorregion Wilder Kaiser: Idylle ganz ohne Rezept

von Diana Seufert

 

 

 

Die Region Wilder Kaiser ist nicht nur wegen ihrer schroffen Berge ein beliebtes Urlaubsziel in Tirol. Auch die Serie „Der Bergdoktor“ hat den Gemeinden rund um Ellmau zu Ruhm verholfen.

„Das ist doch die Lilli Gruber vom Bergdoktor. Darf ich dich mal drücken?“ Das ältere Ehepaar strahlt überglücklich. Und Ronja Forcher lässt sich gerne umarmen. Auch für das Foto mit den beiden, vor der traumhaften Kulisse des Hintersteinersees, nimmt sie sich Zeit. Die beiden Franken sind total begeistert. „Da hat sich der Ausflug schon gelohnt. Macht weiter so“,  geben sie der 20-jährigen Schauspielerin zum Abschied mit auf den Weg.

Ronja Forcher, die in  der Serie die Tochter von Dr. Martin Gruber spielt, liebt den See und die wunderbare Natur. Überhaupt sei sie sehr naturverbunden, erzählt sie von ihren Haustieren, zu denen auch einige Igel und Katzen gehören. Ein ganz normaler Teenager eben. Nur dass sie von den Fans auf der Straße erkannt wird.

Tausende von Fans pilgern jährlich in die „Bergdoktor-Region“. Die  prächtige Bergkulisse des Wilden Kaisers, gepaart mit einem einfühlsamen Landarzt und jede Menge Herz-Schmerz sind die Zutaten, die das Publikum liebt. Mittlerweile läuft die Serie in vielen europäischen Ländern sowie in den USA und Kanada. 

Im Mai und im September organisiert der Tourismusverband passende Fanwochen. Tausend Fans kommen dann, um ihre „Helden“ auf der Bühne zu erleben,  ein Autogramm zu ergattern und Hintergründe zur Serie zu erfahren. Merchandising-Artikel von der Tasse bis zum Fotokalender gehen wie warme Semmeln über die Ladentheke. Manche bringen auch Geschenke für ihre Idole mit wie eine ältere Dame aus Dänemark, die extra zum Fantag nach Söll gekommen ist. Ihre selbstgetöpferte Tasse bekommt nicht nur Hans Sigl alias Dr. Martin Gruber, sondern auch Natalie O'Hara als Susanne, Monika Baumgartner als Lisbeth und natürlich Ronja Forcher. Dann werden die Schauspieler gelöchert. Hans Sigl erzählt von einem texanischen Chirurgen, der über die Serie begonnen hat, deutsch zu lernen. „Der Texaner war auch bereits am Set“,  erinnert sich der Schauspieler.   Nur wenn es um das Liebesleben des Protagonisten geht, hält sich Sigl zurück.  „Ich weiß es zwar, aber ich verrate es nicht.“ Dass die Fans finden, der Bergdoktor ist seinem Auto treuer als den Frauen, amüsiert ihn. „Das Auto hat ihn ja noch nie enttäuscht.“  Für das Autogramme-Schreiben oder ein Selfie nehmen sich die vier ziemlich viel Zeit. Sie wissen, wem sie ihren Ruhm verdanken.

Sigl findet schon ziemlich  erstaunlich, „was die Menschen auf sich nehmen, um an die Drehorte zu kommen“. Etwa zum  „Gruber-Hof“, der bei den Söller Bürgern als Köpfing-Hof bekannt ist. Andrea Wohlschläger und ihre Schwester Margit Ferdigg lassen die interessierten Besucher einen Blick in das 400 Jahre alte Bauernhaus werfen. Von den Eltern als Altersruhesitz vor mehr als 40 Jahren erworben, dient es seit Drehbeginn als Wohnhaus der Familie Gruber. In der guten Stube habe sich kaum etwas verändert in den letzten Jahrzehnten, sagt Margit Ferdigg. Fans kennen jeden Raum, wandern mit Begeisterung von der gemütlichen Küche mit dem 100 Jahre alten Ofen in der Mitte in die Zimmer von Filmtochter Lilli oder Mutter Lisbeth.  Die Bücher- und CD-Sammlung  von Landarzt Martin wird studiert. Musik der Kelly Family und der Spice Girls stehen einträchtig nebeneinander. Selbst Post mit der richtigen Anschrift Bromberg liegt auf der Anrichte. Fast als ob das Filmteam sofort wieder loslegen will.

Bis in wenigen Wochen mit der neuen Staffel begonnen wird, haben die Besucher noch etwas Zeit, den Hof  mit einem herrlichen Blick auf die Hohe Salve zu genießen - und einer tollen Sicht auf Söll zu den Füßen. Spätestens jetzt kann man Besitzer und  Filmfamilie verstehen, wenn sie  am Abend auf die Bank vor dem Haus sitzen, eingerahmt von blühenden Geranien, und den Blick einfach nur schweifen lassen. „Es ist wie nach Hause kommen“, schwärmen auch die Schauspielerinnen Monika Baumgartner alias Lisbeth und Natalie  O'Hara als Schwiegertochter Susanne. Sie sind gerne auf dem Hof, lieben die besondere Atmosphäre.

Um diesen Ausblick zu genießen, sollte man gut zu Fuß sein. Oberhalb von Söll wird der Wagen beim „Bergdoktorparkplatz“ geparkt. Und dann geht es bis auf 1100 Meter Meereshöhe.  Von montags bis  freitags steht das Haus von 10 bis 14 Uhr gegen einen kleinen Obolus für Besucher offen – einen Schnaps inklusive. Wer es einfacher haben möchte, nutzt die Traktorfahrten,  die der Bauer des Nachbarhofs anbietet. Und der heißt wirklich Gruber.

Einen „besonderen Ort“ findet nicht nur Natalie O'Hara die Nachbargemeinde Going mit dem zentralen Dorfmittelpunkt. Die barocke Pfarrkirche, in der schon die Skifahrerin Maria Höfl-Riesch sich trauen ließ, prägt den Platz mit dem beschaulichen Brunnen. Und hier steht „ihr Wilder Kaiser“. Besitzer und „Aushilfswirt“ Hans Gschwendner  hat sich daran gewöhnt, dass häufig Touristen bei ihm vor der Tür stehen und nach einer kühlen Erfrischung fragen. Die gibt’s trotzdem nicht - auch wenn über seiner Haustüre groß das Wirtshausschild und daneben die Tageskarte prangen.  Selbst mitspielen will der 69-Jährige nicht, meint er zurückhaltend. Und auch sein Nachbar, der Pfarrer, hatte schon oft mit Fans zu tun. Die fragen bei ihm nach Kopfschmerztabletten nach. Schließlich ist sein Haus im Film eine Apotheke.

Dicht umlagert ist auch die Filmpraxis mit Blick über Ellmau. Ein altes Bauernhaus, das den Eltern des früheren  Bürgermeisters Hans Leitner gehört, dient dafür als passende Kulisse. Der Cousin von Kaiserin Soraya nutzte das Haus schon als Atelier. Die Besucher zieht es nicht nur an den Schreibtisch der Sprechstundenhilfe, sondern vor allem ins Behandlungszimmer. Ultraschallgerät und  Liege, Medizinliteratur und natürlich die Urkunden des Filmarztes werden begutachtet. Der schwere  Schreibtisch stand früher im Rathaus und diente Leitner als Arbeitstisch, meint er schmunzelnd. Ihn freut die Popularität der Serie und gerne sperrt er dafür sein Elternhaus im typischen Tiroler Stil mit der Glocke auf dem Dach zweimal wöchentlich auf.

Auf den Spuren des Bergdoktors kann man  in der gesamten Region wandeln. Wer nicht alleine die Drehorte aufsuchen möchte,  marschiert mit Peter Moser los zur Filmwanderung.  Spezielle Bergdoktor-Touren sind ebenso im Angebot wie E-Bike-Routen zu den einzelnen „Locations“. Und natürlich die Traktor-Fahrten zur „Gruber-Alm“ bei Söll.  Der Wilde Kaiser war übrigens schon häufig Kulisse für Film und Fernsehen.  Etwa für  Luis Trenker, Marianne und Michael, oder  jüngst auch  für die Show „Sing meinen Song“.

Die Gelassenheit haben die Tiroler sich trotz oder vielleicht auch wegen des Filmrummels bewahrt.  In der Region lässt es sich nach wie vor entspannt  und entschleunigt urlauben. Dabei sollte man sich die kulinarischen Köstlichkeiten, vor allem den typischen Bergkäse, nicht entgehen lassen.  Und Hans Sigl hat noch ein paar Tipps auf Lager: „Radeln, wandern und unbedingt hinauf. Auf alle Fälle zur Gruttenhütte, da hat man einen herrlichen Blick.“

Vielleicht trifft man ihn auch dort oben. Schließlich ist die Region Wilder Kaiser zu seiner zweiten Heimat geworden.

 

Infos zum Bergdoktor, den Veranstaltungen und den Fanwochen unter www.wilderkaiser.info

Die nächsten Fanwochen finden im Mai 2017 statt.

 

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Mullerlaufen – den Winter „auskehrn"

Mit Fruchtbarkeitsschlägen in den Frühling

von Gabi Dräger

 

 

Der „Mullerlauf“ gehört zu den schönsten und traditionellsten Bräuchen in Tirol, er hat eine jahrhundertealte Tradition um den Winter zu vertreiben. Wild und heftig geht es oft dabei zu.

Laute Ziehharmonikamusik erschallt. Der „Ziachorgelspieler“ dreht ordentlich auf. Unheimliche Wesen stürmen in den Speisesaal im Hoferwirt in Neustift im Stubaital. Mit ihren gruseligen Masken versuchen sie den Winter zu beeindrucken und zu vertreiben. Mit der Ruhe ist es vorbei, es wird laut und unheimlich, denn gruselige Masken besetzen den sonst eher ruhigen Speisesaal. Zur Ziehharmonikamusik kommen die Klötzler scheppernd und klappernd angesprungen, dabei machen die Holzstücke an ihrer Kleidung einen ohrenbetäubenden Lärm. Je lauter sie klappern, um so eher vertreiben sie die Dämonen des Winters. So ein Kostüm wiegt schon mal 20 Kilos. Als Zweites kommt die Bärengruppe, ein Bärentreiber mit einem weißen und einem schwarzen Bären. Die Bären gehören in Tirol zu den ältesten Fasnachtsgruppen. „Bärle tanz" rufen die Bärentreiber ihren Tieren zu und wollen verhindern, dass sie in der Besuchermenge verschwinden oder einen Zuschauer einfangen, mitziehen oder wegtragen. Die Bären werden im Speisesaal gejagt und letztendlich vom Bärentreiber erschossen. Für die Bärendarsteller ist es ein harter Job in ihren Kostümen aus dickem Schafsfell, dafür frieren sie garantiert nicht.

Hexenalarm

Grimmig schauen die nächsten Fratzen mit den langen Nasen aus. Kinder verstecken sich schnell hinter ihren Eltern, wenn die Hexen auftreten. Mit ihren furchteinflößenden Masken wollen die Hexen den Winter vertreiben. Ruppig sind sie auch noch dazu, sie zerwühlen den Gästen gerne die Haare oder fegen mit einem Besen über deren Schuhe, um den Weg für den Frühling freizumachen. Einige Gäste werden „abgemullt“. „Abmullen" was ist das? Das ist ein heidnischer Brauch. Die „Muller“ geben einem Zuschauer einen kräftigen Schlag auf das Schulterblatt, damit wird Fruchtbarkeit, Gesundheit und Glück für das Jahr weitergegeben. Zur Belohnung gibt es dazu noch einen Schluck aus der Schnapsflasche. Mutige Kinder, die sich nicht verstecken, erhalten ein paar Süßigkeiten.

Weiße, Melcher, Spiegeltuxer und Zaggeler

Wenn die „Weißen“ erscheinen, dann wird es etwas ruhiger. Mit einer Gerte versuchen sie Gäste einzufangen, um sie anschließend abzumullen. Da sie den Frühling darstellen, sind sie traditionell mit einer weißen Leinenhose bekleidet, die mit bunten Bändern und Wollkugeln geschmückt sind. Dann kommen die „Melcher“, sie stellen den Sommer dar, das sind junge unerfahrene Burschen in kurzen Lederhosen, die schuhplattln. Die roten „Wadeln“ sind ihr Markenzeichen, die sie sich beim "Schuhplattln" zuziehen. Am beeindruckendsten ist die Hauptfigur, der Spiegeltuxer. Der mit Blumen, Spiegeln, Federn, Ketten und Goldquasten große und reich geschmückte Kopfschmuck des Spiegeltuxers kann zwölf bis vierzehn Kilo wiegen. Der Winter soll in die Spiegel schauen, sich vor seiner eigenen grässlichen Fratze erschrecken und dann davonziehen. Der Spiegeltuxer ist wohl die schillerndste und begehrteste Fasnachtsfigur. Es soll schon mal jemand seinen Baugrund für ein Spiegeltuxer-Kostüm verkauft haben, so wird gemunkelt. Trotz ihres schweren Kopfschmucks tänzelt der Spiegeltuxer leichtfüßig dahin und legt hin und wieder einen zünftigen Schuhplattler hin, für den er dann klatschenden Beifall erhält. Das Geräusch von Glöckchen kündigt die „Zaggeler“ an. Lässig tänzelnd bahnen sie sich den Weg, sie stellen den Herbst dar. Ihren Namen verdanken sie den bunten "Wollzaggeln", den bunten Quasten an ihrem blauen Kostüm.

Die grimmigen Zottler

Die Zottler sind die grimmigsten und wildesten Figuren. In ihren Fransenkostümen aus Rupfen mit einer finster dreinblickenden Maske symbolisieren sie den Winter. „Lass den Frosch aussi“, rufen die Einheimischen. Das Größte ist, wenn der Zottler einen „Frosch" macht. Er kniet nieder und beugt den Oberkörper über die Fersen nach hinten, bis sein Kopfschmuck den Boden berührt. In dieser Position dreht er seinen Kopf von einer auf die andere Seite. Für diese Kraftanstrengung erhält er jubelnden Applaus von den Zuschauern. Es ist Ehrensache, dass die Zottler keinen Alkohol trinken, denn die Froschfigur ist schwer und erfordert fast artistische Fähigkeiten.

Alle Kostüme sind handgenäht, das ist Ehrensache. Die Masken sind kunstvoll geschnitzt und im Familienbesitz. Mullerlaufen ist Männersache, Frauen sind nicht zugelassen. Wenn die Muller ihr Unwesen treiben, dann ist die stade Zeit vorbei. Bis zum Faschingsdienstag kann man sie in Gaststätten, Restaurants und Hotels antreffen und dann steht eh schon der Frühling vor der Türe. In der Brauchtumsgruppe in Neustift ist der jüngste Muller acht Jahre und der älteste Muller 80 Jahre alt. Der legendäre Mullerumzug findet abwechselnd in den sogenannten MARTHA-Dörfern statt. Dazu gehören Mühlau, Arzl, Rum, Thaur und Absam. Die Muller sind sehr erfolgreich, sie schaffen es in jedem Jahr aufs Neue den Winter endgültig zu vertreiben.

 

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Kontakt:

Innsbruck Info, www.innsbruck.info

Tourismusverband Stubai Tirol, Stubaitalhaus, Dorf 3, A-6167 Neustift in Tirol, Tel.: +43-501881-0, info@stubai.at, www.stubai.at

Brauchtumsgruppe Neustift, www.brauchtumsgruppe-neustift.at

Stubaier Gletscher, Mutterberg 2, A-6167 Neustift, Tel.: 0043-5226-8141, info@stubaier-gletscher.com, www.stubaier-gletscher.com

Hotel Hoferwirt und Tiroler Wirtshaus Hoferwirt, Werner und Angelika Zittera, A-6167 Neustift im Stubaital, Tel.: 0043-5226-2201, info@hoferwirt.at, www.hoferwirt.at

Kinder in Heiligenblut (c)TVB Heiligenblut am Großglockner

Vom Zauberteppich ins Skigebiet

 

von Gabi Dräger

 

Im Schnee und Eis an der Bergstation Gamsgarten am Stubaier Gletscher steht eine kunterbunte Welt nur für Kinder, die das Skifahren lernen wollen. Da gibt es das „Miniland“, für die, die noch nie auf Skiern standen. Vier Jahre muss man alt sein um an einem Skikurs teilnehmen zu können. Die ersten Übungen sind ganz einfache Gehübungen auf Skiern um sich langsam an den fremden Untergrund zu gewöhnen. Dann wird ein Ski ausgezogen und es wird quasi Ski-Roller gefahren. „Jetzt wird Schuss gefahren “, verkündet Maria, die geduldige und lustige Skilehrerin. Mit Eifer sind die Kleinen dabei. Auf einem Teppich, der nicht transportiert steigen die Skizwerge rutschfrei auf um erneut ein paar Meter abzufahren. „Ihr wisst wie ein Indianerzelt aussieht? fragt Maria. „Es ist oben ganz spitz und so stellen wir jetzt unsere Skier hin, das ist der Schneepflug.“ Das ist schwieriger als gedacht. Mit Marias Unterstützung und Erklärungen: „Jetzt machen wir ein Tortenstück oder Pizza“. So macht Skifahren lernen Spaß. Maria hilft beim Einsteigen in die Skier, beim Handschuhe anziehen und wenn jemand stürzt hilft sie beim Aufstehen. Wer den Pflug super kann, der darf in die nächste Gruppe aufsteigen. Eifrig trainieren die Skizwerge, denn der Schnee ist ganz schön rutschig. Im „Miniland“ und im „Kinderland“ sind keine Erwachsenen erlaubt, da sind die Skizwerge unter sich.

 

Das „Kinderland“ kennzeichnet eine blaue Fahne. Es ist das Land für Kinder die bereits ein Jahr Erfahrung haben und den Schneepflug perfekt beherrschen. Hier ist die Welt der Zauberteppiche, die sind überdacht, so sind die Kinder vor Wind und Schneetreiben geschützt. Zuerst geht es zum kurzen Teppich und es wird immer wieder Schneepflug geübt, bis er prima klappt. Nach ein paar Abfahrten wird zum etwas längeren Zauberteppich gewechselt. David aus England macht mit Eifer seine Übungen, stolz fährt er Runde um Runde durch die Slalomstangen. Ski fahren macht durstig, es gibt eine Trinkpause. Die Skier werden ausgezogen und die Kinder können auf Plastikwürfeln sitzen, etwas trinken und sich ausruhen oder die Würfel als Schlitten benutzen und damit herumrutschen. Es ist sogar noch etwas Zeit für ein paar Runden im Kinderkarussell, dann geht es wieder zurück ins Kinderland. Lässig fahren die Kursteilnehmer auf dem langen Förderband bergwärts. „Wir fahren Slalom“, verkündet Maria als sie oben angekommen sind. „Juhu“, schreien alle vor Begeisterung. In Bögen führt die erste Abfahrt spielerisch um Plastikhütchen herum zurück zum Förderbandeinstieg. Hier wird Bogenfahren geübt. Wenn die Bogen um die Hütchen schon sicher sind geht es zum nächsten Zauberteppich, der noch ein Stück länger ist. Mit Reifen und Seilen in den Händen wird das Gleichgewicht und die Körperhaltung spielerisch geübt. „Mama, ich kann schon Pizza“, schreit der kleine Stefan vor Begeisterung als er abgeholt wird.

 

Für die einstündige Mittagspause holen entweder die Eltern ihre Kinder ab, um gemeinsam mit ihnen zu essen oder die Kinder gehen mit den Skilehrern in das Kinderrestaurant. Auch hier haben Erwachsene keinen Zutritt. Es gibt alles was Kinder gerne essen, wie Pommes, Spaghetti, Schnitzel oder Gröstl. Nach der Mittagspause geht es zur Wellenbahn, die macht den Kindern richtig Spaß, und sie quietschen bei jeder Abfahrt vor Freude. „Das habt ihr super gemacht und jetzt abklatschen“, sagt Maria und alle schlagen mit ihrer rechten Hand auf die rechte Hand der Skilehrerin und rufen: „Zicke zacke“.

 

Der Traum wird wahr, es geht auf die noch sehr flache Piste zum Tellerlift. Die dritte Stufe ist der „Kitzlift“, ein kurzer Tellerlift. Hier müssen die Kinder schon perfekt den Schneepflug und die Schneebremse beherrschen. Beim Einsteigen in den Lift gibt es Hilfestellungen, denn es ist das erste Mal gar nicht so einfach. Am „Kitzlift“ dürfen auch Erwachsene, die das Skifahren lernen, mitfahren, deshalb erhält jedes Kind eine Weste mit einer großen Klarsichttasche, in der auf einem Zettel der Name der Skilehrerin und deren Handynummer stehen. Geschafft, die erste Fahrt mit dem Tellerlift ist gemeistert. Beim Aussteigen hilft das Liftpersonal mit Ruhe und Geduld. Und weil alles so gut geklappt hat, geht es weiter am Tellerlift bis zur Mittagspause.

 

„Wir fahren in einer Reihe zur „Murmelebahn“, einem Sessellift, ich bin die Erste“, verkündet die Skilehrerin. Razfaz, schweben die Skizwerge den kurzen und ziemlich flachen Berg hinauf. Bogen für Bogen folgen die Kleinen der Skilehrerin langsam zurück zum Einstieg des Sessellifts und fahren unermüdlich eine Abfahrt nach der anderen. Und wenn ein Kind nicht mehr Ski laufen möchte oder eine Pause braucht, dann gibt es noch den Indoor-Kindergarten. Doch immer wieder schweift der Blick der kleinen Skifahrer sehnsüchtig hoch ins Skigebiet. Wann ist es endlich soweit? Ja, der nächste Tag ist der Tag der Tage. Vom Kinderland geht es zur Bergfahrt mit dem Murmelelift und dann in ein paar Bögen zum langen Sessellift der Rotadlbahn. Oben angekommen fährt Maria vor, breitet die Arme aus und ruft: „Flugzeug“, alle machen es ihr nach und folgen ihr mit ausgebreiteten Armen. Die blaue Abfahrt Nummer sieben ist gut präpariert und vor allem nicht steil. Für Angst ist keine Zeit, denn jeder will hinter Maria herfahren. Mit vielen Bögen und Pausen geht es langsam zurück ins Kinderland. Ganz stolz erzählen die Kleinen um drei Uhr, ihren Eltern nach dem Skikurs. Wir sind mit Batmantüchern die Abfahrt gefahren. „Wir waren ganz oben“, die Stimme von Klara überschlägt sich: „Mama, und morgen fahren wir mit der Skilehrerin in den Eispalast.“

 

Donnerstagvormittag ist Abschlussrennen angesagt, eine nervöse Spannung macht sich breit. Außer Atem und mit geröteten Gesichtern erreichen die kleinen Skifahrer das Ziel. Nachmittags nach dem Skikurs ist die mit Spannung erwartete Preisverteilung. B. Big, der große blaue Eisvater, eine große Figur mit Rauschebart verteilt die Geschenke. Das Maskottchen der Big Family verteilt die Geschenke. Jedes Kind erhält eine Medaille und eine Urkunde mit seiner Platzierung. Die Kinder einer Skigruppe, die die ersten drei Plätze belegt haben, werden auf das Siegerpodest gehoben, wenn sie zu klein sind, um hinaufzusteigen. Dann fotografieren die Eltern ihre Sprösslinge und es gibt noch ein kleines Überraschungsgeschenk. Wie Olympiasieger verlassen die kleinen Skiexperten das Kinderland. Das Ziel des Skikurses ist: sicheres, kontrolliertes und selbstständiges Skifahren und das haben alle Teilnehmer geschafft.

 

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Anreise: Brennerautobahn, Ausfahrt Stubaital.

 

Fazit: Kinder unter 10 Jahren fahren kostenlos im Gletscher Skigebiet in Begleitung eines zahlenden Elternteils. Skischule ab dem 4. Lebensjahr. Skikurse in verschiedenen Sprachen: deutsch, englisch,

Um 10 Uhr morgens beginnt der Skikurs, mittags gibt es eine Betreuung zum Mittagessen und um 15 Uhr kommen die Eltern und holen ihre Kinder ab.

Für Toilettenstopps haben die Kinder ein eigenes Häuschen im Kinderland und ein dafür abgestelltes Mädchen von der Skischule hilft, wenn nötig.

 

Info:

Tourismusverband Stubai Tirol, Stubaitalhaus, Dorf 3, A-6167 Neustift in Tirol, Tel.: +43-501881-0, info@stubai.at, www.stubai.at

Stubai Information

 

Stubaier Gletscher, Mutterberg 2, A-6167 Neustift, Tel.: 0043-5226-8141, info@stubaier-gletscher.com, www.stubaier-gletscher.com

 

Schischule Big Family Kinder- und Jugend Ski-Camp, Anmeldung Schischule Neustift Stubaier Gletscher, Schischulbüro Gamsgarten, Tel.: +43-5226-8108, Hauptbüro Neustift Tel.: +43-5226-2540, info@schischule-neustift.com, www.skischule-neustift.com, www.bigfamilystubai.at

Wallfahrtskirche Christkindl (c)TVB Steyr_Meidl

Traditionsreiche Weihnachtszeit – Krippen und Christlindl-Postamt

Festliche Einstimmung auf das Weihnachtsfest

 

 

von Gabi Dräger

 

 

 

 

 

Das Postamt Christkindl

Von Steyr kommt man bequem und gemütlich mit dem Oldtimer-Postbus aus den fünfziger Jahren von Steyr in den Stadtteil „Christkindl“. Die vom Schnee leicht überzuckerte Landschaft sorgt schon für eine weihnachtliche Stimmung. In Christkindl angekommen treibt einen die Neugierde zuerst in das weltberühmte Postamt Christkindl, das 1950 eingerichtet wurde. Hier hat das Christkind alle Hände voll zu tun. Alle Wunschzettel und Briefe an das Christkind werden handschriftlich beantwortet. Etwa zwei Millionen Briefsendungen werden mit einer Weihnachtsmarke versehen und mit einem Sonderstempelabdruck auf die Reise in die ganze Welt geschickt. Gleich nebenan kann man im Christkindl-Shop noch ein paar weihnachtliche Artikel erstehen. Für die weltlichen Genüsse gibt es den „Christkindlwirt“, den es schon seit 200 Jahren gibt, er ist auf den Grundmauern der ersten Einsiedelei gebaut worden.

Die Mechanische Krippe

„Mama, schau ein Engel“, ruft die kleine Anna mit leuchtenden großen Kinderaugen. Auf der mechanischen Krippe von Karl Klauda pulsiert das Leben, da gibt es viel zu entdecken. Für Kinder ist diese Krippe ein absoluter Magnet. Ja, es ist Weihnachtszeit, das spürt man beim Anblick der Krippe. Oben ziehen die Heiligen Drei Könige mit Gefolge in Bethlehem ein und eine Burgwache ist auf ihrem Kontrollgang. Darunter kommen Maria und Josef nach Bethlehem und genau im Zentrum der Krippe ist die Geburtsgrotte mit der Heiligen Familie und den Hirten dargestellt. Auch das Jesuskind bewegt sich, es setzt sich auf, grüßt winkend mit einer Hand oder spendet einen Segen und legt sich wieder nieder. Kann es sein, dass man ein leises „ciao“ gehört hat? In der nächsten Ebene rennen Schafe im Eiltempo zur Weide während historische und biblische Figuren langsam und majestätisch vorbeigleiten. Da sieht man Eva und Adam, Paradiesengel, Noah, Isaak und Abraham, Moses, König David, Jesus als Zwölfjähriger mit seinen Eltern, Johannes der Täufer, Jesus mit den Aposteln, Paulus, Kaiserin Helena, Kaiser Konstantin und Karl der Große. Besonders schön und ergreifend sind die Szenen mit einfachen Leuten in den darunterliegenden Gewölben. Da arbeiten ein Steinmetz, Schmied, Tischler, Fassbinder, Perlmuttschnitzer und Frauen an Getreidemühlen, dazu musiziert in der Mitte ein Engelorchester. Auch zwei Wassergötter sind zu sehen, sie symbolisieren die Flüsse Enns und Steyr, so hat Karl Klauda auch den Bezug zur Stadt Steyr hergestellt. Vierzig Jahre arbeitete Karl Klauda an dieser großartigen Krippe. Sie ist nicht nur ein Meisterwerk der Schnitzkunst, Landschaft und Hintergrundmalerei, sondern vor allem der Mechanik. Ein gut ausgeklügeltes System mit Fahrradketten, Zahnrädern, Walzen und Wellen bringt Bewegung in 300 Figuren aus Lindenholz. Früher wurde mit einer Handkurbel per Muskelkraft die Krippenmechanik bedient, heute setzt ein Elektromotor die Figuren in Bewegung. Eine böhmische Walzenorgel, die für die musikalische Untermalung sorgt, wird inzwischen auch elektrisch angetrieben. Die Landschaft baute Klauda aus Korkeiche, denn das Holz ist bei Holzwürmern nicht sehr beliebt. Als Karl Klauda den Rahmen der Krippe schnitzte, war er schon 83 Jahre alt. Karl Klauda (1855-1939) kam von Böhmen nach Steyr und arbeitete als Schlosser in den Werndl-Werken. Im Jahre 1954 kaufte Pfarrer Alois Hartl von Christkindl die mechanische Krippe von Karl Klaudas Nachfahren, seitdem steht die mechanische Krippe im Pfarramt in Christkindl und ist ein Magnet für Menschen die von weltweit herkommen um die Krippe zu bestaunen. In zwölf Sprachen gibt es Texte.

Doktor Kripperl

Dass sich die Figuren der mechanischen Krippe heute noch bewegen, ist das Werk von Walter Schmidt, der „Doktor Kripperl“ genannt wird. Er hat sich schon als Maurerlehrling um die Krippe gekümmert. Er ist für die Reinigung, Schmierung und Reparaturen verantwortlich. Bei den Reparaturarbeiten hat er die Mechanik bis ins kleinste Teil kennengelernt. Seit Walter Schmidts siebzigstem Geburtstag fährt „Doktor Kripperl“ als Dank und Anerkennung selbst als Figur in dem mechanischen Krippenspiel mit. Die mechanische Krippe von Christkindl ist eine der größten mechanischen Weihnachtskrippen Österreichs.

Pöttmesser Krippe

Sprachlos steht man vor der großen orientalischen Landschaftskrippe. Die Größe ist unglaublich, 18 Meter ist die Krippe lang. Sie hat eine Landschaft von 58 Quadratmetern auf der 778 Figuren stehen. Sie zählt mit zu den größten Krippen der Welt. Die Szenerie der Pöttmesser Krippe ist in vier Landschaften unterteilt. Das erste Bild stellt Hirten mit der Verkündigung dar. Die Hauptszene ist die Geburt Jesu in einer Felsengrotte, und darüber ist in einem Wolkengebilde Gottvater zu sehen, der über alles wacht. Die dritte Landschaft zeigt Frauen am Brunnen und Händler und Einkäufer auf dem Beduinenmarkt. Das letzte Bild zeigt die Heiligen Drei Könige mit ihrem Gefolge vor dem Hintergrund einer orientalischen Stadt. Die Gewänder sind aus wertvollen Stoffen mit Stickereien, Bordüren und Bändern verziert, ganz im damaligen Stil des Orients. Auf einer Bank kann man der Geschichte der Krippe per Tonband folgen. Die Figuren sind ein Werk des Südtirolers Ferdinand Pöttmesser, er wurde 1895 in Meran geboren. Nach einer Ausbildung zum Kaufmann, gab er dann doch seinen Beruf auf, um sich ganz der Leidenschaft der Krippenschnitzerei zu widmen. Ab 1930 baute er vier Jahre lang im Schloss Bruneck eine über 50 Quadratmeter große orientalische Krippe. Diese Krippe wurde später nach Maria Einsiedeln in die Schweiz verkauft. Doch in Maria Einsiedeln wurde aus feuerpolizeilichen Auflagen für die Krippe ein neuer Krippenberg gebaut. So bekam Pöttmesser seine Krippenlandschaft zurück. Bei einer Pilgerreise ins Heilige Land lernte Pöttmesser 1954 den Pfarrer Alois Hartl aus Christkindl kennen, und bietet ihm eine Großkrippe an. Er fing an eine zweite Garnitur Krippenfiguren für die Krippenlandschaft zu schnitzen. Seine 20 bis 30 Zentimeter großen Figuren aus Lindenholz haben Kugelgelenke, damit man ihnen Kleidung anziehen kann. Kurz vor Pöttmessers Tod erwarb 1972 Pfarrer Alois Hartl die Krippe für sich privat, die daraufhin nach Christkindl gebracht und in Kisten gelagert wurde. Der Pfarrer Alois Dinböck erwirbt 1988 die Krippe aus dem Privatbesitz seines Vorgängers Alois Hartl, für die Pfarrei Christkindl. Bei der Gelegenheit wurden die Kisten geöffnet und festgestellt, dass die Krippe sehr wertvoll ist und viel zu schade ist, in einer Kiste zu schlummern. Außerdem stellte man fest, dass ein Teil der Krippenlandschaft fehlte. Es wurde beschlossen die Krippe aufzustellen, um sie der Öffentlichkeit zu zeigen. Es konnten immer nur Teile der Krippe, weil sie so groß war, im Schloß Lamberg, im Innerberger Stadl und in der Stiftskirche Garsten aufgestellt werden. Durch das Auf- und Abbauen war die Krippenlandschaft aus Papiermaché und Gips ziemlich ramponiert. So schuf der Krippenbaumeister Josef Seidl aus Christkindl eine neue Landschaft und dabei wurde die Krippe auch vergrößert. Nach der Renovierung des Pfarrhauses 1999 hat die Krippe nun hier endgültig ihren Platz gefunden. Beide Krippen, die mechanische Krippe und Pöttmesser Krippe stehen nun ständig aufgestellt im Wirtschaftsgebäude der Pfarrei Chistkindl. Wem die Zeit bis Weihnachten zu lang ist, kann auf Vereinbarung, sogar im Sommer die Krippen anschauen. Der Obmann des Krippenvereins Ferry Jakob bietet gerne Führungen an. Er weiß alles über die Krippen.

Wallfahrtskirche Christkindl

Der Kapellmeister und Feuerwehrmann Ferdinand Sertl litt an Epilepsie und ging oft in die Einsamkeit, um zu beten. Oft besuchte er den kleinen Wald oberhalb des Ufers der Steyr bei der Ortschaft Unterhimmel. 1696 kaufte er für 30 Kreuzer ein zehn Zentimeter großes Christkind aus Wachs. Es war eine Nachbildung des „Loretokindes“ in Salzburg, das in der erhobenen linken Hand ein Kreuz, und in der rechten Hand eine Dornenkorne, hält. Er legte es in die Baumhöhle eines Fichtenstammes. Ferdinand Sertl ging nun mehrmals in der Woche zu dem Baum mit dem Christuskind und betete. Bald hatte er keine epileptischen Anfälle mehr, so glaubte er, dass seine Gebete erhört worden waren. Er wollte es geheim halten, doch seine Heilung sprach sich bald herum und der Baum wurde von vielen Menschen besucht. So hat man 1699 zum Schutz um den Baum eine einfache Kapelle aus Holz und eine Einsiedelei errichtet. Der Abt Anselm Angerer von Garsten bat den Bischof von Passau, um eine Prüfung der Heilung, und den Bau einer Kirche zu genehmigen. Doch die Anerkennung und Genehmigung blieben aus, so veranlasst 1702 Abt Anselm Angerer von Garsten den Bau der heutigen Kirche und bat den Bischof von Passau erneut um die Genehmigung eine Kirche zu bauen. Doch Passau erließ den Befehl, den angefangenen Bau der Kirche einzustellen, und das Jesuskind aus Wachs in ein Kloster, Stift oder eine Kirche zu geben. Obwohl die Zahl der Pilger zum Jesuskind ständig wuchs musste Abt Anselm Angerer den Bau der Kirche 1703 einstellen und der bayrisch-österreichische Krieg erschwerte sowieso die Beziehung nach Bayern. Die Kirche wurde nach Entwürfen von Giovanni Battista Carlone und Jakob Prandtauer im Barock gebaut. Erst 1708 erhielt Abt Anselm Angerer die ersehnte Genehmigung zum Weiterbau und 1709 wurde die noch nicht ganz fertige Kirche von ihm gesegnet. Erst im Juli 1725 erfolgte die feierliche Einweihung der Kirche durch den Bischof von Passau Josef Dominik Graf von Lamberg. Die Kirche wurde um den ursprünglichen Fichtenstamm mit dem Gnadenbild gebaut. Der Fichtenstamm wurde konserviert und befindet sich heute teilweise sichtbar in der Mitte des Hochaltars. Im Hochaltar ist über einem Tabernakel, in Form einer Weltkugel, das Christkind aus Wachs von einem Strahlenkranz umgeben, zu sehen. Eine unerklärliche und besondere Stimmung geht aus, wenn man zum Altar sieht.

 

Fazit: Nirgends ist die Weihnachtszeit prächtiger, traditionsreicher und festlicher als in Christkindl. So ist man für die Heilige Nacht und das Weihnachtsfest schon eingestimmt.

 

Anreise: DB, www.bahn.de, www.railjet.oebb.at

Kontakt:

-Österreich Tourismus, www.austria.de

-Oberösterreich Tourismus, www.oberoesterreich.at

-Tourismusverband Steyr, Stadtplatz 27, A-4402 Steyr, Tel.: +43-7252-53229-0, info@steyr.info, www.steyr.info

-Christkindl Region, www.christkindlregion.com

- Mechanische Krippe und Pöttmesser Krippe, www.christkindlregion.com

-Hotel und Christkindlwirt, www.christkindwirt.at

-Postamt Christkindl, Christkindlweg 6, A – 4411 Christkindl, Österreich, www.christkindl.at

-Wallfahrtskirche Christkindl, www.pfarre-christkind.at

-Oldtimer Postbus, www.steyr.info/postbus

 

Rosemarie Weichsler und die Christkindl-Morde, Preyer-Weichsler, Reihe 1 bis 3, Kindle-Edition, Euro 16,90, www.amazon.de

 

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Weihnachten und Schnee liegt in der Luft

Steyr – das volle Weihnachtsprogramm

Text: Gabi Dräger

 

 

Wenn der Geruch von gebrannten Mandeln und Glühwein in der Luft liegt, der Weihnachtsbaum beleuchtet ist und das Christkind höchstpersönlich durch die Straßen geht, dann ist Adventszeit in Steyr.

Adventsmarkt auf dem Stadtplatz

Die Standln auf dem Stadtplatz in Steyr sind mit Fichtenzweigen geschmückt und am Abend lässt die Weihnachtsbeleuchtung den Platz in festlichem Glanz erstrahlen. Im Rahmen der historischen Altstadt in Steyr ist der Weihnachtsmarkt besonders feierlich und festlich. Es gibt wohl kaum eine bessere Kulisse als Steyr für einen Weihnachtsmarkt. An einem Punschstandl trinkt man am besten zum Aufwärmen erst einmal einen Glühmost und genießt die vorweihnachtliche Stimmung. Traditionelle Schmiedekunst wird von Walter Gugglbauer gezeigt. Er hält mit einer Zange Eisen ins offene Feuer bis es glüht und schlägt es dann auf dem Amboss in Form. Bei ihm kann man ein bisschen Glück kaufen. Es gibt Glücksnägel, bei denen man den Nagelkopf selbst draufschlagen darf und Hufeisen in verschiedenen Größen, mit Glücksgarantie, natürlich nur für die, die daran glauben. Viele weihnachtliche Artikel, wie Christbaumschmuck, Kerzen, Mistel- und Tannenzweige kann man kaufen. Zur Weihnachtszeit gehört auch das traditionelle Gebäck, die leckeren Keks’ sind selbstgemacht, verspricht die Bäckerei Hohlrieder. Das stimmt auch, sie schmecken gut.

Das erste Österreichische-Weihnachtsmuseum

In der Adventszeit wollen alle Kinder ins Weihnachtsmuseum. Die Erlebnisbahn ist bei Kindern und Erwachsenen so begehrt, dass man ein bisschen anstehen muss. Einsteigen in einen Wagen, festschnallen und auf geht’s ruckelnd auf Schienen aufwärts. Die Fahrt mit der Bahn ist ein absoluter Spaß. Da das Gebäude sehr alt ist, geht es mit der Bahn steil in drei Etappen nach oben. In Kojen wird dargestellt wie anno dazumal Weihnachten in Österreich gefeiert wurde und auch Weihnachtsbräuche aus der ganzen Welt kann man während der Fahrt bewundern.

Engelswerkstatt

Der Höhepunkt ist im Dachstuhl in der Engelswerkstatt. Dort wird eine Pause von ein paar Minuten eingelegt, damit man die Szenerie genau begutachten kann. Engel backen Kekse, singen, malen und basteln. Weihnachtsszenen aus der ganzen Welt werden mit 370 Puppen dargestellt und Weihnachtslieder werden gespielt. Die Fahrt zurück über die steilen Etappen, wird von den Kindern mit Lachen quittiert. „A geh, so schen“, jubelt ein kleines Mädchen mit strahlenden Augen nach der rasanten Fahrt mit der Bahn zurück zum Start im Erdgeschoss.

Stubenpuppen als Aufbewahrung für Süßigkeiten

Weihnachtlich eingestimmt geht es weiter in die größte historische Weihnachtsschmucksammlung der Welt mit sage und schreibe 14.000 Stücken. Elfriede Kreuzberger aus Wien hat Weihnachtsschmuck aus Glas, Porzellan, Metall, Pappe und Papier aus der Zeit von 1830 bis 1945 gesammelt. Einmal im Jahr kommt sie und begutachtet ihren Weihnachtsschmuck. Etwas Besonderes sind 200 Stuben- oder Teepuppen, bei ihrem Anblick fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. Die Puppen sind Füllpuppen, die man zu Zeiten von Sissi benutzt hatte. Unter den Röcken der Puppen wurden die Süßigkeiten in Schüsseln aufbewahrt, zumeist waren es kandierte Veilchen, die Sissi auch gerne aß.

Stadtmuseum

Zur Weihnachtszeit gehört die Krippe. Die Krippenfiguren aus der Sammlung des Grafen Lamberg sind aus der Zeit von Barock- und Biedermeierzeit. Über 200 dieser Figuren sind auf einem großen Krippenberg dekoriert. Die aufwendige Bekleidung ist mit Gold- und Silberstickerei verziert, die wahrscheinlich in Klöstern hergestellt wurde. Eine andere Krippe erhielt die Stadt Steyr zum Abschluss der Städtepartnerschaft mit der Stadt Bethlehem. Diese Krippe, gehört zu den größten Krippen aus Olivenholz.

Weihnachten im Schloss Lamberg

Dann geht es den Berg hinauf zum mächtigen Schloss Lamberg das 140 Zimmer hat und dessen Wurzeln bis ins Jahr 1186 zurückgehen. Wenn man über die Brücke geht sieht man Steinböcke die im Schlossgraben leben. Die Verkaufsausstellung „Weihnachten im Schloss Lamberg“ ist etwas ganz Besonderes. Es wird edle Handwerkskunst in guter Qualität gezeigt, und das schon seit 27 Jahren. An 30 Weihnachtsständen wird echter Schmuck, Keramik, Klanginstrumente, Kastenkrippen und Strickwaren angeboten. Der angenehme Duft von Bienenwachskerzen und Seifen liegt in der Luft.

Vor dem Schloss ist was los

Der Christkindlmarkt vor dem Schloss Lamberg ist besonders bei Kindern sehr begehrt, denn es gibt ein Karussell und eine Eisenbahn zum Mitfahren. Heiße Schokolade und Kartoffelpuffer oder heiße Mandeln, die an Standln angeboten werden, kann man kaum verweigern. Erwachsene greifen da lieber zum Zirbengeist oder einem Espresso. Am Nachmittag spielen Bläser vor dem Schloss ein paar Weihnachtsweisen und ein paar Schneeflocken tanzen dazu durch die Luft. Das Christkind im grünen bestickten Kleid und Samtumhang geht herum, fragt Kinder nach ihren Weihnachtswünschen und lässt sich auch gerne fotografieren.

 

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Anreise:

DB, www.bahn.de, Railjet, www.railjet.oebb.at

Kontakt

Österreich Tourismus, www.austria.info

Oberösterreich Tourismus, www.oberoesterreich.at

Tourismusverband Steyr, Stadtplatz 27, A-4402 Steyr, info@steyr.info, www.steyr.info, www.christkindlregion.com

Erstes Österreichische Weihnachtsmuseum, Michaelerplatz 2, 4400 Steyr, www.steyr.info, www.christbaumschmuck.expert

 

Stadtmuseum, Grünmarkt  26, 4400 Steyr, www.steyr.info

 

Weihnachten im Schloss, Blumauergasse 2, A-4400 Steyr,

www.weihnachtsausstellung.at

 

Christkindlmarkt Promenade, www.steyr.info

Weinweg Langenlois

Text/Fotos: Dolores Kummer

 

       Immer wenn man denkt „ja, das ist eine tolle Aussicht“, kommt eine noch schönere. Die Sonne brennt, es ist trocken. Steil und steinig geht es hinauf, immer weiter auf dem Weinweg Langenlois, einem Erlebniswanderweg im Niederösterreichischen Waldviertel. Doch ohne festes Schuhwerk geht hier nichts. Wir steigen durch die besten Lagen: Dechant, Käferberg, Steinhaus und Schenkenbichl. Unten im Tal liegt das Städtchen, ganz malerisch und still. Die Pfarrkirche zum heiligen Laurentius ragt über die kleinen Winzerhäuser.

        Langenlois hieß ursprünglich einmal „Luibisa“, die Liebliche. Schon vor neunhundert Jahren wurde hier Wein angebaut. Alles was der Rebe gefällt hat dieser ganz besondere Boden aus Löss, Lehm und Urgestein. Außerdem verfügt das 3802 Hektar große Weinanbaugebiet über ein sehr interessantes Klima. Das Kamptal öffnet sich im Süden zum warmen Donautal, von dort strömt pannonische Warmluft ein. Im Norden dagegen trifft diese Wärme auf die eisigen Winde des Waldviertels, was man deshalb auch „Kaltviertel“ nennt. Tagsüber ist es sehr heiß, aber in den Abendstunden kühlt es merklich ab. Dieser Gegensatz wirkt sich sehr gut aus auf die Aromen, die Frische und Komplexität des Weins, ideal vor allem für den Grünen Veltliner und den Riesling.

          Langenlois ist der größte Weinbauort Österreichs und trotzdem gibt es hier weniger Touristen als an der Wachau. Viele Besucher kommen nicht nur wegen dem Wein her, sondern auch um im Naturpark Kamptal zu wandern. Lauschige Flussufer, hoch aufragende Burgen und dichte Wälder bieten Ruhe und Beschaulichkeit. Natürlich ist das Tal gegenüber den Alpen eher ein Tälchen, aber dafür schafft diese Wandertouren fast jeder. Gut zu bewältigen ist auch der sieben Kilometer lange Weinwanderweg. An verschiedenen Stationen gibt es Infostelen über den „Arbeitsplatz Weingarten“, aber auch Aussichtplattformen mit Lagenfernrohren oder Mitmachgelegenheiten wie ein Riesenrüttelpult aus Sektflaschen. Doch nur beim Wandern, Schauen und Schaukeln bleibt es nicht. Vorher gab es ein Degustierset mit auf den Weg: Lederbeutel, Weinglas und einen Schlüssel für die Weinsafes in den Hütten. Oben angekommen führt der Weg direkt durch die üppigen Rebgärten. Vor den Reihen blühen malerische Rosenstöcke, die nicht zum Schmuck dienen, sondern dem Winzer einen eventuellen Krankheitsbefall zeigen. Sind die empfindsamen Rosen gesund, so ist es auch der Weinstock. Die erste Weinhütte auf der Wanderung gehört dem Weingut der Familie Steininger. In ihrem Safe wartet ein wunderbarer Rieslingsekt, natürlich eiskalt. Er duftet nach Pfirsich und Marille, schmeckt überirdisch frisch und fruchtig. Etwas Perfekteres scheint es nicht zu geben. Karl Steininger ist seit 1989 ein Verfechter der Flaschengärung und meint: „Guter Sekt kann nur aus gutem Wein gemacht werden.“ Den Sortencharakter der für diese Region typischen Weine, den Duft und die Frucht, soll man auch im Sekt wieder finden. Inzwischen hat er acht verschiedene Sekte, jeder sorten- und jahrgangsrein. Wie das geht, erfährt man bei einem Rundgang durch das „Loisium“, einer Weinerlebniswelt, die  Steiningers mit zwei anderen Winzerfamilien ins Leben gerufen haben. In einem riesigen Kellerlabyrinth erlebt der Besucher die Weinwerdung in Form einer beeindruckenden Multimediawelt. Moderne, Mystik und Tradition wurden hier gekonnt in Szene gesetzt. Auch in die Sektkeller des Weingutes kann man einen Blick werfen. Die Eingangshalle mit der Vinothek entwarf der New Yorker Stararchitekt Steven Holl. Zu seinem Ensemble gehört auch ein Weinhotel mit Pool, eingebettet zwischen Weinreben und eine Wellnessabteilung mit Weinzeremoniell, Vino Masken und Traubenkörperpackungen.                                                                                                                                                                                                                                            Doch weiter geht es auf dem Weinwanderweg. Nach dem Weinsafe der Steiningers folgt der Weinsafe des Weinguts Rabl und eine schönen Auszeit auf der Wetterschaukel. Dann stößt man auf einen riesigen Regenwurm. Er steht für die Tiere, die hier in einem gesunden Weinberg wohnen wie Fasanen, Hasen, sogar Rehe. Gleich daneben ist ein Rebgarten des Weinguts Jurtschitsch, welches auch international seit vielen Jahrzehnten bekannt ist. Die Familie hat Weinstöcke in den besten Lagen, unter anderem die Rieslinglage auf dem Heiligenstein und sehr unterschiedliche Veltlinerlagen, so wie hier am Käferberg. Inzwischen hat die jüngere Generation mit Alwin Jurtschitsch den Betrieb übernommen. Nach einigen Praxisjahren in Neuseeland, Australien und Südamerika setzt der Jungwinzer auf biologisch-dynamischen Weinanbau. Alwin Jurtschitsch sammelt alte Weingärten, besonders gern wenn sie klein sind und wo der Traktor nicht durchkommt. Er bringt noch den Mist mit der Forke aus, einen natürlicher Dünger von Biokühen. Einige halten ihn deshalb für einen Spinner. Aber er meint: „Leider haben zu viele Bauern das alte, einfache Wissen rund um den Wein verlernt“. Gerade das will er ändern, Tradition wieder neu beleben.

         Auf dem Berg ist es inzwischen noch heißer geworden, längst sind die Besucher vom Wein auf Wasser umgestiegen. Per Geländewagen geht es schnell hinunter nach Langenlois zum Weingut der Jurtschitschs. Der urige Lesehof stammt aus dem 16. Jahrhundert, das weit verzweigte Naturkellerlabyrinth ist sogar an die siebenhundert Jahre alt. Hier ist es kühl und ein bisschen unheimlich. Wer sich nicht auskennt, findet nicht wieder heraus. Riesige Fässer lagern hier unten. Alwin Jurtschitsch erzählt von seiner Familie, seinem Vater und den Brüdern, alles Topwinzer mit Qualitätsbewusstsein und Mut zu Neuem. Bereits in den 80er Jahren hat der Vater die ersten Schritte in Richtung biologisch-naturnaher Arbeitsweise gemacht. Damals Pionierarbeit, aber sein „GrüVe“ mit dem bunten Etikett von Christian Ludwig Attersee wurde weltberühmt. Der Künstler ist inzwischen Professor und entwirft für jeden Jahrgang eine Sonderedition.

Doch die Jurtschitschs sind nicht die einzigen ausgezeichneten Winzer in Langenlois. Dreihundert Winzer gibt es in der Umgebung, die Hälfte macht es hauptberuflich, dabei ist die Dichte der Topwinzer sehr hoch. Bekannte Weingüter wie Bründlmayer, Heidler, Schloss Gobelsburg, Loimer oder Eichinger sind nur einige. Alle diese Topweine bekommt man in der Kamptaler Gebietsvinothek, im so genannten Ursinhaus am Kornplatz. Dort kann man auch Fahrräder mieten oder Wanderkarten erstehen, nebenan ist gleich das Touristikbüro.

         Am Abend fällt die Wahl zwischen den vielen kleinen Restaurants und Weingütern sehr schwer. Schön ist es bei den Top-Heurigen auf dem Sauberg.

Bei Reinhard Steinschaden ist man da sicher nicht falsch. Im Kellergewölbe oder auf der lauschigen Gartenterrasse mit Blick auf Langenlois lässt es sich herrlich entspannen. Es gibt eine zünftige Jause mit Tafelspitzsulz, Bratl oder Forelle, selbstgebackenes Brot und natürlich Geselchtes, aber auch kleine Sünden wie Marillenknödel, die typischen Mohnzelten des Waldviertels oder Topfen-Kirschtorte. Die Weine wie Grüner Veltliner, Riesling, Zweigelt oder der Gemischter Satz kommen natürlich aus dem eigenen Weingut.

 

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Niederösterreichischer Tourismusverband

www.niederoesterreich.at

 

Wine & Spa Resort Langenlois

LOISIUM Resort Langenlois Betriebs GmbH
Loisium Allee 2
3550 Langenlois | AUSTRIA
hotel.langenlois@loisium.com
Tel.: +43 2734 77100-0, www.loisium.com

Kristallwolke im Garten des Riesen (Foto: Kristallwelten)

Alte Traditionen und die Welt funkelnder Kristalle                             

von Elke Petra Thonke

 

          Noch spürt Johann Prantner in seiner  Werkstatt-Stube bei geöffnetem Fenster den Duft des Frühlings, ehe der Sommer einzieht. Nebenbei lässt er sich von Volksmusik inspirieren.Der gelernte Tischler, dem seine stattliche Fülle gut zu Gesicht steht, schnitzt an einer Maske aus Zirbelholz. Mehrere Exemplare schmücken inzwischen seine Werkstatt. Der Handwerks-Künstler  muss früh mit dieser Arbeit beginnen, denn alle vier Jahre findet im Tiroler Dorf Absam ein großer Faschingsumzug statt und 2017 ist es wieder so weit. Doch wenn Herbst und Winter nahen, bleibt hierfür keine Zeit, dann stellt Johann Prantner Rodelschlitten und Krippen her.  

        Die Tiroler sind nicht nur lustig, sondern überwiegend recht fromm und äußerst traditionsbewusst. Die alten Bauernhäuser wirken oft wie Magneten auf  Besucher. Suchen Urlauber ein Schwätzchen mit Einheimischen und lassen sich dabei etwas über deren Bräuche erzählen, werden sie durchaus auch mal in ihre Wohnstube eingeladen, was gleichbedeutend mit einem Schnäpschen verbunden ist. Nicht selten ein schöner Nebeneffekt.

        Die Region Hall/Wattens, östlich von Innsbruck gelegen, umgeben von der malerischen Kulisse des Karwendel-Gebirges, besteht neben der mittelalterlichen Stadt Hall aus elf Urlaubsorten, die fast alle etwas Besonderes haben.

        Zum Beispiel führt hier durch Absam der Jacobs-Weg. Fritzens dagegen wird für das schönste Blumendorf gehalten und Thaur gilt als Tirols größtes Gemüseanbaugebiet. In Gnadenwald kommen im Winter Ski-Langläufer auf ihre Kosten, im Sommer sind es die Drachenflieger. Ganz besonders ist das Städtchen Schwaz in die Geschichte eingegangen, denn vor über 500 Jahren  begann man hier mit dem Abbau von Silber. Das damals weltweit größte Silberbergwerk wurde 1975 geschlossen und ist heute zu besichtigen.

        Damals wurde das Silber auf dem Inn nach Hall verschifft. Hier wurden die ersten Silbermünzen geprägt. So entstand auch der Taler, Europas erstes Zahlungsmittel. Die Burg Hasegg ist heute ein gut besuchtes Münzmuseum. Genauso wie das ehemalige Salzbergwerk. Nach dem hier 700 Jahre lang das „weiße Gold“ gewonnen wurde, schloss die Zeche 1967.

        Das keltische Wort für Hall bedeutet Salz. Die Stadt mit ihren 14 000 Einwohnern ist zu manchen Zeiten überlaufen, besonders die Altstadt Gassen. Die eng aneinander geschmiegten Häuser im spätgotischen Stil sind meist mit schönen Erkern versehen. Der frühere Reichtum der Stadt ist noch heute unübersehbar. Über zehn Kirchen und Klöster legen Zeugnis davon ab.

        Das Leben in Hall war zu allen Zeiten unterschiedlich geprägt. Zum Beispiel im alten Gasthaus  „Goldener Löwe“ besagt eine Chronik folgendes: Viele Jahre fanden hier Künstlerbälle statt.  (Leider nur bis 1967). Stets wurde ein originelles Motto verwendet. Dieses Vergnügen war sehr beliebt bei Österreichern, Italienern und Deutschen, doch haftete ihnen ein leichter Ruch an. Unter anderem vermerkt die Schrift, dass einmal  ein Postenkommandant der Stadt beauftragt wurde nachzuschauen, ob Anstößiges zu bemerken sei. Sein Bericht lautete: „Nein, nur eine hochgewachsene, junge Dame trug einen schwarzen Hüftgürtel und an der Stelle, wo die Beine auseinander gehen, befand sich ein Schloss aus Pappe, 15x15 Zentimeter.“ Dieser Bericht löste in den Amtsstuben höchstes Vergnügen aus.

        Dagegen geht es still im Herz-Jesu Kloster zu. Der Orden der Herz-Jesu Töchter des Klosters existiert noch heute. Die Nonnen dürfen nicht sprechen, sie beten. Im Volksmund werden sie daher die „weißen Tauben“ genannt. Hall hat natürlich seinen reichlichen Zulauf  unter anderem dem nahe gelegenen Wattens zu verdanken.

Der Ort Wattens ist eng verknüpft mit den Swarovski Kristallwelten. Hier tauchen Besucher in eine glitzernde   Traumwelt ein, denn die Kristallwelten gehören inzwischen zu den meist besuchten Sehenswürdigkeiten  in ganz Österreich. In diesem Jahr wird der 13-millionste Besucher erwartet. Zum hundertjährigen Firmenjubiläum der Familie Swarovski, die dieses Unternehmen in fünfter Generation führen, konzipierte vor 20 Jahren der Universal-Künstler André Heller Einzigartiges, woraus die Kristallwelten erst einmal entstanden sind.

       In der Parklandschaft richtet sich das erste Augenmerk auf die von Heller geschaffene Ikone, den speienden Wasserriesen. In seinem Bauch bewegt man sich durch 16 Wunderkammern, die es ohne André Heller  in dieser Form auch nicht geben würde. Hier haben Künstler aus aller Welt ihrer Phantasie freien Lauf gelassen. Drei Tonnen Kristall wurden verarbeitet und erlebbar gemacht.

Nicht nur Kinder bekommen große Augen und verharren mit offenem Mund. Die Namen der Künstler und der einzelnen Kammern sowie deren Bedeutung sind zweisprachig sichtbar angebracht. Es finden auch Führungen statt. Damit endet jedoch nicht der Erlebnis-Bereich dieser Anlage, die erst 2015 erweitert wurde.

        Neben Kunstwerken im Park und Garten ist unter anderem auch eine Kunstwolke installiert. Sie besteht aus 800 000 handgesetzten Kristallen, die zu jeder Tageszeit eine andere Wirkung entfalten. In der kristallinen Parklandschaft wurde klugerweise besonders an die Kinder gedacht.

Ihnen stehen enorme Spielflächen zur Verfügung, allein in einem 20 Meter hohen Spiele-Turm mit mehreren Etagen, in dem Kinder und Erwachsene klettern, schwingen, schaukeln oder auch rutschen können.

        Gefragt sind auch Workshops und Familientage, bis hin zur Ausrichtung von Kindergeburtstagen. Neben einem ganzjährigen Veranstaltungsprogramm auf dem 7,5 Hektar großen Gelände, locken   im Sommer Musikveranstaltungen und ein Open Air Kino Besucher an. Zur Entspannung empfiehlt sich das Café Restaurant Daniel mit eigener Patisserie. 

         Für einen guten Drink ist die Kristallbar ein guter Treffpunkt. Sie befindet sich im weitläufigen Einkaufsbereich. Hier gibt es vieles, was das Herz begehrt. Ob hochwertige Kristalle, echte oder synthetische Edelsteine, Schmuck oder Accessoires. Das weibliche Geschlecht  muss ganz, ganz besonders stark sein, will es denn sein Portemonnaie schonen.

 

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Öffnungszeiten Swarovski Kristallwelten

Infos: Die Kristallwelten haben ganzjährig geöffnet. Täglich von 9-18.30 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 19 Euro, Kinder bis 14 Jahre 7.50 Euro

4 mal täglich Shuttle Verkehr von und nach Innsbruck für 9.50 Euro. Kinder frei.

Des weiteren existieren in der Region Hall/ Wattens gute Busverbindungen.

www.swarovski.com/kristallwelten  Tourismusbüro Hall, www.hall-wattens.at

Tel: 0043 5223455440

Die Kraft aus der Natur schöpfen

Bei Längenfeld im Tiroler Ötztal warten gleich sieben Kraftplätze. Und ein sagenhafter Wanderweg durch die Wälder mit einem wunderbaren Blick ins Tal.

Text und Fotos. Diana Seufert

 

Die Worte sprudeln aus  Martin Santer heraus. Er erzählt vom Feuerstein, dem wilden  Mannle und den Feuerreitern. Sagengestalten im Ötztal, deren fantastische Erzählungen  in einem kleinen Büchlein gesammelt worden sind. Dort sind sie lebendig - aber auch in den Skulpturen auf dem Ötztaler Sagenweg zwischen dem kleinen Örtchen Huben und der Berghütte am Feuerstein. Aus der ehemaligen Almhütte ist ein stattlicher Anlaufpunkt für Wanderer und Naturfreunde geworden, die das Ambiente der Bergwelt oder einfach nur eine Jause nach der Wanderung genießen.

Begleitet werden sie bei ihrem mehr als einstündigen Aufstieg von den Kunstwerken, die von den Ötzler Künstlern Fahnes geschaffen wurden. Imposant erhebt sich der schaurige Drache in die Höhe, dem vom Riesen besiegt wird, während die Feuerreiter im Galopp ins Tal preschen, vorbei am verwunschenen Hasen. Alle insgesamt 15 Skulpturen entstanden aus Altmetallteilen der Autozulieferer, erzählt Santer, auf dessen Initiative bis 2010 der komplette Wanderweg durch die Bergwelt neu gebaut worden ist.  Schattige Waldpartien wechseln sich mit offenem Gelände ab. Der Bach gurgelt gemächlich auf seinem Weg ins Tal. „Die Natur ist wie ein Park“, sagt der Visionär. Man habe nur einen Weg hindurch führen müssen.

Eine weitere Vision Santers ist ein Wanderweg rund um Längenfeld, dem Nachbarort von Huben. Eine Hängebrücke, die zwei Berge miteinander verbinden, hat er schon bauen lassen. Doch ganz umrunden kann man Längenfeld noch  nicht.

Muss man auch nicht. Abschalten, auftanken und entspannen kann man hier trotzdem wunderbar. Und in der Ruhe der Natur die Seele baumeln lassen.  Als reinigendes Energiefeld ist das medizinische Höhenzentrum Längenfeld bekannt. Einer dieser Kraftplätze ist die kleine Pestkirche, 1661 im Wald am Kropfbühel errichtet. An der Lichtung vor dem Gebäude ist die tiefe Ruhe spürbar.  Wenn nicht gerade Peter Droessel mit einer Gruppe TBB, Taiji Bailong Ball,  spielt. Bis das innere Gleichgewicht und der Rhythmus der Zweiergruppen gefunden ist, dauert es einige Minuten. Dann aber scheint der kleine gelbe Ball seinen Weg von der Hand des einen Partners in die des anderen fast von selbst zu finden. Die Schläger nehmen die Energie der Kugel auf und geben sie im nächsten Moment wieder ab. So findet sich  Spielfluss und Balance und der Gast seine innere  Ruhe.

Rund um den kleinen Ort, unterhalb von Sölden,  recken sich die Ötztaler Alpen in den Himmel, deren Spitzen in den Abendstunden erglühen. Genießen kann man dieses Naturschauspiel besonders in der Tirol Therme Längenfeld und dem angeschlossenen Aqua Dome, als Hotel- und Tagungszentrum. Helle, lichtdurchflutete Räume und jede Menge Holz und Naturmaterialen sorgen schnell für die typische Tiroler Gemütlichkeit.

Aus dem kleinen Bauernbad an einer Schwefelquelle hat sich in den vergangenen Jahren eine stattliche Thermenlandschaft entwickelt, die auch von Tagesgästen gerne frequentiert wird. Der Gegensatz von hohen Gipfeln und tiefen Schluchten ist auch hier erlebbar. Das moderne Thermenresort bietet auf über 50.000 Quadratmetern  ein außergewöhnliches Wellness-Konzept, das die Heilkraft der Natur und die Ressourcen der Alpen verbindet. Erholsam nach der Wanderung auf den mehr als 1300 Kilometer langen Wegenetz oder zum Stuibenfall, den höchsten Wasserfall Tirols, sind nicht nur die schwebenden Schalenbecken mit Sole und Schwefelwasser. Auch die Saunalandschaft, bei der die Natur Pate stand, sorgt für Entspannung.

Die heißen Quellen des besten Thermenresorts der Alpen versetzen Tages- und Hotelgäste in höchste Entspannung und Wohlbefinden. Für die Hotelgäste des Aqua Dome gibt es zudem noch Wellness auf höchstem Niveau.  Auf zwei Stockwerken verteilt, wartet eine besondere Ruhe- und Erholungsoase, die ihresgleichen sucht. Im Spa 3000 warten Saunen und Kräuterpeelings, Ruhezonen und ein wunderbarer Blick auf die herrliche Bergwelt.

Wer stattdessen lieber körperliche Anstrengung braucht,  für den hat Fitnesstrainer Peter Droessel noch jede Menge Tipps. Oder man findet den ultimativen Adrenalinkick im Outdoorpark „Area 47“ am Eingang des Tals.

 

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