Marokko

Tausend und eine Nacht

Als Frau allein in Marrakesch

Text und Fotos: Friederike Kramer-Hartenholm

 

 

 

 

 

          Das kommt davon, wenn man so gerne Märchen liest – ich MUSSTE einfach nach Marrakesch fliegen und alles sollte so sein, wie ich es mir vorgestellt habe!

Wohnen im Riad (Bedeutung: eingezäunter Garten) gehörte dazu. Riads sind kleine palastartige Häuser mit Innenhof, oft verschachtelt mit Türmchen, Erkern, vielen Terrassen, die auf verschiedenen Ebenen liegen. Meistens gibt es die Riads in der Medina, der Altstadt - authentischer geht es nicht! Das Wohnen ist viel intimer als in diesen riesigen Hotelburgen. Innen befindet sich ein romantisch bepflanzter Innenhof mit vielen Brunnen, in denen Rosenblätter schwimmen. Die exotischen Märkte sind zu Fuß zu erreichen. Riads haben nur wenige Zimmer und sie sind persönlich und liebevoll geführt. Es ist wie in einem feudalen Wohnhaus – Aufenthaltsräume, Bibliotheken, Haman-Dampfbad. In vielen Riads kann man ausgezeichnet essen.

           „Mein" Riad hieß Riad Ifoulki und wird von einem Deutschen geführt, der ihn mit viel Liebe eingerichtet hat. Morgens wurde ich früh von den Rufen des Muezzin geweckt; ich ging auf meine kleine Dachterrasse, von der ich einen bezaubernden Blick über die Altstadt von Marrakesch hatte und den ich besonders bei Sonnenuntergang genoss. Mein köstliches Frühstück mit frischen Säften und vielen dort gereiften Früchten stand – wie von Geisterhand – auf einem verzierten Tischchen auf der roten Sandsteinterrasse, wer hatte mich aufstehen gehört?

          Gestärkt verließ ich mein Domizil in mein kleines Gässchen an spielenden Kindern vorbei zum berühmten Markt Djemaa el-Fna ganz in der Nähe. Hier gibt es massenhaft Schlangenbeschwörer, Märchenerzähler (die umringt sind von Männern!), Medizinmänner und „Zahnärzte", Wasserträger, Henna-Bemalerinnen, Orangen- und Dattelstände, die die frischesten Früchte anbieten. Abends ist natürlich der Markt bevölkert und die Atmosphäre einmalig exotisch. Dann muß man schon mal kräftig „non!!" sagen, damit man nicht laufend angesprochen wird.

          Ein köstlicher Tee aus frischer Minze (thé à la menthe) im Café de France im 1. Stock mit Blick auf den Markt ist zu empfehlen und man ist bereit für einen Einkaufsbummel im Souk. Da heißt es aufpassen, daß man nicht zu viel kauft, denn es gibt so viel Schönes und der Koffer fasst nur 20kg - herrliche Babouches (Pantoffeln), Taschen, Wolle, Kleider, Teppiche, Holzarbeiten, Filz – oh jemineh, Handeln ist angesagt.

Die Handwerker-Souks sind am schönsten, hier wird noch gegerbt, Wolle gefärbt, Kupfer gehämmert, Gewürze gemischt.

Danach ging es zurück in den Riad zum Ausruhen und zu einem köstlichen Essen.

Aber nachmittags wollte ich mehr kennenlernen und spazierte zu der Stadtmauer, wo die Kamele rasten und viele viele Störche ihre Nester haben.

         Der nächste Tag gehörte einem der herrlichsten Gärten Marokkos: Jardin Majorelle, der zwischen 1922 und 1962 vom französischen Maler Jacques Majorelle angepflanzt wurde. Es ist ein bezaubernder Park mit Kakteen, Riesenbambus und Palmen, die besonders wirkungsvoll vor den blauen Mauern (nach den Overalls der französischen Arbeiter) wirken. Nach Majorelles Tod kaufte der französische Modedesigner Yves Saint Laurent, der nebenan wohnte, diesen Garten.

         Interessant ist auch die alte Koranschule, ein Juwel maurischer Architektur oder der Bahia-Palast.Die Koutoubia-Moschee mit ihrem 70 Meter hohen Minarett trägt drei goldene Kugeln an der Spitze. Der Legende nach wurden sie aus dem Schmuck einer der Frauen el Mansours, dem Erbauer, gefertigt, den diese als Buße opferte, weil sie während des Ramadan das Fasten gebrochen hatte, indem sie drei Weintrauben aß. Viele marokkanische Frauen sind modern und westlich gekleidet, aber aus Respekt sollte man in Marrakesch auf korrekte Kleidung achten.

          Nach meinen Stadterkundungen zog es mich aus der Stadt und so war ich am 3. Tag mutig, fuhr mit einem Taxi in den unteren Atlas, wo ein Muli (mit Führer) auf mich wartete und ich mich auf dem „Tier" hoch ins Gebirge wagte und oben von den reizenden Berbern köstlich mit Tajine – Gemüsesuppe mit geschmortem Huhn – bewirtet wurde. Männer bedienten mich, die unverschleierten Berberfrauen (mit Gesichtstätowierungen) kicherten im Hintergrund, waren aber trotzdem sehr offen. Bei den Berbern im Gebirge sieht man häufig „die Hand der Fatima" als Kette am Hals. Sie soll beschützen vor dem bösen Blick.

Der Besuch in der „roten" Stadt hat mich nicht enttäuscht und ich habe mir vorgenommen, einmal wiederzukommen.



zum Betrachten bitte ein Foto anklicken!!

Anreise:
Von Frankfurt am Main fliegt Royal Air Maroc täglich über Casablanca nach Ouarzazate, Preis ab 300 Euro plus Gebühren.

 

Auskunft:

Staatliches Marokkanisches Fremdenverkehrsamt in Deutschland
Graf-Adolf-Straße 59
40210 Düsseldorf
Deutschland
Tel: 0049 (0)211 37 05 51/52
www.tourismus-in-marokko.de

 

Oscar Hotel Marokko

Km5 Route De Marrakech B.p 28 Tassoumaate

Quarzazate

e-mail: info@oscarhotel.ma

ab 34 Euro pro Person und Nacht

 

Eintritt ins Filmstudio:

Pro erwachsene Person  5 Euro

 

Reiseveranstalter:

Quarzazarte in Marokko ist bei Rundreisen von Neckermann Reisen und Thomas
Cook Routenpunkt. Bei Thomas Cook bei der ,,Klassischen Rundreise", bei
Neckermann Reisen bei der ,,Große Marokko-Rundreise" und bei der Tour
,,Rundreise Kasbahs, Wüsten und Oasen".

Preisbeispiele Thomas Cook:

,,Große Marokko-Rundreise" in Kombination mit einem Hotelurlaub
Busrundreise ab/bis Agadir mit zehn Übernachtungen inklusive Vollpension,
Flug, Zug zum Flug, Transfers und Eintrittsgeldern sowie anschließend vier
Übernachtungen im Iberostar Founty Beach**** in Agadir mit All
Inclusive-Verpflegung ab 1.433 Euro pro Person.
Buchungshinweis: Diese Rundreise ist nur in Verbindung mit einem
Anschlussaufenthalt buchbar.
(aus dem Thomas Cook Katalog ,,Türkei, Mittelmeer & Mehr" Sommer 2011)

Preisbeispiele Neckermann Reisen:

Rundreise ,,Kasbahs, Wüsten und Oasen"
Busrundreise ab/bis Agadir mit sieben Übernachtungen inklusive Vollpension,
Flug, Transfers und Eintrittsgeldern ab 999 Euro pro Person.
(aus dem Katalog Neckermann Reisen ,,Südeuropa  & Nordafrika" Sommer 2011)

,,Große Marokko-Rundreise" in Kombination mit Hotelurlaub
Busrundreise ab/bis Agadir mit zehn Übernachtungen inklusive Vollpension,
Flug, Transfers, Eintrittsgeldern und Deutsch sprechender Reiseleitung
sowie anschließend vier Übernachtungen im Iberostar Founty Beach**** in
Agadir mit All Inclusive-Verpflegung ab 1.409 Euro pro Person (zum Beispiel
am 20.9.2011 ab/bis Berlin-Schönefeld).
Buchungshinweis: Diese Rundreise ist nur in Verbindung mit einem
Anschlussaufenthalt buchbar.
(aus dem Katalog Neckermann Reisen ,,Südeuropa  & Nordafrika" Sommer 2011)

 

               

 

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Nur selten kommen Fremde vorbei

Der Anti-Atlas in Marokko: Eine Wanderung durch das karge Land

Text und Fotos: Heidrun Lange

 

 

Wandern im Anti-Atlas, dem der Sahara zugewandten Gebirgszug Marokkos, das ist karges Land. Die Farben der Landschaft sind Braun und Blau. Braun wie die Kleidung der Nomaden, blau wie ihr Turban. Blau wölbt sich der Himmel über diese Welt, braun sind die Berge, fast soweit das Auge reicht.  Nichts außer Sand gibt es zu sehen. Das Gebirge im Anti-Atlas wird selten besucht. Wir treffen auf der dreitätigen Wanderung nur Berber, Esel und Kamele.

Ein Dorf muss in der Nähe sein, hinter den Zelten sind Felder zu erkennen, man hört die rostigen Schreie von Mulis.  Mitten im Nichts steht ein Zelt. Ali, ein Berber bittet uns zu sich herein. Wir stellen unsere staubigen Stiefel an den Zeltrand und nehmen auf den ausgebreiteten Decken im inneren des Zeltes Platz. Der alte und auf einem Auge blickgetrübte Mann, der uns herein gewunken hatte, kocht für uns Tee. Mit einem Stein hackt er den Zuckerklumpen klein. Dann wickelt er ihn wieder in Papier. Gelenkig geht der Alte in die Hocke und schenkt uns ein. In langem Strahl sprudelt Grüner Tee mit frischer Minze in kleine Gläser. Für Ali und alle Marokkaner versinnbildlicht die Zeremonie des Thé à la menthe das Universum: Die sinia, das kreisrunde Tablett, stellt die Erde dar, die Teekanne den Himmel, die Gläser den Regen; durch den Regen vereinigen sich Himmel und Erde. Ali zeigt in die Ferne. Sechs Kilometer entfernt in der Stadt wohnen seine Kinder. Manchmal nimmt er seinen Esel und besucht sie. Während wir weiter wandern, treffen wir Immer wieder auf Bewohner. Sie beackern steinigen Boden und kahle Berghänge.  Im Oktober hat es zum Glück geregent. Schafe und Ziegen finden ab und an einen Grashalm.  Mohammed schickt uns zum mächtigen Tafelberg,dem M´Daour Serir. Über einen Teil der Bergkette Djebel Bani sollen wir zu den großen Dünenfeldern des Erg Smar wandern. Mhammed macht es uns vor, während der großen Mittagshitze kraxelt er  in Amtoudi  auf die Speicherburg.  Abends essen wir mit den Berbern Tajine, das Nationalgericht. In der winzigen Küche steht ein Steinofen. Gemüse, Fladenbrot und Fleisch wird geschmort. Mit Kreuzkümmel und Koriander gewürzt.

zum Vergrößern bitte ein Foto anklicken!

Auskunft:

Staatliches Marokkanisches Fremdenverkehrsamt

Graf-Adolf-Straße 59

40210 Düsseldorf

Tel: 0211 37 05 51/52

Internet: www.tourismus-in-marokko.de

e-mail: marokkofva@aol.com

Veranstalter:

Die Trekkingtour wird von angeboten:

TRH-Reisen / Im Schnepfenflug 20 / 67147 Forst / Tel: 06326-9675753

E-Mail: team@trh-reisen.de / www.trh-reisen.de

Beste Reisezeit:
Von März bis Mai sowie während der Monate September und Oktober. Für die kalten Nächte in der Wüste sind warme Kleidung und dicke Schlafsäcke erforderlich, wobei die Temperatur – anders als im Winter – nicht bis auf den Gefrierpunkt sinkt

Klima:

Die Tage können heiß werden, die Nächte hingegen fühlen sich an wie Winter bei uns.

Währung:
Die marrokanische Währung heißt Dirham (DH). (1DH=0,10 EUR)

Ausrüstung:

Da die Temperaturen stark wechseln, empfiehlt sich das Zwiebelsystem. Praktisch ist Kleidung aus High-Tech-Material, das den Schweiß nach außen leitet, so dass die feuchte Kleidung nicht am Körper klebt. Zur Not tun es aber auch Jeans und T-Shirt. Unerlässlich sind stabile, gut eingelaufene Wanderschuhe, die den Knöchel stützen. Ein warmer Schlafsack ist für die kalten Nächte dringend zu empfehlen.

Kondition: Man muss kein Hochleistungssportler sein, um im Atlas-Gebirge zu wandern. Eine gute Grundkondition, die man auch durch Joggen bekommt, sollte man jedoch mitbringen.

 

Literatur:

Die beschriebene Region kommt in keinem der deutschsprachigen Reiseführer vor. In folgenden Büchern wird aber dem Atlasgebirge insgesamt Raum gewidmet:

DuMont Visuell: Marokko; reich bebildert und lehrreich.

APA Guide Marokko; viel Lesestoff, große Fotos.

Polyglott Reisebuch Marokko; viele praktische Informationen.

 

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