Vereinigte Arabische Emirate

Luxusgast inmitten der Liwa-Wüste


          Im Wüstenresort „Qasr Al Sarab by Anantara“ im Emirat Abu Dhabi sind der Mythos und die Pracht Arabiens unter einem „Sternen“-Dach versammelt. Es werden Wünsche erfüllt, bevor sie ausgesprochen sind – Verwöhnen gehört hier zum Service.


Text und Fotos: Katharina Büttel

      

 

          Am Tage flirrt die Luft in der trockenen Hitze. Makelloser blauer Himmel über der goldschimmernden Liwa-Wüste, der größten Sandfläche der Erde. Abends wirft der Mond sein fahles Licht auf die zweihundert Meter hohen Sanddünen, die dem Hotel einen hügeligen Rahmen geben. Entspannt treibt der Gast im Wasser des Pools, schnuppert den Duft von Jasmin. Der freie Blick erschließt die Weite der Wüstenlandschaft: Dünen vom Wind wie Fabelwesen geformt und geschliffen, Wüstenschleifen und -winkel wechseln mit Palmengruppen. 1001 Nacht würde er am liebsten im „Qasr Al Sarab Resort“ bleiben, das erst vor vier Jahren als arabisch-orientalisches Luxushotel im Stil einer alten Wüstenfestung eröffnet hat. 150 Kilometer oder  90 Minuten Fahrtzeit südlich von Abu Dhabi City entfernt. Schon die Fahrt ist Erlebnis pur. Man fasst es kaum, dass Wüste so vielfaltig ist. Sand und Dünen soweit das Auge reicht - genauso, wie man sich als Kind die Wüste immer vorstellte.

          Herbst und Winter in Europa bedeutet Hochsaison in Abu Dhabi für eins der außergewöhnlichsten Hotels der Welt. Allein schon die Lage mitten im vanillefarbenen „Nowhere“ des Sandmeeres im Grenzgebiet zwischen Abu Dhabi, Oman und Saudi-Arabien, macht die Luxus-Oase zu einem ganz besonderen, mystischen Ort. Hier findet man nichts vom üblichen Orient-Kitsch – wie goldglitzernde Springbrunnen und wasserspeiende Ölkannen –, Stil, Kunst und wertvolle Ausstattung mischen sich mit der jahrtausendealten Wüstenkultur. Die 154 Zimmer und Suiten in unterschiedlicher Größe sind zauberhafte Ensembles in arabischem Design mit handgefertigten Möbeln aus lokalen Hölzern und wunderschönen Stoffen, die die Farben der Wüste in allen Nuancen widergeben. Kein plüschiger Luxus – Natur pur mit orientalischen Elementen rundum. Himmelbett fügt sich mit dem Sofa, den neuen und antiken Gemälden, den afrikanischen Artefakten, Wandbehängen zu einem harmonischen Ganzen, lässt die Wüstenkultur lebendig werden. Ausgestattet sind sie mit allem technischen Komfort wie WLan, Flachbildschirmen, Internetzugang, was für die Luxus-Hotellerie internationaler Standard ist, in der Wüste erst recht. Die Gästezimmer haben sämtlich Balkone, Terrassen oder Innenhöfe mit einem weiten Blick über die Sanddünen. Das vermittelt einen Hauch von damals, als die heutige Herrscherfamilie um Sheikh Khalifa bin Zayed als Beduinen durch die Liwa-Oasen zogen, die ihre Heimat waren.

          So ist es nicht verwunderlich, dass die Mittel für den Bau des Wüsten-Resorts hauptsächlich aus ihrer prallgefüllten Schatulle flossen. Dank der enormen Ölvorkommen wird Abu Dhabi auch in hundert Jahren das größte und reichste der sieben Emirate bleiben.

          Im Spa-Bereich mit zehn Räumen kann man altertümliche orientalische, auch asiatische Behandlungen buchen, sich im Hamam oder Whirlpool räkeln. Alternativ kann man auf Safari gehen. Jeeps mit versierten Dünenfahrern und verlässliche Dromedare für einen Karawanenausflug stehen jederzeit bereit. In dem 9000 Quadratkilometer großen Reservat kann man so lange nach Kamelen, Oryxantilopen, Sandgazellen und anderem Wüstengetier suchen, bis der knallrote Sonnenball am Horizont ins Sandmeer plumpst. - Man kann auch den Köchen bei einem Kochkurs in die Tontöpfe gucken, sich Hände und Füße mit traditioneller Hennamalerei dekorieren für den abendlichen Auftritt zum Dinner im „Suhail“ auf der Dachterrasse des Resorts. Etwas überraschend: Der Küchenchef serviert hier eher weniger arabische Köstlichkeiten; dagegen zieren Langusten und Jakobsmuscheln aus dem fernen Frankreich frisch und lecker den schönen Porzellanteller. Duftende Töpfe mit raffinierten, arabischen Gerichten bekommt der Gast zum Glück in den zwei anderen Restaurants und natürlich im entfernten Beduinenzelt mit Nomadenambiente.

          Noch fehlt dem Komplex das Morbide, der Hauch von Untergang, diese unverwechselbare Dekadenz eines alten Forts. Aber die kathedralartige, luftige Empfangshalle hat allen Zauber, den der neuankommende Gast erhofft: Tagsüber fällt Licht durch die riesigen Fenster und lässt Schatten auf den Säulen tanzen; abends flackern Öllampen, ungezählte Lampen und Kandelaber verwandeln das Resort in einen 1001-Nacht-Palast: man meint, der Sheikh mit Entourage käme zur Begrüßung gleich durch die Bogengänge. Es gibt sie auch hier, die ungezählten „Corners“ und „Wings“, Plätze voller Melancholie, die an die Zeiten erinnern, in denen arabische Schönheiten mit schwarzen Augen und glitzernden Schleiern hinter mächtigen Burgtoren verschwanden.

          Gäste, die mehr Privatsphäre suchen, können in Villen, die an Paläste erinnern, abseits vom Hotelleben residieren. Dienstbare Geister wie ein privater Butler und ein Koch sorgen für die leiblichen Genüsse, der Weinschrank hält ein erstaunliches Sortiment an guten Weinen bereit. Wer es romantisch mag, der lässt sich, bitte schön,  im Beduinenzelt zwischen Sanddünen servieren und lässt die Kinder im Zeltlager nächtigen.

          So verwöhnt und zum Schlummer auf Samt und Seide gebettet, fällt es jedem Besucher schwer, des Nachts unter dem riesigen Sternenzelt nicht von einem Leben als Sheherazade oder Scheich zu träumen – oder zumindest von der eigenen Ölquelle. Und als der Kellner eine Öllampe bringt, geht über der Liwa-Wüste schon die Sonne auf…

 

zum Betrachten bitte ein Bild anklicken!

 

Service „Qasr Al Sarab“

 

Anreise: Flug mit Etihad Airways, der nationalen Airline der Vereinigten Arabischen Emirate – ab Frankfurt/M, München, Berlin. Flugzeit beträgt ca. 6 Stunden. Preis für Hin- und Rückflug in der Coral Economy Class ab 535 Euros inkl. Steuern und Gebühren, in der Pearl Business Class ab 2.300 Euro. In der Nebensaison gibt es immer wieder „Lucky Fares“, günstige Flüge bereits ab ca. 350 Euro in der Economy Class. www.etihadairways.com. Buchungen auch unter 0180 500 5 400.

 

Hotel: Das 5-Sterne-Wüstenresort „Qasr Al Sarab Desert Resort by Anantara“  liegt 90 Minuten Fahrzeit vom Flughafen Abu Dhabi entfernt in der Liwa Wüste. Die Zimmerpreise variieren je nach Saison, sind jedoch schon ab 202 Euro im Doppezimmer mit Frühstück buchbar.

Drei Restaurants stehen zur Auswahl: Das „Al Waha Qasr Al Sarab“ bietet Spezialitäten aus dem Mittleren Osten und lokale Küche an. Mediterrane Gerichte  im „Ghadeer Qasr Al Sarab“, auf Dem Dach  im „Suhail“ Grillgerichte sowie alles aus dem Meer. Im Beduinenzelt werden arabische Köstlichkeiten mit arabischer Unterhaltung angeboten. Hotelangebote: Tennis, Kameltrekking, Wüstensafaris, Falknerei, Bogenschießen, Sandboarding u.a.

Weitere Informationen unter www.anantara.com und www.qasralsarab.anantara.com

 

Besonderes: Neueste Attraktion sind Heißluftballon-Fahrten in die Wüste Abu Dhabis, über rote Sanddünen, über die Oasenstadt Al Ain. Die Touren werden von September bis Mai angeboten – Preis pro Flug rund 180 Euro/Erwachsener, Kinder rund 150 Euro. Details unter www.ballooning.ae

 

Abu Dhabi City: Sheikh Zayed Grand Mosque ist eine der weltgrößten Sehenswürdigkeiten. Sie bietet 40.000 Gläubigen Platz, die auf dem weltgrößten handgewebtem Teppich knien können. – Das Abu Dhabi Falken-Krankenhaus ist das größte seiner Art in der Welt;

Angebot für 1 Woche in Abu Dhabi City im Standardhotel Intercontinental: 6 Nächte/Frühstück, Transfers sowie Flug mit Air Berlin – Partner von Etihad Airways –  ab 666 Euro pro Person von Berlin-Tegel; www.jt.de

www.falconhospital.com

Besuch des Saadiyat Island Cultural District mit Plänen fürs Guggenheim Abu Dhabi, Louvre Abu Dhabi u.a. – Auf Yas Island sind die Formel I-Rennstrecke, die Ferrari World, ein attraktiver Golfplatz und seit letztem Jahr ein gigantischer Wasserpark die Highlights. www.yasisland.ae, www.ferrariworldabudhabi.com

 

Näheres: www.visitabudhabi.ae