Hotels der Welt

Kroatien

Nizza an der Adria
 

Die Kvarner Bucht und das Städtchen Opatija eignen sich bestens zum Müßiggehen



An der Riviera Opatija, am Fuße des Berges Ucka gelegen, wachsen riesige Palmen und die Camellia Japonica, eine japanische Kamelienart – die Küste ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die Wiege des kroatischen Tourismus. Die milde Luft des Meeres und ein Klima, das auch in den Sommermonaten durch die Berge immer angenehm kühl blieb, war die ideale Voraussetzung dafür, dass sich die Gegend für Kururlauber entwickeln konnte. Vor etwas mehr als hundert Jahren galt die Opatija-Riviera als eines der attraktivsten Reiseziele der Österreich-Ungarischen Monarchie und lockte zahlreiche gekrönte Häupter, Adlige, Großbürger und Künstler an die Adria. 1889 wurde die Hafenstadt Abbazia (Abbazia bedeutet Abtei, der Name leitet sich vom Kloster Abbazia ab), heute Opatija, offizieller Kurort. Namhafte Mediziner priesen die Vorzüge des lokalen Klimas. Sanatorien, Seebäder und Hotels wurden gebaut. Viele davon blieben bis heute erhalten und geben dem Ort etwas vom Charme Nizzas an der Adria.
          Die zwischen 1889 und 1911 erbaute Küstenpromenade führt an vielen dieser alten Häuser vorbei und wurde 1996 als Hommage an die einstige Blütezeit nach dem österreichischen Kaiser Franz Josef I. benannt. Heute wie damals verbindet der zwölf Kilometer lange Lungomare die Orte Volosko, Opatija, Icici, Ikan und Lovran. Rund eineinhalb Stunden dauert der Fußweg am Meer entlang von Opatija bis Lovran, man schlendert an alten Pinien vorbei und genießt mediterranen Kiefernduft, Lorbeerbüsche findet man natürlich in Lovran, was auf Kroatisch Lorbeer heißt, ebenfalls. Dort locken nach dem Fußmarsch am Meer entlang hervorragende Fischlokale.

           Auf dem Rückweg am Lungomare entlang in Richtung Opatija trifft man mittwochs auf den berühmten Blumenmarkt. Hier werden duftende winterharte Jasmine, Dahlien, Verbenen und Kräuter verkauft.

Das Café Wagner im Erdgeschoss des Hotels Milenij, das seit 1898 existiert, war zu allen Zeiten das Ziel prominenter Gäste. Die große Terrasse bietet eine herrliche Aussicht, unbedingt probieren sollte man die Sachertorte. Nebenan steht der Pavillon Juraj Sporer, der heute ein Forum für Kunst ist. Früher war er ebenfalls ein Café, das berühmte “Glacier“. Hierher wurden per Bahnexpress jeden Morgen frische Torten aus Wien und Budapest geliefert. An der Spitze des kleinen Hafens zwischen dem Pavillon und dem Hotel Milenij steht im Wasser die berühmte Statue „Mädchen mit Möwe“, die mit der Kamelie das Wahrzeichen Opatijas darstellt. Hinter dem Pavillon befindet sich die Kirche St. Jakob. Sie war einst in einen Klosterkomplex integriert, der um 1420 erbaut wurde und der Ursprung und Namenspatron des Ortes ist. Nach zahlreichen Umbauten erinnert heute nur noch wenig an das ursprüngliche Aussehen der Abtei. 

Weiter Richtung Norden an der Seepromenade entlang trifft man auf das Hotel Kvarner alias Quarnero, das wohl älteste Hotel der adriatischen Ostküste. Es wurde 1884 als erstes Luxushotel der Stadt eröffnet. Ursprünglich war das Quartier für Adel und Prominenz als Lungensanatorium vorgesehen – die Luft an der adriatischen Ostküste ist für Lungenkranke besonders wohltuend. Nachdem ein Brand die Thermalbäder zerstört hatte, wurde der neu errichtete Kristallsaal zum glanzvollen Treffpunkt der Stadt. Nur ein paar Schritte weiter wiederum nach Norden trifft man auf die Villa und den Park Angiolina. Der Kaufmann Iginio Scarpa verwandelte die zunächst eher schmucklose Villa in ein hübsches Sommerhaus und taufte es auf den Namen seiner verstorbenen Frau. Er lud dort namhafte Freunde zu Festen ein. 1911 wurde das Grundstück für 2,5 Millionen Gulden an die Kurkommission verkauft. Heute ist in der Villa das Stadtmuseum untergebracht. Im Park um die Villa herum fanden seit 1885 mehr als 150 Pflanzen aus aller Welt eine neue Heimat: Mammut- und Zitronenbäume, kaukasische Tannen, spanische Buchse, Atlaszedern, Tamarisken, schwarzer Bambus und japanische Bananen. Der Legende nach hat ein Jesuitenmönch namens Camelus die Kamelie, das Wahrzeichen der Stadt, von den Philippinen nach Europa geschmuggelt. 

Noch weiter nördlich auf der Seepromenade Richtung Volosko - übrigens ebenfalls ein malerisches Fischerdörfchen, der Spaziergang bis dorthin lohnt - liegt das Hotel Miramar mit der vorgelagerten Villa Neptun. Durch mehrere Umbauten entwickelte diese Villa immer mehr Ähnlichkeit mit dem Triester Traumschloss Miramar von Erzherzog Ferdinand Max. Sie galt als beliebtes Ziel prominenter Gäste, die zwar zentral, aber abseits der Masse und mit wunderschönem Blick residieren wollten. Hier verbrachte der Schriftsteller Vladimir Nabokov als Kind einen Sommer. Ein besonderer Platz ist die Terrasse des Miramar in der ehemaligen Villa Neptun in den Abendstunden. Dann verschmelzen das Meer und die vorgelagerte Insel Cres zu einer blauen Silhouette, der Horizont färbt sich hellblau und die Sicht auf Meer und Landschaft gleicht einem Gesamtkunstwerk.

Bettina Louise Haase

 

Informationen:

Hotel Miramar Opatija, DZ ab 115 Euro, feine österreichische Küche, zwei große Indoorpools, fantastischer Blick: www.hotel-miramar.info.

Im Frühsommer und Herbst präsentiert sich dort wöchentlich ein kroatischer Winzer. Entspannungstage von 20. bis 24.11. mit Elisabeth Unger aus Gnas; außergewöhnlich: Solo-Tangokurs im Hotel von 26.11. bis 3.12.2017;

Café Wagner im Hotel Milenij, unbedingt Sachertorte probieren.

Bevanda an der Seepromenade in Opatija, stylische Bar mit Restaurant und ein paar exklusiven Zimmern, traumhafter Blick auf das Meer und Hotspot für einen Aperitiv, www.bevanda.hr

Flug: zum Beispiel ab Frankfurt mit Lufthansa nach Triest, Zwischenstopp München, ab 250 Euro, dann weiter mit dem Mietauto

 

weitere Infos: Tourismusverband Kvarner HR – 51410 Opatija, Telefon: 00385/51/272988, kvarner@kvarner.hr, www.kvarner.hr